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Praktische Tipps für die Netzpräsenz

Eure eigene Webseite als Grundlage des Online-Musikmarketings: Worauf es zu achten gilt!

Tipps für Musiker und Bands von Cristina Mlynek
veröffentlicht am 23.10.2018

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Eure eigene Webseite als Grundlage des Online-Musikmarketings: Worauf es zu achten gilt!

Eure Webseite als Grundlage des Online-Musikmarketings. © iStock

Immer wieder stellt unsere Autorin entsetzt fest, dass sich viele Musikerinnen und Bands heutzutage auf soziale Netzwerke und andere Plattformen als ihre einzige Internetpräsenz verlassen. Das ist nicht nur unprofessionell, sondern auch riskant. Erinnert ihr euch an Myspace? Auch aktuelle Plattformen wie Facebook und Co. könnten genauso unerwartet und schnell wieder offline gehen – dann wäre die Internetpräsenz der Band mit einem Schlag weg.

Deine Band-Website, Deine Regeln!

Eine Facebook-Fanseite ist schnell erstellt und hat alle wichtigen Informationen für die Besucher bereit. Und obwohl diese Seiten ein praktisches Medium zur Nachrichtenverbreitung sind, ersetzen Social Media-Kanäle nicht die eigene Website. Auf Social Media Plattformen bist du Gast bei jemand anderem zuhause, und es gelten deren Regeln: Datenschutzrichtlinien, Algorithmusänderungen und eventuelle Sperrungen von Inhalten oder Konten sind zu beachten. 

Die eigene Website dient dagegen als offizielle Quelle von Informationen für Fans und Journalisten zugleich sowie als ein Zeichen von Professionalität im Vergleich zu anderen Bands. Auf der eigenen Website bestimmst du selbst das Design, den Inhalt und die Marketingstrategie – du machst die Regeln! Außerdem ist eine gute Website ein wichtiges Marketinginstrument.

Marketingstrategie: die Band-Website als Vertriebsinstrument

Mit wenig Aufwand lässt sich ein sogenannter “One-Pager” erstellen: eine einzige Startseite mit Links und Informationen. Eine solche “digitale Visitenkarte” kann alle wichtige Inhalte in Form von Links umfassen. TRIVIUM zum Beispiel macht das sehr gut.

Sollte eure Band mehr Ressourcen zur Verfügung haben, lohnt es sich durchaus eine gut aussehende, funktionale Website aufzubauen, welche die Marketingziele der Band verfolgt – die Website von EPICA zum Beispiel hat ein tolles Design, das visuell dem aktuellen Album entspricht.

Das ist das Entscheidende dabei: eine Website ist erst dann gut, wenn sie mit einer Marketingstrategie konzipiert ist. Überlegt euch gut: Welche Ziele habt ihr mit der Band? Was sollten die Besucher der Website machen? Sollen sie CDs bestellen oder Konzerttickets kaufen? Sollen sie sich das neueste Musikvideo anschauen?

Schreibt euch die Ziele auf und organisiert die Liste nach Priorität dieser Ziele, so dass eure Fans nicht mit “Kauf mich!”-Buttons und anderen Aufforderungen bombardiert werden. Und falls ihr die Website selbst bastelt, informiert euch auch über Suchmaschinenoptimierung. 

Bonuspunkte gibt es für die Wahl einer suchmaschinenoptimierten Domain: www.name-band.com oder www.namemusic.de sind gute Beispiele.

Praktische Tipps für eine gute Band-Website:

  1. Auf dem neuesten Stand der Technik: Geschafft! Deine Fans geben deine Domain in den Browser ein und kommen zu deiner Website - behalte sie darauf! Du hast 3-5 Sekunden Zeit für den ersten Eindruck und deine Website sollte den Besuchenden nicht abschrecken. Im Gegenteil sollte sie durch ein ansprechendes, benutzerfreundliches Design die Nutzer dazu einladen, länger darauf zu verweilen und mehr zu entdecken. Das Design sollte “responsive” sein, sich also der Bildschirmgröße des Nutzenden anpassen, so dass die Website auf einem Desktop-Computer, Smartphone oder Tablet gleich gut aussieht.
  2. Website nicht überladen: Die Technik macht vieles möglich, aber nicht alles davon ist sinnvoll.  Deine Website sollte übersichtlich sein und schnell laden. Denk an Design-Vorreiter wie Apple – ein schlichtes Design ist für Nutzer einfacher zu verstehen. Fotoslider und Videos verlangsamen die Ladezeit der Website. Du würdest wahrscheinlich auch nicht gerne dein eigenes Datenvolumen für große Fotos ausgeben und deine Zeit auf einer langsamen Website verschwenden. Extra Tipp: Niemand mag Videos, die sich automatisch abspielen; Finger weg. 
  3. Strategie fängt bei der Struktur an: Ist die technische Infrastruktur gegeben, sind wieder die Marketingziele für die Website gefragt. Diese bestimmen welche Unterseiten mit welchem Inhalt notwendig sind und welche davon in die Navigationsleiste gehören. Die Navigationsleiste sollte die wichtigsten Rubriken und nicht mehr als fünf Menüpunkte enthalten. Für weitere Links gibt es genug Platz im Footer am unteren Ende der Website. Wichtig ist dabei auch zu beachten, dass Links, Buttons und Menüpunkte von Suchmaschinen eher wahrgenommen werden als reiner Text.
  4. Alle offiziellen Informationen aus einer Hand: Technik und Aufbau stimmen – jetzt hast du die Gelegenheit dich und deine Musik zu präsentieren. Die Band-Website stellt die zentrale Informationsstelle deiner Band dar. Biografie, Diskografie, Pressetext, etc. müssen in die Band-Website. Wenn du Details lieferst, wie Namen von aktuellen sowie früheren Bandmitgliedern, Meilensteine und andere Aktivitäten, erleichterst du interessierten Journalist die Arbeit und machst einen professionelleren Eindruck. Natürlich sollten auch deine Social Media Kanäle hier zu finden sein. 
  5. Offizieller Kalender mit Ticketshop: Stell dir vor, ein Veranstalter kündigt einen Auftritt deiner Lieblingsband an und dieser steht nicht auf deren Website – wo kaufst du nun die Tickets? Das darf deinen Fans nicht passieren, deshalb brauchst du eine Website mit einem prominent platzierten Kalender, inklusive Links zum Ticketshop deiner Wahl. Stattdessen kannst du auch Dienste wie BandsInTown oder SongKick einbetten – wichtig ist, dass du diesen Kalender pflegst und dass deine Fans eine Kaufmöglichkeit bekommen. 
  6. Blog oder Newsseite: Gerüchte streuen können alle, aber nur die Band selbst kann diese beseitigen und ist (jetzt alle im Chor:) die vertrauliche Informationsquelle. Außerdem werden regelmäßig aktualisierte Websites höher gerankt bei Suchmaschinen, und Blogbeiträge sind ein gutes Mittel zu diesem Zweck. Postet ihr Ankündigungen auf sozialen Netzwerken? Super, die Fans sind informiert. Postet ihr Teaser oder Auszüge der Neuigkeiten auf Social Media mit Links zu eurer Website – dann sind die Fans informiert, halten sich auf der Website auf und haben so die Möglichkeit noch ein paar T-Shirts, ein Album oder Tickets direkt zu kaufen. 
  7. Der eigene Shop: ist der krönende Abschluss der Marketingstrategie – vorausgesetzt zumindest eines der Bandziele lautet “Geld verdienen”. Merchandiseverkäufe sind heutzutage eine der wichtigsten Einkommensströmungen von Musikern - wenn nicht sogar die wichtigste. Schöner ist es natürlich, wenn Besucher der Website nicht weitergeleitet werden und der Kauf direkt auf der eigenen Website abgewickelt wird. Aber auch wenn der Merch über die Plattenfirma oder ein externes Shopsystem läuft, solltest du für den Shop einen Menüpunkt in der Navigationsleiste freihalten. Profi Tipp: Neben den Links zum Kauf vom physischen und digitalen Album, verlinke auch verschiedene Streaming-Dienste, um deine Fans mit Musik zu versorgen und deine Lizenzzahlungen höher zu treiben.
  8. Newsletter, Social Media, etc: Der Newsletter erfindet sich heutzutage neu, trotz “Social Media”-Ära, denn Email ist immer noch der zuverlässigste Kommunikationsweg. Überlege dir, ob du einen regelmäßigen Newsletter aufbauen möchtest und informiere dich über EU-datenschutzkonforme Anbieter, die diese Arbeit vereinfachen. Denn der Inhalt deines Band-Newsletters sollte keine bloße Wiederholung deiner Facebook-Posts sein. Aber er könnte durchaus alle Neuigkeiten eines Monats zusammenfassen, oder was ganz anderes erzählen. Mit Social Media kannst du (und solltest du auch) sehr kreativ sein, aber am besten immer auf die Website verweisen, um die Marketingstrategie in Gang zu setzen. 

Anschließend nicht vergessen, dass deine Band-Website bestimmte rechtliche Anforderungen erfüllen muss – aber das habt ihr spätestens seit Einführung der DSGVO sicherlich im Blick. Jetzt seid ihr vorbereitet! Was hält euch noch davon ab, eine eigene Website zu haben?

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