streit um urheberrechtsverletzungen im internet

Eure Meinung: Hat Sven Regener recht?

Artikel veröffentlicht von Daniel Nagel | 28.03.2012, 15:11

Eure Meinung: Hat Sven Regener recht?

Element of Crime (live in Mannheim, 2011), © Simone Cihlar

Ein Wutausbrauch des Element Of Crime-Sängers und Schriftstellers Sven Regener sorgt für heftige Diskussionen im Internet. Zu Debatte steht die Frage, wie Musiker in den Zeiten des Internets für ihre Kunst angemessen entlohnt werden können. Wir wollen dazu eure Meinung erfahren.

"Dem Feind einen Tritt in die Rippen..." (aus "Ein Hotdog unten am Hafen" von EoC)

Sven Regener, der Sänger/Songwriter der unendlich verehrungswürdigen Band Element Of Crime hat mit einem veritablen Wutausbrauch im Zündfunk des Bayrischen Rundfunks für Aufsehen gesorgt. Er beschuldigte zum einen die illegalen Downloader durch ihr Tun, den Musikschaffenden "ins Gesicht zu pinkeln", indem sie sich Musik kostenlos beschafften. Zum anderen attackierte er diejenigen, die sich im Streit zwischen Youtube/Google und der GEMA auf die Seite Youtubes schlagen, da sie sich "zu Lobbyisten eines milliardenschweren Konzerns" machten. Regeners Wutrede gipfelte in der Aussage: "Eine Gesellschaft, die so mit ihren Künstlern umgeht, ist nichts wert."

"...und ein paar Kippen für hinterher..."

Wie alle in einem Zustand emotionaler Erregung getroffenen Aussagen, sollte man auch hier nicht jedes Wort auf die Goldwage legen, aber letztlich regt sich Regener über zwei unterschiedliche Themen auf, die sich freilich unter dem Aspekt der fairen Entlohnung von Musikschaffenden zusammenfassen lassen.

Zum einen handelt es sich um die Frage, wie das bestehende Urheberrecht in den Zeiten des allzeit verfügbaren illegalen Downloads durchgesetzt werden kann bzw. wie es an die neuen Gegenbenheiten angepasst werden muss. Zum anderen thematisiert Regener die Problematik der im Augenblick ausgesetzten Verhandlungen zwischen Youtube/Google und der GEMA über die Vergütung der Urheber für die bei Youtube eingestellten Musikvideos. Die GEMA pocht im Sinne der Urheber auf hohen Vergütungssätzen, während Youtube/Google wenig überraschend nur einen geringen Teil der Einnahmen an die Rechteinhaber weitergeben will.

"...eine halbautomatische Waffe ist immer dabei..."

So komplex die beiden Themen sind, so leidenschaftlich und emotional wird darüber im Netz diskutiert. Dadurch gerät die eigentlich notwendige Debatte schnell in die Gefahr, mit der Ernsthaftigkeit auch jede Substanz zu verlieren und zu einem puren Schlagabtausch zu verkommen. Dabei geht Regeners eigentliches Anliegen weitgehend verloren. Das besteht im moralischen Appell an die Downloader, die Konsequenzen ihres Handelns zu bedenken, das vor allem in der Verengung der Musikszene bestehen könnte. Übrig bleiben die großen Stars bei einigen großen Major-Labels sowie Nischenprodukte wie Schlager oder Volksmusik, aber vor allem Indie-Labels haben heftig mit den veränderten Bedingungen zu kämpfen.

Der zweite Aspekt ist, dass es laut Regener beim Streit zwischen Youtube und GEMA nicht um das kleine, sympathische, kostenlose Youtube gegen die böse GEMA geht, sondern um den Streit zwischen einem milliardenschweren Konzern (Google) und der deutschen Verwertungsgesellschaft, die im Sinn der Urheber, also der Künstler handelt oder das zumindest beabsichtigt. 

"...ohne dich will ich nicht, mit dir kann ich nicht sein..."

Wenn man bedenkt, dass Sven Regener 1961 geboren ist, also bereits im fünften Lebensjahrzehnt angekommen ist, dann kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass seine Empörung auch das Ergebnis eines Generationenkonflikts ist. Verständlicher Ärger eines kunstschaffenden prallt hier auf die selbstgerechte Leck-mich-Attitüde eines Teils der Netzwelt, die in Regener völlig zu Unrecht einen reaktionären Alten sieht, der ihre grenzenlose Netzfreiheit einschränken will.

Im Streit zwischen Youtube/Google und der GEMA ist auffällig, dass die Schwierigkeiten, in Deutschland ein Vergütungsmodell auszuhandeln, offensichtlich größer sind als anderswo. Diese Kritik muss sich die GEMA gefallen lassen. Für die GEMA gilt dasselbe wie für das Urheberrecht: auch hier treffen alte Strukturen aus der Zeit vor dem Internet auf die internetbasierte Situation der Gegenwart. Ausgetragen wird der Konflikt inzwischen vor Gericht. Das Landgericht Hamburg hat für April ein Urteil angekündigt. Selbst von Seiten der Musikindustrie gerät die GEMA jedoch zunehmend unter Druck: Die Konzerne werfen der GEMA vor, "noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen zu sein." Ein erstaunlicher Konflikt, wenn man bedenkt, dass die Musikindustrie noch bis vor ganz kurzer Zeit vom Internet nur unter ihren Bedingungen etwas wissen wollte.

"...zum Abschied ein bisschen gefummel hinter der tür..."

Im Allgemeinen kann kein Zweifel darüber bestehen, dass das Urheberrecht auch im Internet gelten muss. Die Frage ist nur: Welches Urheberrecht? Es ist offenkundig, dass das auf die Existenz physischer Medien ausgelegte aktuelle Urheberrecht der augenblicklichen Situation nicht gerecht wird. Moralische Appelle an die Downloader ihr Tun zu überprüfen, wie Sven Regener sie unternimmt, werden daran nur wenig ändern.

Wie aber soll das Urheberrecht der Zukunft beschaffen sein?

Wie sollen Künstler die Möglichkeit erhalten, in Zukunft von ihrer Kunst leben zu können?

Kurz gesagt: Was haltet ihr von den Aussagen von Sven Regener?

248 Kommentare vorhanden - Vorherige Kommentare zeigen

Bernhard Heck
Bernhard Heck (Orange Sugar Cubes): Bist Du Profimusiker und verdienst Deinen Lebensunterhalt mit Live-Musik? Wenn ja, kannst du die Folgen dann in Kürze am eigenen Leib erfahren. Wenn die GEMA nämlich ihre neuen Tarife durchsetzt, werden die meisten von uns arbeitslos werden, da es (...) Mehr anzeigendann keine Clubs mehr geben wird, in denen wir spielen können und auch kaum noch andere Veranstalter. Zum Thema "Aussitzen": Ein leider weit verbreitetes Phänomen in der Politik (Kanzler Kohl, Merkel etc.) . Hat uns gesellschaftlich aber an den Rand des Verfalls unserer Gesellschaft gebracht. Denn Aussitzen heißt immer: sichern seiner Komfortzone auf Kosten anderer. Ich habe nicht vor die Aktionen der GEMA auszusitzen
Weniger anzeigen
11.04.2012, 09:00
unloved
Antwort zum Kommentar von Bernhard Heck (09.04.12, 15:45): "Diese aufgeregte Diskussion wird uns nicht weiterführen. Ich empfehle euch, daß ihr euch mal mit (...) Mehr anzeigenden philosophischen Grundlagen des Urheberrechtes vertraut macht, um nicht durch Konzerne und industrielle Rechteverwerter instrumentalisiert zu werden. Hier ein sehr guter Link dazu: http://aggregat7.ath.cx...ter
"
Weniger anzeigen
sorry, der link ist zwar interessant, aber er schießt am eigentlichen gegenstand des geistigen eigentums vorbei. auch hier wird wieder die identität des werkes mit dem transportmedium verwechselt, wird nutzungslizenz mit kopie verwechselt etc. als (...) Mehr anzeigenurheber besitze ich nicht mein werk, sondern die urheberschaft an meinem werk. die kann ich (im deutschen recht und auch rein logisch/philosophisch gesehen) nicht veräußern, denn was ich geschaffen habe, hat seinen urheber in mir, egal, was danach geschieht. reden wir jetzt über eine kopie (bspw. ein mp3), dann haben wir gleich mehrere "urheber". den erschöpfer der bloßen nackten datei, den urheber der dekodierten wellenform und den urheber des mp3-codes. der ersteller der datei wird nun mit recht sagen, "diese konkrete datei ist mein". das ist trivial und darum geht es (verdammt nochmal) nicht.
es geht um die zulieferung des inhalts und sogar auch um die zulieferung der form. das mp3 wurde von einem lizenzierten programm erstellt, der inhalt muß ebenfalls lizenziert sein. erst mit diesen lizenzen kann der dritte zurecht sagen "diese datei ist mein, da ich sie nicht nur erstellt habe, sondern auch rechtmäßig erstellt habe"

die ganze philosophische diskussion dreht sich doch im eigentlichen um die problematik der eineindeutigen identität des gegenstandes und der herkunft eines besitzanspruchs. ich halte es für dünnbrettbohrerei, diese frage anhand des geistigen eigentums abzufrühstücken, denn hier kann man munter kopierbarkeit postulieren oder dem abstrakten (z.b. urheberschaft) ausweichen, indem man es ignoriert. wieso führen wir diese debatte nicht erstmal um ein körperteil? meinen linken arm hab ich mir auch nicht erarbeitet, er gehört mir, weil er an mir dranhängt und irgendwie "ausfluß" meines körpers ist (so wie geistiges eigentum ausfluß meines denkens). ich kann auch nicht behaupten, daß es nur meinen arm gibt. wenn er mir abfällt, kann ich mir eine kopie anschrauben (prothese) und zumindest theoretisch läßt sich mein arm auch klonen. gehört das ding nun mir? kann jemand kommen und mir meinen arm wegnehmen? bin ich dann in der beweispflicht oder er?
das klingt furchtbar absurd. in meinen ohren klingt aber die leugnung der existenz von geistigem eigentum auf dieserart basis nicht minder schwachsinnig.
Weniger anzeigen
11.04.2012, 09:51
unloved
Antwort zum Kommentar von Benjamin Frick (08.04.12, 01:02): "Ich finde es super das mein Beitrag so viel Reaktion ausgelöst hat. Ich versuche mal alle Kommentare (...) Mehr anzeigenmit diesem einzubinden. Fangen wir mit der Technik der Ausschüttung an. Google, Myspace, Facebook usw. können Haarklein aufzeigen was angeklickt wird, von wo, wie oft und zu welchem Zeitraum. Diese Daten können mit einem vertraglichem Abkommen der Gema übergeben werden. Damit machen diese Firmen(Google,Facebook ect.) ja so ein haufen Kohle. Daten sammeln für potentielle Werbekunden. Also wie man an die Anzahl der Klicks kommt um so eine Ausschüttung ordentlich zu verrechnen, ist sehr wohl gegeben. Das sich einige an dem Wortlaut (Gez System) aufhängen, fand ich sehr witzig. Ich wollte eigentlich nur ein einheitliches Zahlungssystem aufzeigen was jeder kennt. Hat aber nix mit den öffentlich Rechtlichen zu tun :) das, dass I-net langweilig macht. Aus dem einfachen Grund, weil die User bestimmen was gehört, gesehen, upgeloadet, downgeloadet und geliked wird. Klar da müssen sich die Firmen zusammenschließen. Die Gema müsste das Personal erhöhen ( Gema 123 Millionen € Umsatz 2011 lt.Dr. Harald Heker auf der Pressekonferenz) und vorallem sich den heutigen Zeiten anpassen. Was an einer Internetpauschale für Künstler so falsch sein soll, kann ich nicht verstehen. Illegale Downloader fragen auch nicht ob sie Musik für Lau haben dürfen. Oder? Eine Sache wäre noch. Klar das nicht jeder meiner Meinung ist, ist total verständlich. Aber die meisten die Gegenargumente gegen diesen Vorschlag haben, haben nicht eine einzige andere Idee verlauten lassen. Es ist immer einfach anderen deren Einfälle runterzureden. Konstruktiv wäre es aber vielleicht doch, wenn man selbst etwas Ausdenkt, oder auf dieser Idee noch ein paar Kanten feilt. Das ist auch einer der Gründe, warum es die Firmen nicht schaffen sich zu einigen. Weil sie immer noch an den alten "Goldgräberzeiten der Musikindustrie" festhalten und sich dadurch nicht für neue Vermarktungsmodelle offen sind. MFG Ben
"
Weniger anzeigen
doch, es gibt einen gegenvorschlag: das modell so zu belassen wie es ist, da es sich bewährt hat. es ist doch quatsch, daß jeder forderung nach alternativen nur mit noch mehr alternativen begegnet werden kann. du schlägst ein neues modell vor, ich (...) Mehr anzeigensage, ich will das alte behalten.
ich sage das übrigens nicht apodiktisch. ich lasse mich gern überzeugen. allerdings sehe ich nicht, wie eine kulturflatrate oder irgend ein anderes pauschales modell die gegenwärtigen probleme von uns urhebern lösen soll. hier schimpfen ja alle auf die bürokratie. dein modell - sagst du - soll die gema sogar noch personell aufstocken. hier schimpfen auch alle über den ungerechten, weil nicht repräsentativen verteilungsschlüssel der gema. dein modell bedeutet eine verschärfung der statistisch ermittelten gewinnausschüttungsanteile, da jede pauschalisierte lizenzgebührenerhebung die großen lizenzgeber bevorteilt.
das sind nur zwei besonders krasse punkte, die deinen vorschlag disqualifizieren. markus biedermann hat noch weitere genannt, denen ich mich im prinzip anschließen kann.
Weniger anzeigen
11.04.2012, 10:02
Inaktiver Benutzer:
Antwort zum Kommentar von Bernhard Heck (09.04.12, 15:45): "Diese aufgeregte Diskussion wird uns nicht weiterführen. Ich empfehle euch, daß ihr euch mal mit (...) Mehr anzeigenden philosophischen Grundlagen des Urheberrechtes vertraut macht, um nicht durch Konzerne und industrielle Rechteverwerter instrumentalisiert zu werden. Hier ein sehr guter Link dazu: http://aggregat7.ath.cx...ter
"
Weniger anzeigen
der Link ist super! Ich habe mal wieder einige längst vergessene Begriffe aufgefrischt und neue dazugelernt. Das tut mir auch mal gut!
Da ist auch vieles enthalten das ich ähnlich sehe. Auch wenn sich die Zeit nach Locke wenn nicht in jeder so doch (...) Mehr anzeigenin mancher Hinsicht verändert hat. Ich finde sehr gut, dass sich die im Artikel erwähnten Piraten Gedanken um die Probleme der Dritten Welt und die Ausbeutung ihrer Ressourcen machen. Und alles mal zur Abwechslung philosophisch zu betrachten. Find´ ich gut! Kompatibilität des kategorischen Imperativ mit der Marktwirtschaft zu beleuchten: Spannende Idee.
Die Urheber von Kunst ,Musik und Literatur sehe ich hier allerdings am allerwenigsten als Verursacher für Vermögens- und Machtkonzentrationen mit den bekannten Folgen.
Die Energie, die aufgewendet wird kostenlos Musik zu hören einfach mal zu bündeln und sie gegen ausufernde Waffenexporte, WirtschaftsLobbyismus in Brüssel , Spekulationen, Pharmakartelle, Steuerflucht, Klimawandel , Massentierhaltung usw zu richten würde mir stattdessen extrem reinlaufen.
Das hat alles hat mit Lizenzen und Patenten zu tun . Ich habe den Verdacht, dass man sich an solche Gegner nicht heranwagt, denn da sitzt ein richtiges Pfund.
Sich profilieren indem man auf diejenigen losgeht, die sich gesellschaftlich ohnehin schon in schwacher wenn nicht schier geächteter Position befinden ist viel einfacher.
Der Link beantwortet die Frage nicht wovon Urheber von Musik und Kunst denn leben sollen. Ich habe danach gesucht. Dann fand ich tatsächlich eine Antwort. „Stipendien, Steuernachlässe, Bezahlung für getane Arbeit (hört hört, getane „Arbeit“)) first to market und....Spenden!“. Das sind platt hingeworfene Brocken ohne Inhalt. Wenn ich mir den Inhalt dazu denke entsteht in meinem Kopf ein Bürokratiemonster.
Das werfen wir der GEMA vor, wollen es also nicht. Urheber am Tropf von Spendenbereitschaft und dem Gutdünken von Spendenwilligen. Das hat was vom Leben eines Mönches und macht extrem unfrei im künstlerischen Ausdruck.
Weniger anzeigen
11.04.2012, 12:16
Holger Schade
Antwort zum Kommentar von Daniel Nagel (09.04.12, 23:47): "Johannes: Was meinst Du damit, dass "viele von denen", also der Piratenpartei, "haufenweise Geld mit (...) Mehr anzeigendem Content anderer Leute verdienen?"
"
Weniger anzeigen
Offensichtlich bin ich altmodisch. Wenn ich etwas besitzen will, kaufe ich es oder tausche es ein. Mir ist es noch nie eingefallen, vor EDEKA zu sitzen und rumzuplärren, weil ich mir nicht soviel rausholen kann, wie ich will. Wenn ich Musik "nur mal (...) Mehr anzeigenhören" oder kennenlernen will, nutze ich Radio bzw. Streamingdienste. Hier besteht meine Gegenleistung im Ertragen der Werbung, welche wiederum die abgespielte Musik finanziert.
Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass großartige Alben von Leuten produziert werden, die Tag für Tag am Band malochen und am Samstag mal eben schnell ein Album einspielen (nachdem sie in den Wochen davor keine Zeit zum Proben und Üben hatten).
Weniger anzeigen
11.04.2012, 18:20
Holger Schade
Holger Schade (Cora Lee, Management bei CorleeMadMusic): ... was übrigens nicht gegen Freizeitmusiker sprechen soll - sie haben halt nur unendlich schlechtere Bedingungen für ihre künstlerische Entwicklung als jemand, der 40-60 Wochenstunden allein darauf verwenden kann.
11.04.2012, 18:21
rossellea
rossellea (Rossellea): Tja, das Internet ist halt ein Fluch und ein Segen zugleich...einerseits kann man viel schneller als früher seine eigene Musik einer breiten Masse darbieten. Andererseits wird der Künstler an sich oftmals gar nicht mehr richtig wahrgenommen, weil ein (...) Mehr anzeigencooler Song oder ein cooles Video schnell rumgereicht wird und oftmals nach einer Woche schon wieder in Vergessenheit gerät, weil...es gibt ja genug Nachschub!! Ich kann seinen Wutausbruch durchaus nachvollziehen, wenn auch nicht nachempfinden- wenn ich nicht noch einen ganz gewöhnlichen 'Job' hätte und auf Tantiemen/Gagen angewiesen wäre...hmmm. Außerdem kennt er halt auch noch die Prä-Internet-Musikerzeit und rechnet vielleicht die ganze Zeit nach wieviel er damals pro Klick (also Single Verkauf) verdient hätte...:-) Sollte man vielleicht lieber nicht tun!
Weniger anzeigen
23.04.2012, 19:15
Cheppo Vulpez
Cheppo Vulpez (Sänger, Gitarrist bei ECHOFUCHS): ich hab hier die diskussion nicht wirklich verfolgt, möchte aber meine meinung abgeben: einerseits find ich sven regners argumente sehr wichtig. vor allem der vergleich mit dem supermarkt und dem schokoriegel ist sehr treffend. was aber mit den bands, (...) Mehr anzeigendie die illegalen downloads sozusagen brauchen, um bekannst zu werden, obwohl sie bei der gema sind. das fängt ja hier schon auf der plattform an: radio bob, dasding-netzparade und regioactive's öffentliche audioplayer nehmen die gema-pflichtigen titel nicht an, auch bei samplern und und und ... hier zumindest sollte eine band entscheiden können, ob sie die einnahmen haben möchte oder nicht. dann beanttragt man eine freigabe oder so bei der gema und lädt diese mit dem song hoch - nur ne idee... bei den bands, die darauf bestehen, könnte es vielleicht pauschalen geben: in 10.000er-schritten bei den plays oder ähnliches.

vielleicht könnte man auch einen button einführen der sagt: der künstler hat nichts gegen einen illegalen download. kehren wir zum supermarkt zurück: draussen steht dann ein schild, "hier darf geklaut werden" oder aber "hier keine diebe erwünscht" und das sollten die downloader akzeptieren.
Weniger anzeigen
24.04.2012, 10:19
Markus Biedermann
Markus Biedermann (Redaktion, Mannheim): Hi Ro'shan. Du sprichst etwas richtiges an: Eines der Probleme ist, dass das Gema-Modell nicht wirklich flexibel ist. Es würde zum Beispiel sehr helfen, wenn der Urheber pro Werk bestimmen könnte, welche Art der Verwertung er wünscht. Zum Beispiel (...) Mehr anzeigenindem er entscheidet, "diese E.P. veröffentliche ich unter Creative Commons, das nächste Album wieder regulär." Wie wir alle wissen geht das aufgrund der GEMA-Exklusivität nicht. Bands können das nur mit Trick umgehen, z.B. indem eine Bandmitglied als Komponist/Texter auftritt, der noch nicht der Verwertungsgesellschaft beigetreten ist. | Zum Schokoriegel: Der ist weg wenn geklaut, ja, bei einer Kopie ist das ja anders. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt im juristischen Sinne, der alles an dieser Diskussion erschwert.
Weniger anzeigen
24.04.2012, 10:57
Mario Rembold
Mario Rembold (Keyboarder, Gitarrist bei Melancholodic):
Antwort zum Kommentar von Cheppo Vulpez (24.04.12, 10:19): "ich hab hier die diskussion nicht wirklich verfolgt, möchte aber meine meinung abgeben: einerseits (...) Mehr anzeigenfind ich sven regners argumente sehr wichtig. vor allem der vergleich mit dem supermarkt und dem schokoriegel ist sehr treffend. was aber mit den bands, die die illegalen downloads sozusagen brauchen, um bekannst zu werden, obwohl sie bei der gema sind. das fängt ja hier schon auf der plattform an: radio bob, dasding-netzparade und regioactive's öffentliche audioplayer nehmen die gema-pflichtigen titel nicht an, auch bei samplern und und und ... hier zumindest sollte eine band entscheiden können, ob sie die einnahmen haben möchte oder nicht. dann beanttragt man eine freigabe oder so bei der gema und lädt diese mit dem song hoch - nur ne idee... bei den bands, die darauf bestehen, könnte es vielleicht pauschalen geben: in 10.000er-schritten bei den plays oder ähnliches.

vielleicht könnte man auch einen button einführen der sagt: der künstler hat nichts gegen einen illegalen download. kehren wir zum supermarkt zurück: draussen steht dann ein schild, "hier darf geklaut werden" oder aber "hier keine diebe erwünscht" und das sollten die downloader akzeptieren."
Weniger anzeigen
Das finde ich einen sehr guten Einwurf! Die deutsche Rechtsprechung rund um das Urheberrecht geht ja davon aus, dass ein Komponist, der Geld verdienen will, GEMA-Mitglied wird. Nur der GEMA gegenüber sind Veranstalter und große Radiosender auskunftspflichtig, (...) Mehr anzeigenund sie würden wohl kaum Material spielen, das nicht GEMA-pflichtig ist (was ja zur Folge hätte, dass sie mit den Urhebern jeweils einzelne Lizenzverträge aushandeln müssten). Wenn man als Komponist aber praktisch gezwungen ist, GEMA-Mitglied zu werden, legt die GEMA gerade denen, die nicht ganz oben schwimmen (also den allermeisten Komponisten) Steine in den Weg, indem sie kostenlose Streams verbietet, selbst wenn der Komponist das ausdrücklich wünscht! Und das kann und darf nicht sein! Genau hier muss der Gesetzgeber (der der GEMA ja eine monoplolistische Rolle zuweist) eingreifen und dafür sorgen, dass wirklich die INTERESSEN DES KOMPONISTEN gewahrt bleiben, der GEMA-Mitglied werden muss. Dazu gehört mitunter eben auch Eigenwerbung und kostenlose Streams. Aber nicht im Wild-West-Stil, sondern mit einverständnis der Urheber! Logistisch wäre das im 21. Jahrhundert sicher ohne großen Verwaltungsaufwand machbar, indem der Komponist einen elektronischen Account bei der GEMA hätte und dort Freigabelisten bestimmter Anbieter verwalten kann, von denen nicht abgerechnet wird. Da die GEMA aber noch im Grammophonzeitalter feststeckt, wird sie von selbst nicht handeln. Das ist tragisch für die Künstler.
Weniger anzeigen
24.04.2012, 11:02
Cheppo Vulpez
Cheppo Vulpez (Sänger, Gitarrist bei ECHOFUCHS): ich denk auch, dass endlich der Gesetzesgeber eingreifen muss und mit Gesetzen, die zeitlich beschränkt sind, damit sie immer wieder neu hinterfragt und geändert werden können. Die Zyklen der technischen Erneuerung haben sich so immens verkürzt, (...) Mehr anzeigendass man in Zukunft flexibler sein sollte - die sollten dann auch in brüssel gemacht werden, damit es grenzüberschreitend ähnlich abläuft.
Weniger anzeigen
24.04.2012, 11:50
Cheppo Vulpez
Cheppo Vulpez (Sänger, Gitarrist bei ECHOFUCHS):
Antwort zum Kommentar von Markus Biedermann (24.04.12, 10:57): "Hi Ro'shan. Du sprichst etwas richtiges an: Eines der Probleme ist, dass das Gema-Modell nicht wirklich (...) Mehr anzeigenflexibel ist. Es würde zum Beispiel sehr helfen, wenn der Urheber pro Werk bestimmen könnte, welche Art der Verwertung er wünscht. Zum Beispiel indem er entscheidet, "diese E.P. veröffentliche ich unter Creative Commons, das nächste Album wieder regulär." Wie wir alle wissen geht das aufgrund der GEMA-Exklusivität nicht. Bands können das nur mit Trick umgehen, z.B. indem eine Bandmitglied als Komponist/Texter auftritt, der noch nicht der Verwertungsgesellschaft beigetreten ist. | Zum Schokoriegel: Der ist weg wenn geklaut, ja, bei einer Kopie ist das ja anders. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt im juristischen Sinne, der alles an dieser Diskussion erschwert.
"
Weniger anzeigen
ja das wäre sehr gut mit den creative common-lizenzen, die sollten unbdingt als otion zur verfügung stehen! ja klar vom schokoriegel kann man leider keine kopie erstellen ;( nur ich denke auch wie auch glaube ich viele vorredner, dass sowohl die gesetzesgeber (...) Mehr anzeigenran müssen, aber auch appelle an die downloader gerichtet werden sollten - kopie hin oder her - aber an diesem punkt scheitert natürlich vieles, leider!
Weniger anzeigen
24.04.2012, 11:54
Benjamin Frick
Benjamin Frick (Sänger, Gitarrist bei Chemical Taste): Ich finde es total witzig was GEMA und Youtube für einen Kostenaufwand betrieben haben, wegen Ursprünglich 12 lächerlicher Songs. Youtube hat extra ein Programm (IT-Content) geschrieben welches dem deutschen User den Zugriff auf Songs untersagt. Die (...) Mehr anzeigenGEMA hat Anwälte und "Fachleute" antanzen lassen. Diese Energie, dieser finanzielle Aufwand wegen Urspünglich 12 Songs? Ging es dabei um die Künstler? NEIN. Haben diese Firmen eine konstruktive Einigung erbracht? NEIN. Hat der User leichteren Zugang zum legalen Downloaden? NEIN. Es hat nix gebracht, außer das die User auf die Musikindustrie schimpfen, die Musiker auf Ihre Fans, Plattenfirmen auf die GEMA schimpfen, Google auf den Deutschen Markt schimpft. Der Künstler wird immer noch Bestohlen. Die GEMA geht in die Opferrolle, Google und Plattenfirmen sind sauer auf den 3. größten Musikmarkt der Welt. Der User klaut immer noch Sound aus dem I-Net. HMMMM Und der Künstler der bei der Gema unter Vertrag steht hat diesen Mist bezahlt. Anstatt miteinander sich neue Systeme Auszudenken die den Leuten nutzten könnten, schalten diese Firmen wie kleine Kinder auf stur und wollen den Lolli gar nicht abgeben.
Weniger anzeigen
24.04.2012, 14:36
Holger Schade
Holger Schade (Cora Lee, Management bei CorleeMadMusic): Das diese willkürlich ausgwählten Musiktitel nur Präzedenzfälle darstellen, ist doch wohl klar. Und eine Einigung kann m.E. von einem Gerichtsurteil nicht unbedingt erwartet werden, wohl aber eine rechtliche Klarstellung: Google kann mit dem Material (...) Mehr anzeigenvon Urhebern nicht einfach kostenlos machen, was es will. Sogar ein Newcomer am Markt wie Spotify bezahlt (wenn auch geringe) Lizenzbeträge. Und der Platzhirsch meint, das nicht tun zu müssen.
Weniger anzeigen
24.04.2012, 17:08
Daniel Nagel
Daniel Nagel (Chefredaktion): @Benjamin: Ich habe übrigens einen Artikel zum Urteil des LG Hamburg auf dieser Seite geschrieben, der einige von Dir aufgeworfene Fragen sicherlich beantworten sollte. Natürlich war das ein Musterprozess, es ging nicht um diese 12 Titel (oder auch (...) Mehr anzeigendaraum, dass Youtube sie löscht), es ging, wie Holger Schade schreibt um die Lizenzbeträge und die stockenden Verhandlungen, die GEMA und Youtube führen.
Weniger anzeigen
24.04.2012, 17:42
Bernhard Heck
Antwort zum Kommentar von Benjamin Frick (24.04.12, 14:36): "Ich finde es total witzig was GEMA und Youtube für einen Kostenaufwand betrieben haben, wegen Ursprünglich (...) Mehr anzeigen12 lächerlicher Songs. Youtube hat extra ein Programm (IT-Content) geschrieben welches dem deutschen User den Zugriff auf Songs untersagt. Die GEMA hat Anwälte und "Fachleute" antanzen lassen. Diese Energie, dieser finanzielle Aufwand wegen Urspünglich 12 Songs? Ging es dabei um die Künstler? NEIN. Haben diese Firmen eine konstruktive Einigung erbracht? NEIN. Hat der User leichteren Zugang zum legalen Downloaden? NEIN. Es hat nix gebracht, außer das die User auf die Musikindustrie schimpfen, die Musiker auf Ihre Fans, Plattenfirmen auf die GEMA schimpfen, Google auf den Deutschen Markt schimpft. Der Künstler wird immer noch Bestohlen. Die GEMA geht in die Opferrolle, Google und Plattenfirmen sind sauer auf den 3. größten Musikmarkt der Welt. Der User klaut immer noch Sound aus dem I-Net. HMMMM Und der Künstler der bei der Gema unter Vertrag steht hat diesen Mist bezahlt. Anstatt miteinander sich neue Systeme Auszudenken die den Leuten nutzten könnten, schalten diese Firmen wie kleine Kinder auf stur und wollen den Lolli gar nicht abgeben.
"
Weniger anzeigen
das finde ich sehr gut beschrieben. Kompliment. Kann Dir nur beistimmen. Und es kommt noch schlimmer. Die GEMA, bei der ich Mitglied bin, will nächstes Jahr die Tantiemen für Live-Musik bei den Veranstaltern erhöhen. Teilweise um mehrere 100%. Das (...) Mehr anzeigenwäre das aus für den 3. größten Musikmarkt der Welt. Ich müßte dann wohl irgend einen Job annehmen. Und ich könnte noch nicht mal aus diesem "Verein" austreten. Denn der Vertrag bindet ganze 6 Jahre.
Weniger anzeigen
24.04.2012, 18:19
Markus Biedermann
Markus Biedermann (Redaktion, Mannheim): schau mal hier Bernhard, dazu haben wir auch einen Artikel online: http://backstagepro....ibern
24.04.2012, 19:12
Holger Schade
Holger Schade (Cora Lee, Management bei CorleeMadMusic): Ich wüsste nicht, warum ich Mitleid mit Diskothekenbetreibern haben sollte, die im Allgemeinen überhaupt kein Verhältnis zum Wert von Musik haben.
25.04.2012, 08:08
Udo Münchow
Udo Münchow (Producer bei The Violen(t) Vocation(s), BLACK I.P STUDIO): Wer möchte kann sich gerne hier zu dieser Gruppe hinzufügen Thema Gema 2013 !! www.facebook.com...s/gema2013 mit besten Grüßen :)
26.04.2012, 12:16
Sören Wahne
Antwort zum Kommentar von Daniel Nagel (31.03.12, 19:19): "Ihre Hoffnung erscheint mir unrealistisch zu sein. Sie mag auf ältere Menschen durchaus zutreffen (...) Mehr anzeigen(auf mich auf jeden Fall), aber gerade jüngere, die "gelernt" haben, dass Musik nichts kostet, weil man sie aus dem Internet herunterladen oder bei Youtube ansehen kann, haben da vermutlich eine andere Haltung. Da stimme ich Tom Hartmann und vielen anderen hier vollkommen zu, die geschrieben haben, dass die durch Klicks bei Youtube oder Streaming erzielten Einnahmen wenigstens teilweise beim Künstler ankommen. Das aber ist ja genau die Schwierigkeit.
"
Weniger anzeigen
Dieses Bewusstsein habe ich nie gehabt auch wenn ich erst 21 bin. und für mich und viele unserer fans ist es selbstverständlich dass man die band die man gut findet unterstützt indem man sich ein album oder Merch kauft. ich weiß nicht woran es liegt (...) Mehr anzeigendass angeblich so viele bands damit probleme haben. Vielleicht liegts ja auch ein bisschen am genre ich weiß es aber nicht. was ich weiß ist, dass eine Band ihr letztes Album auf ihrer Seite digital zur verfügung gestellt hat und trotzdem war es das erfolgreichste ihrer alben und es ist als erstes Album von denen in den top 100 der deutschen albumcharts gelandet. ich glaube das ganze Problem wird einfach dramatisiert und eigendlich ist es garkein problem. die gema nehm ich eh nicht mehr ernst seit dem sie diese unmöglichen Preistarife für Clubbesitzer versucht durchzusetzen.
Weniger anzeigen
09.07.2012, 15:06

Registriere dich, um einen Kommentar zu schreiben