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Als Band den Durchblick im Social Web behalten

Der Social Media Einsteiger-Guide für Bands und Musiker, Teil 1

Tipps für Musiker und Bands von Axel Winkler
veröffentlicht am 17.03.2015

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Der Social Media Einsteiger-Guide für Bands und Musiker, Teil 1

Social Media Guide für Bands und Musiker, Teil 1. © Illustration: A. Winkler

Seit vielen Jahren schon ist das Wort "Web 2.0" in aller Munde. Besonders mit den VZ-Netzwerken und Myspace erlangte diese Form der Kommunikation im deutschen Web an Bedeutung und Aufmerksamkeit. An der Spitze des Eisberges schwenkt derzeit jedoch das milliardenschwere Unternehmen Facebook seine Fahne. Wie sollten Bands und Musiker heute mit den Möglichkeiten des Social Webs umgehen? Axel Winkler gibt euch einige Praxistipps in diesem zweiteiligen Social Media Einsteiger-Guide.

Die Kommunikationsmöglichkeiten im Netz sind längst gigantisch. Das ging auch an Unternehmen oder Künstlern nicht vorbei. Ohne entsprechende Präsenzen auf den diversen Portalen geht es fast nicht mehr, wenn man mit dem Strom der Zeit gehen möchte.

Es ist für Bands und deren Fans einfacher geworden, miteinander zu quatschen oder zu diskutieren. Das ist ein absoluter Pluspunkt, denn dadurch entsteht eine klare Win-Win-Situation für beide Parteien. Egal ob es nun eine lokale Truppe oder eine weltweit bekannte Band ist – es funktioniert in beiden Fällen. Nur mit dem Unterschied, dass es Differenzen im Hinblick auf Möglichkeiten gibt.

Um euch einen kleinen Überblick zu geben, was man bei der Verwaltung des Band-Profils auf Facebook, Instagram oder YouTube und Co. beachten sollte, stellen wir euch in ein paar der wichtigsten Punkte vor.

Was wird kommuniziert?

Postet News

Im Grunde genommen ist es völlig egal, was eine Band ihren Fans zu erzählen hat. In der Regel erreichen Musiker mit ihrer persönlichen Nachricht immer auch ein ähnlich tickendes Publikum. Daher sollte das schon mal eine gute Grundlage sein, Gedanken und Infos zu allen erdenklichen Themen abzuladen.

Da wir jetzt nicht irgendwo in einer unendlichen Gesprächsstoff-Suppe rühren wollen, ein paar Themenvorschläge, die ihr sicher schon aufgeschnappt habt, aber der Übersicht halber hier nochmal im Kompakten aufgelistet findet. Neue CD am Start? Demo endlich fertig? Wasserrohrbruch im Proberaum? Das sind News, die Fans interessieren und worüber sie gerne quatschen.

Zwei Teilbereiche lassen sich hier unterscheiden. Zum einen die Selbstvermarktung und Werbung, zum anderen Unterhaltung und Diskussionen rund um das Bandleben.

Achtet auf die richtige Mischung

Konzert-Ankündigungen, Merchandise-Neuheiten, CDs und Studio-Sessions verkörpern die eher werbetechnische Seite. Wenn mal ein lustiges Bild aus der letzten Probe gepostet wird oder ein unterhaltsamer Fund während der Tour als Foto herhält, dann dient das allemal dem sympathischen und privaten Einblick in das Bandgefüge.

Eine Mischung aus beidem macht's, aber die Unterhaltung darf leicht überwiegen. Denn selbst will man ja auch nicht 20 mal in der Woche darauf hingewiesen werden, dass die neue CD von Band XY seit Dienstag für 14.99€ auf der Labelseite erhältlich ist. Sowas nervt und wirkt einfach derbe kommerziell. Ab und an drauf hinweisen, aber es nicht zum Schwerpunkt werden lassen.

Setzt auf eigenen Content

Falls ihr euch zusätzlich von der Masse abheben wollt, dann verzichtet auf das Teilen von schon unzähligen Malen gesehene Memes oder Blödel-Videos, die über zwanzig Ecken geteilt wurden. Schafft eigens produzierten Content ran und überzeugt mit eurer Kreativität und eurem persönlichen Humor.

Wie wird kommuniziert?

Schreibt lesbar und verständlich

Musiker sollten es auf die Reihe bekommen, auf eine angemessene Weise einen schriftlichen Post vorzubereiten. Ein Satz mit acht Wörtern, wovon fünf falsch geschrieben sind und sich am Ende ein paar vertippte Sonderzeichen eingeschlichen haben, macht einfach keinen guten Eindruck. Natürlich passiert es mal, dass man sich verschreibt. Aber etwas Mühe darf man sich mit Rechtschreibung und Satzzeichen geben, denn es fördert die Lesbarkeit der eigentlichen Aussage enorm – oh Wunder!

Der Schreibstil darf auch gerne etwas pfiffiger sein. Wenn die Mehrheit der Fans aus Bayern kommt, dann ist ein Spruch oder eine Info in der Mundart angebrachter denn je. Generell aber natürlich auf Hochdeutsch.

Setzt Zweisprachigkeit erst mit größerer internationaler Fanbase ein

Beispiel: Die Rockband „The Can“ aus Bad Waldsee, die gelegentlich in der Stadtkneipe einen Auftritt hat, trifft zufällig nach dem Konzert einen schwedischen Studenten, der an dem Abend die Leute live gehört hat. Er fand die Musik richtig klasse und verspricht, auf jeden Fall die Facebookseite zu liken, dem er am selben Abend noch nachkommt. Die restlichen 230 Fans auf dem Bandprofil sind jedoch alle aus der Umgebung, was die Musiker per interne Statistik bereits wissen. Nur wegen einer Person muss man nun nicht unbedingt anfangen, alle Posts auf Englisch zu verfassen.

Wenn die Fanbase dann mal über 20% an nicht deutschsprachigen und regelmäßig aktiven Fans hat, macht es natürlich Sinn, die Posts in zweifacher sprachlicher Ausführung zu schreiben. Davor wirkt es aber einfach nur pseudo-professionell und „nach ach so internationalen Möchtegern-Stars“. Solange man im Umkreis von 30 Kilometer zu „Peters Bistro“ oder ins „Stadtcafé Huber“ als musikalische Abendbegleitung gebucht wird, kann man mit einem Augenzwinkern definitiv die Posts auf Deutsch verfassen.

Wie bereite ich Inhalte vor?

Seid professionell

Egal ob Text, Video oder Bild: Alles sollte professionell erstellt werden. Professionalität heißt hier nicht, dass man mal mit einer HD-Kamera euer Konzert aufnimmt und es im Anschluss auf eurem YouTube-Channel hochgeladen wird. Professionalität heißt, dass sich jemand konkrete Gedanken über die Inhalts-Aufbereitung macht – also in welchem Format, Farbe und Textsprache/Text-Stil das Ganze rübergebracht wird.

Lass euch helfen

Wenn ihr in der Band keinen pfiffigen Kopf habt, der sowas akzeptabel übernehmen kann, gibt es genügend Fachpersonal, das euch gerne aushilft – und das zu erschwinglichen Preisen. Das ganze Band-Konzept wirkt um einiges runder, wenn ihr Leute am Start habt, die wissen, wie man ein gutes Konzert/Bandfoto schießt, Videos produziert oder über Social-Media-Kanäle mit den Fans kommuniziert.

Macht ein Konzept

Im Klartext: Ein kleines Social-Media-Content-Konzept muss her. „Brauchen wir nicht, es läuft auch so!“ Klar, kann auch funktionieren. Dann heißt das Konzept „Amateur-Spontanität“, was durchaus seine Daseinsberichtigung hat und funktionieren kann, je nach Absichten und Zielen.

Aber merkt euch: Da nicht nur ihr euch auf den Social-Media-Kanälen tummelt, sondern gefühlt unendlich viele andere Bands, habt ihr es damit um einiges schwerer. Ein User im Netz klickt innerhalb von wenigen Sekunden eure Seite weg, wenn er oder sie den Eindruck hat, dass das, was durch euch kommuniziert wird, trashig und nicht durchdacht wirkt – amateurhaft eben. Außer natürlich, ihr wollt trashig wirken. Dann muss es aber so überspitzt sein, dass es jeder das künstlerische Stilmittel versteht.

Euer Feedback

Liebe Community, der zweiten Teil legt noch ein besonderes Augenmerk auf den Austausch mit den Fans.

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