musikvertrieb online

Eure Meinung: Sind Spotify und Co. das Hartz IV unter den Vergütungsmodellen?

Artikel veröffentlicht von Dirk Brünner | 06.03.2012, 16:00

Eure Meinung: Sind Spotify und Co. das Hartz IV unter den Vergütungsmodellen?

Die Spotify-Gründer Daniel Ek & Martin Lorentzon,

Mitte März startet voraussichtlich der Musik-Streaming-Service Spotify in Deutschland. Wie bei vergleichbaren Streamingdiensten wird dem Konsumenten für eine monatliche Pauschale der Zugang zu Millionen Songs ermöglicht, auf die er je nach Tarif auch auf allen mobilen Endgeräten unbegrenzt zugreifen kann. Wir werfen einen Blick auf diese Modelle und fragen euch, was ihr davon haltet.

Nach langen erfolglosen Gesprächen mit der GEMA wird es neben Simfy, Rdio und Napster mit Spotify nun doch noch einen weiteren Anbieter in diesem Segment in Deutschland geben. Die Tatsache, dass man theoretisch keine Musik mehr kaufen muss, sondern über eine Flatrate alle denkbaren Titel auch unterwegs über individuell erstellbare Playlists hören kann, wirft die Frage auf, was dieses Geschäftsmodell dem Musiker bringt. Um diese Frage zu klären, möchten wir zunächst die Wertschöpfungskette in diesem System durchleuchten.

Das Angebot der Streaming-Dienste speist sich aus allen möglichen Titeln, für die Lizenzen erworben wurden. Der Erwerb dieser Lizenzen kann entweder direkt über Verhandlungen mit den Labels erfolgen oder über Verträge mit so genannten "Content Aggregatoren" (finetunes, The Orchard, zebralution), die über den Weg der Online-Distribution die Rechte von Labels, Künstlern oder diversen Band-Aggregatoren innehaben. Sind die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Kosten für die Zurverfügungstellung der Inhalte bzw. Songs geklärt, gilt es zudem noch die Verwertungsrechte zu regeln, wozu ein Rahmenvertrag mit der GEMA unumgänglich ist.

Screenshot simfy.de

Sind all diese Faktoren geklärt, kann der Streaming-Anbieter unter Berücksichtigung seiner eigenen Kosten (Server, Streaming, Marketing, Personal etc.) seine Produkte gestalten. Hierbei kristallisieren sich aktuell zwei Tarife heraus. Bereits für ca. 5 Euro pro Monat erhält der Kunde einen unbegrenzten werbefreien Zugang zu 13 Mio. Songs. Für ca. 10 Euro gibt es zudem noch einen Offline-Modus, also einen Zugriff auf seine Playlists ohne Internetverbindung sowie mobile Anwendungen (Apps), um unterwegs nicht auf sein Hörerlebnis verzichten zu müssen.

Alleine das bloße Betrachten dieser Tarife lässt erahnen, dass ein Musiker bzw. Urheber hierüber nicht reich werden kann. Diese Vermutung belegen auch aktuelle Meldungen. On3-Radio warf vor kurzem einen Blick auf die Verkaufserlöse der Berliner Band Bodi Bill, die im vergangenen Jahr viele Erfolge verzeichnen konnte und deren letzte Tour meist in ausverkauften Hallen stattfand. Die Einnahmen bewegten sich in einem mehr als überschaubaren Rahmen: Mit 5300 Streams im November 2011 über Simfy verdienten die Berliner ganze 6,20 Euro. Wer nun denkt, dieses Phänomen beziehe sich nur auf nationale Acts oder Newcomer, der liegt falsch. Selbst Lady Gaga scheint über Streaming-Angebote nicht wirklich nennenswerte Umsätze zu verzeichnen. Laut Informationen des Independent (April 2010) verdiente die Popdiva mit 1 Mio. Streams des Songs Pokerface innerhalb eines Jahres sage und schreibe 108 Pfund (129 Euro), also 0,000129 Euro pro Stream.

on3 schaute bei Bodi Bill in die Geldbörse

Wenn man nun in Betracht zieht, was eine Produktion kostet und wieviel Zeit diese in Anspruch nimmt, wird einem Künstler sicher schwarz vor Augen, wenn er sich ausrechnet, wie lange es dauert bis er diesen Aufwand bzw. die Kosten alleine über Streaming-Angebote wieder eingespielt hat. Nicht umsonst spricht On3 Radio vom "Hartz IV unter den Vergütungsmodellen" im Internet.

Vertriebsplattformen wie z.B. iTunes, Musicload oder Amazon versprechen über so genannte "A-la-Carte-Downloads" (individuelle kostenpflichtige Downloadmöglichkeit von einzelnen Songs) wesentlich mehr Erlöse für den Künstler (bis zu 50 Cent pro heruntergeladenem Song). Wären Streamingplattformen lediglich eine Art Serviceerweiterung, die Fans und Musikliebhaber zum Kauf der Musik über andere Kanäle animiert, könnte man über das magere Erlösmodell eventuell noch hinwegsehen. Studien belegen jedoch, dass der permanente Zugriff auf das enorme Repertoire eher eine hemmende Wirkung auf das Kaufverhalten der User über andere Kanäle hat. Diese nicht wirklich überraschende Erkenntnis veranlasste Ende 2011 über 200 Indielabels, das Songmaterial ihrer Künstler aus dem Angebot von Spotify, Napster, Simfy und Rdio entfernen zu lassen.

Spotify reagierte auf diese Entscheidung mit einer Stellungnahme, in der auf die Wachstumsphase eines noch jungen Geschäftsmodells hingewiesen wird, das mit einer zunehmenden Userzahl in naher Zukunft für alle Beteiligten beträchtliche Einnahmen generieren werde. Die Betreiber müssen sich trotz dieser sehr optimistischen Prognose die Frage gefallen lassen, ob deren Businessplan nicht zu einem Großteil auf den mageren Erlösen der Musiker beruht. Ebenso ist der langfristige Kannibalisierungseffekt in Richtung klassischer Vertriebskanäle nicht absehbar. Selbst wenn die Vorhersage der Spotify-Betreiber zutreffen sollte und Musiker zukünftig halbwegs akzeptable Erlöse über deren Angebot erzielen, muss genau analysiert werden, welchen Effekt dieses mögliche Wachstum auf andere Vertriebskanäle hat.

Der Leitspruch beim Anbieter RDIO: "So viel Musik wie du willst. Wo immer du bist."

Ein weiteres Argument mit dem Streaming-Plattform-Anbieter gerne ihre Daseinsberechtigung unterstreichen, ist die angebliche Verringerung illegaler Downloads. Da die angesprochene Zielgruppe vorwiegend aus jungen bzw. jugendlichen Musikkonsumenten bestehe, so die Betreiber, wirke sich eine zunehmende Akzeptanz von Streaming-Angeboten reduzierend auf Filesharing und illegale Downloads aus. Nachhaltige Belege liegen uns hierzu noch nicht vor. Vielmehr ergibt sich aus der jüngsten "Studie zur Digitalen Content-Nutzung (DCN)", dass 2010 mehr Songs illegal heruntergeladen wurden als in allen Jahren davor (angeblich 900 Millionen Titel – alleine in Deutschland).

Es bleibt demnach abzuwarten inwieweit sich eine Wechselwirkung in den kommenden Jahren evtl. doch noch zugunsten des legalen Musikvertriebs einstellt. Ob ein Preismodell von 5 Euro/Monat mit Zugriff auf 13 Mio. Songs dazu führt, dass Musik beim Konsumenten, wie von der Industrie seit Jahren gefordert, auch im Internet mehr Wertschätzung erfährt, darf aber bezweifelt werden.

Manche Musiker werden sich in diesem Zusammenhang sicher auch die Frage stellen, womit sie eher leben können: Mit der Tatsache, dass jugendliche "illegal" deren Musik tauschen oder mit der Erkenntnis, dass Unternehmer mit deren Werken Profit generieren, während sie selbst einen verhältnismäßig geringen Betrag erhalten. Dieser ist unseren Abrechnungen zufolge zudem noch von Land zu Land stark divergierend. Während ein in Frankreich über Spotify gestreamter Song 0,0000121 Euro für den Künstler abwirft, erhält er in Finnland beim selben Streaming-Service 0,0088 Euro – also das 727-fache. Wie sich diese Spanne betriebswirtschaftlich rechtfertigen lässt, konnten wir bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht in Erfahrung bringen. Wir bleiben dran!

Nun ist jedoch erstmal eure Meinung gefragt:

Über Backstage PRO bieten wir Bands und Musikern die Möglichkeit ihre Musik weltweit in über 400 Shops und Downloadportalen zu vertreiben. Optional auch über die hier angesprochenen Streaming-Anbieter. Wir würden gerne von euch wissen, wie ihr zu diesen Geschäftsmodellen (Spotify, Simfy und Co.) steht. Schreibt uns eure Meinung. Wir freuen uns über einen regen Diskurs.

130 Kommentare vorhanden - Vorherige Kommentare zeigen

Holger Schade
Holger Schade (Cora Lee, Management bei CorleeMadMusic): Tja, ein Vertrieb macht keine Promo, das ist Aufgabe des Labels. Einen Direktvertrag mit einem der ganz großen Shops wie iTunes oder Musicload abzuschließen, wird einem kleinen Label nicht gelingen. Dazu werden die content aggregators gebraucht, die (...) Mehr anzeigenmitunter auch gleich die GEMA-Abwicklung miterledigen.
Da die Großen der Branche auch den Endpreise bestimmen, meist zwischen 0,49 und 1,49 EUR/Song, ist der Erlös "hintenraus" auch schwankend. Mehr als 0,40 Cent werden es selten sein.
Weniger anzeigen
16.03.2012, 09:52
Holger Schade
Holger Schade (Cora Lee, Management bei CorleeMadMusic):
Antwort zum Kommentar von Dorothea Breil (14.03.12, 16:48): "Live Spielen und die CDs dort an das interessierte Publikum zu verkaufen ist die Lösung, glaube ich (...) Mehr anzeigenund eine Gegenbewegung gegen die "Internevertrashung". Eine weitere Lösung ist: Versuchen, im Radio zu gespielt zu werden, das wird sehr gut bezahlt von der GEMA. - Letztlich wird der wahre Fan das frisch gedruckte Booklet in den Händen halten wollen, das ist durch kein unterkühltes virtuelles Medium zu ersetzen."
Weniger anzeigen
Dabei ist darauf zu achten, dass man sich beim "Anbaggern" der Radiosender zuerst mal an die großen, relevanten Stationen wendet. Von der GEMA wird nur eine Handvoll Radiosender als Anhaltspunkt für die Verteilung von Lizenzeinnahmen angesehen. Dazu (...) Mehr anzeigengehören die öffentlich-rechtlichen und einige wenige große andere Sender wie Energy. Spartensender wie z.B. Star.FM sind da schon nicht mehr drin.
Weniger anzeigen
16.03.2012, 09:57
Dirk Brünner
Dirk Brünner (Geschäftsleitung, Marketing, PR): Korrektur: kann sein, dass die 0,57 Euro noch MwSt enthalten. Die muss man dann noch rausrechnen. Für die Band landet man dann aber trotzdem bei ca.0,45 Euro. Und da iTunes den Markt dominiert, ist das eigentlich kein schlechter Schnitt. Labels, die (...) Mehr anzeigenVetriebsmarketing machen schütten gerne mal nur 0,2 Euro aus. Ob sich das für den Künstler rechnet, muss jeder selber ausrechnen. Wir sprechen hier halt grundsätzlich über Business. Der zwackt sich logischerweise jeder was für seine Dienstleistung ab. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er diese in Anspruch nehmen will. Auf jeden Fall läuft das alles transparent ab. Kein doppelter Boden ; )
Weniger anzeigen
16.03.2012, 10:04
Inaktiver Benutzer:
Antwort zum Kommentar von Dirk Brünner (16.03.12, 09:49): "Also Amir: hier mal komplett aktuelle Zahlen / Infos. Wir erhalten von finetunes eine Abrechnung. Da (...) Mehr anzeigensteht dann z. B. 0,57 Euro für "Track XY" über iTunes. Abzgl. 15% erhält dann der Musiker / die Band 0,48 Euro zzgl. MwSt. Ich werde jetzt nicht jeden Shop auflisten. Da diese Schwankungen mit uns nichts zu tun haben und wir und andere darauf keinen Einfluss haben. Ebensowenig wie auf die Ausschüttung der Streaming-Dienste. Natürlich ist man für Promo selber zuständig. Viele Bands bei uns im Vertrieb scheinen das auch zu können. Zumindest zeigen das die Ausschüttungen. Die Frage bzgl. deines Labels musst du dir selber beantworten."
Weniger anzeigen
aber Dirk, Du sagst es doch selber, Du hast keinen Einfluss, und mein Label, wie gesagt ehrlich, das erste in D was mit reinem Internet-Download angefangen hat, da sich CD´s im niedrigen Bereich, und das sind nun mal Independent-Musiker, also 1000er- (...) Mehr anzeigenAuflagen, nicht mehr lohnen, hat Verträge mit allen großen Internet-Anbietern wie amazon etc.
Weniger anzeigen
16.03.2012, 10:05
Inaktiver Benutzer:
Antwort zum Kommentar von Dirk Brünner (16.03.12, 10:04): "Korrektur: kann sein, dass die 0,57 Euro noch MwSt enthalten. Die muss man dann noch rausrechnen. Für (...) Mehr anzeigendie Band landet man dann aber trotzdem bei ca.0,45 Euro. Und da iTunes den Markt dominiert, ist das eigentlich kein schlechter Schnitt. Labels, die Vetriebsmarketing machen schütten gerne mal nur 0,2 Euro aus. Ob sich das für den Künstler rechnet, muss jeder selber ausrechnen. Wir sprechen hier halt grundsätzlich über Business. Der zwackt sich logischerweise jeder was für seine Dienstleistung ab. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er diese in Anspruch nehmen will. Auf jeden Fall läuft das alles transparent ab. Kein doppelter Boden ; )"
Weniger anzeigen
schau hier rein, das sind meine Quasi-CD´s bei amazon, von Fuego eingestellt: www.amazon.de...002YSNRI8/ref=sr_shvl_album_1?ie=UTF8&qid=1313949538&sr=301-1
16.03.2012, 10:07
Dirk Brünner
Dirk Brünner (Geschäftsleitung, Marketing, PR): und was willst du mir nun damit sagen?
16.03.2012, 10:10
Inaktiver Benutzer: das kleine Labels durchaus Verträge mit den großen A
nbietern abschließen können. Und ansonsten hab ich doch klar gesprochen, wie gesagt, ich habe keine Probleme damit, irgendjemandem meine persönlichen Statistiken zu zeigen.
16.03.2012, 10:17
Dirk Brünner
Dirk Brünner (Geschäftsleitung, Marketing, PR): Hi Amir, diese Diskussion kann recht schnell zu sehr ins Detail gehen und vom eigentlichen Kontext abschweifen. Hier geht es ja um Streamingdienste. Ich kann dich hier nicht grundsätzlich in Sachen Online-Musikvertrieb beraten. So wie ich das aktuell (...) Mehr anzeigensehe, hast du keine direkten Verträge mit Amazon und co. Dein Vertrieb läuft über Fuego, die wahrscheinlich wiederum mit einem Content Aggregatoren arbeiten, der final dann eine Vertragsbindung mit den großen Shops hat. Die großen Shops arbeiten meines Wissens nach im Bereich der digitalen Distribution (also Musik-Download) nicht direkt mit kleinen Labels oder Künstlern. Der Weg geht in der Regel immer über einen so genannten Content Aggregatoren wie z. B. finetunes, The Orchard, Kontornewmedia etc. Diese Aggregatoren sind dann für die Konvertierung der Dateien in die jeweiligen Formate und die Belieferung der Shops / Streamingdienste verantwortlich. Ebenso für die Abrechungen etc. Aus diesen Abrechnungen gehen alle Infos hervor: welcher Künstler hat in welchen Shop in welchem Land welchen Song verkauft und wieviel dabei verdient. Da viele Shops unterschiedliche Geschäftsmodelle haben und nicht immer denselben Preis verlangen, ist die Ausschüttung eben von Shop zu Shop unterschiedlich. Das führt dann dazu, dass der Künstler über den Verkauf bei iTunes inkl. MwSt. ca. 50 Cent verdient und über Amazon etwas über 40 Cent. So ist das nun mal. Vielmehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Wie schon erwähnt: bei uns kann jeder Künstler selbst entscheiden über welchen Shop / Streamingdienst er seine Musik anbieten. Wir finden das fair und transparent.
Weniger anzeigen
17.03.2012, 19:56
Inaktiver Benutzer: am wichtigsten für mich sind die Texte und die Musik , also das was aus mir raus muss. Die Texte wollen geschrieben werden, für die Instrumentierung muss ich üben. Dann Aufnehmen! Das alles kostet mich Zeit zumal ich mit meinem nichtkommerziellen (...) Mehr anzeigenZeug kein Geld verdiene und konventionell arbeiten muss. Ich kann mich nicht um Promo kümmern, das lässt meine Zeit gar nicht zu. Dh. ich brauche eine oder einen, der das macht, ganz konservativ.
Und wenn ich die oder denjenigen nicht habe, dann nutzen mir die ganzen Onlineshops nichts weil es schlicht und ergreifend niemanden interessiert was ich da so reinstelle. Will heißen, entweder ich begeistere mit meinem Zeug jemanden, der das richtig boostet oder es verschwindet im großen Ozean der Anonymität. Ist ärgerlich aber zweitrangig weil ich es so oder so weiter machen werde solange ich es kann. Ob das dann einer als Hobby oder Semi oder Professionell bezeichnet bleibt dem Einzelnen überlassen.
Eines aber werde ich jedoch ganz sicher niemals tun: Mein Zeug zu den Bedingungen eines Streamingdienstes wie Spotify verramschen.
Das tut weh!
Für mich völlig indiskutabel!
Weniger anzeigen
18.03.2012, 12:48
Inaktiver Benutzer:
Antwort zum Kommentar von Dirk Brünner (17.03.12, 19:56): "Hi Amir, diese Diskussion kann recht schnell zu sehr ins Detail gehen und vom eigentlichen Kontext (...) Mehr anzeigenabschweifen. Hier geht es ja um Streamingdienste. Ich kann dich hier nicht grundsätzlich in Sachen Online-Musikvertrieb beraten. So wie ich das aktuell sehe, hast du keine direkten Verträge mit Amazon und co. Dein Vertrieb läuft über Fuego, die wahrscheinlich wiederum mit einem Content Aggregatoren arbeiten, der final dann eine Vertragsbindung mit den großen Shops hat. Die großen Shops arbeiten meines Wissens nach im Bereich der digitalen Distribution (also Musik-Download) nicht direkt mit kleinen Labels oder Künstlern. Der Weg geht in der Regel immer über einen so genannten Content Aggregatoren wie z. B. finetunes, The Orchard, Kontornewmedia etc. Diese Aggregatoren sind dann für die Konvertierung der Dateien in die jeweiligen Formate und die Belieferung der Shops / Streamingdienste verantwortlich. Ebenso für die Abrechungen etc. Aus diesen Abrechnungen gehen alle Infos hervor: welcher Künstler hat in welchen Shop in welchem Land welchen Song verkauft und wieviel dabei verdient. Da viele Shops unterschiedliche Geschäftsmodelle haben und nicht immer denselben Preis verlangen, ist die Ausschüttung eben von Shop zu Shop unterschiedlich. Das führt dann dazu, dass der Künstler über den Verkauf bei iTunes inkl. MwSt. ca. 50 Cent verdient und über Amazon etwas über 40 Cent. So ist das nun mal. Vielmehr gibt es dazu auch nicht zu sagen. Wie schon erwähnt: bei uns kann jeder Künstler selbst entscheiden über welchen Shop / Streamingdienst er seine Musik anbieten. Wir finden das fair und transparent."
Weniger anzeigen
alles klar!!
19.03.2012, 11:02
Inaktiver Benutzer:
Antwort zum Kommentar von Mandy Schneider (12.03.12, 17:17): "@regioactive: hm es lohnt sich durchaus mal eurer distributionsmodell transparent vorzustellen - vielleicht (...) Mehr anzeigenmit einverständnis einer band die diesen service von euch bereits genutzt haben. sobald man halt aussagekräftige zahlen vorliegen hat. scheint eine gute alternative zu sein...."
Weniger anzeigen
Mandy sag mir unbedingt bescheid falls sich irgendjemand darauf einläßt, etwas zu zeigen. Aber wenn du die butterweichen Diskussionen hier anguckst wird das sicher nie der Fall sein, schließlich wollen die was verkaufen, und das geht eben nach wie (...) Mehr anzeigenvor nur indem die Musiker möglichst garnichts erhalten. Alleine schon mit dem Einstellen von Songs tust du BackstagePro ja den Gefallen, sie umsonst samt Rechten in ihre Hände zu geben.
Weniger anzeigen
19.03.2012, 11:25
Dirk Brünner
Dirk Brünner (Geschäftsleitung, Marketing, PR):
Antwort zum Kommentar von Inaktiver Benutzer (19.03.12, 11:25): "Mandy sag mir unbedingt bescheid falls sich irgendjemand darauf einläßt, etwas zu zeigen. Aber wenn (...) Mehr anzeigendu die butterweichen Diskussionen hier anguckst wird das sicher nie der Fall sein, schließlich wollen die was verkaufen, und das geht eben nach wie vor nur indem die Musiker möglichst garnichts erhalten. Alleine schon mit dem Einstellen von Songs tust du BackstagePro ja den Gefallen, sie umsonst samt Rechten in ihre Hände zu geben."
Weniger anzeigen
Amir, könntest du bitte mit diesen Unterstellungen aufhören? von uns kann jeder jede Info bzgl. des Vertriebs erhalten. Wenn man sich mit unseren Unterlagen und meinen hier vermittelten Infos beschäftigt und halbwegs versteht, wie der digitale Vertrieb (...) Mehr anzeigenfunktioniert, dann ist das nicht butterweichweich sondern messerscharf. Wieviel Beispielrechnungen benötigst du bzw. was ist denn deiner Meinung nach immer noch "butterweich"? Was um alles in der Welt soll ich dir noch zeigen? Ich finde das Beispiel iTunes / Amazon (hierüber läuft ein Großteil der Verkäufe) zeigt sehr wohl, wie das über uns funktioniert. Wenn du uns als Rechtehaie darstellst entspricht das nicht der Wahrheit. Schon alleine unsere Kündigungsklausel sollte jedem positiv auffallen.
Weniger anzeigen
19.03.2012, 11:49
Bernard  Duensing
Bernard Duensing (Gitarrist bei The Tideline, Geschäftsführer / Inhaber bei Oceanic Rock Records): Weitere Details wären interessant. Wieviel der Einnahmen behält Spotify ein?
20.03.2012, 10:46
Markus Biedermann
Markus Biedermann (Redaktion, Mannheim): Zwischenruf: Mehr mit dem Blick eines beobachtenden Konsumenten/Musikliebhabers, hier ein Kommentar unseres regioactive.de-Autors Daniel Nagel: www.regioactive.de...ion.html (...) Mehr anzeigen
Weniger anzeigen
20.03.2012, 13:41
Inaktiver Benutzer:
Antwort zum Kommentar von Markus Biedermann (20.03.12, 13:41): "Zwischenruf: Mehr mit dem Blick eines beobachtenden Konsumenten/Musikliebhabers, hier ein Kommentar (...) Mehr anzeigenunseres regioactive.de-Autors Daniel Nagel: www.regioactive.de...ion.html"
Weniger anzeigen
ganz grundsätzlich graust es mir vor dem Gedanken, dass alles was technisch möglich hat auch gemacht wird
dass andere Länder anderes herangehen… empfinde ich nicht als stichhaltiges Argument. Ich kenne das umgekehrt aus der Atomdebatte.
„Folgender (...) Mehr anzeigenSatz“ „Daher ist auf jeden Fall zu begrüßen, dass simfy die gespielten Künstler überhaupt entlohnt"
Sagt sehr viel aus über die gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber Musik aus. Das ist das Prinzip Praktikum.

Diesen Satz „..nämlich Musik über das Internet zu einem fairen Preis anzuhören“
kann ich nur unterstützen. Jedoch finde ich das “faire Moment“ gegenüber den Musikschaffenden im der Diskussion zu Grunde liegenden Artikel nicht. Vom einen Extrem ins andere. Diese Diskussion ist ein Politikum und reicht weit über Grenzen der Musikbranche hinaus. Immer öfter höre ich „Jede Arbeit ist besser als gar keine Arbeit, egal zu welchem Lohn“.
Für mich ist das auf Seiten der Nutznießer blanke Ideologie und Selbstausbeutung der Leistungserbringer.
Solange quasi Arbeitszwang herrscht, für alles Geld verlangt wird und ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht in Sicht ist, kann ich nicht sehen warum ausgerechnet eine Leistung, die nicht nur erbracht sondern auch ausdrücklich erwünscht wird aus Gründen des technischen Fortschrittes keine pekuniäre Anerkennung erfahren sollte. Absurd.
Weniger anzeigen
20.03.2012, 15:51
Hans-Rainer Mayer
Hans-Rainer Mayer (Hoigada - Rock & Pop auf Schwäbisch, Klang & Bilder):
Antwort zum Kommentar von Inaktiver Benutzer (20.03.12, 15:51): "ganz grundsätzlich graust es mir vor dem Gedanken, dass alles was technisch möglich hat auch gemacht (...) Mehr anzeigenwird
dass andere Länder anderes herangehen… empfinde ich nicht als stichhaltiges Argument. Ich kenne das umgekehrt aus der Atomdebatte.
„Folgender Satz“ „Daher ist auf jeden Fall zu begrüßen, dass simfy die gespielten Künstler überhaupt entlohnt"
Sagt sehr viel aus über die gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber Musik aus. Das ist das Prinzip Praktikum.

Diesen Satz „..nämlich Musik über das Internet zu einem fairen Preis anzuhören“
kann ich nur unterstützen. Jedoch finde ich das “faire Moment“ gegenüber den Musikschaffenden im der Diskussion zu Grunde liegenden Artikel nicht. Vom einen Extrem ins andere. Diese Diskussion ist ein Politikum und reicht weit über Grenzen der Musikbranche hinaus. Immer öfter höre ich „Jede Arbeit ist besser als gar keine Arbeit, egal zu welchem Lohn“.
Für mich ist das auf Seiten der Nutznießer blanke Ideologie und Selbstausbeutung der Leistungserbringer.
Solange quasi Arbeitszwang herrscht, für alles Geld verlangt wird und ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht in Sicht ist, kann ich nicht sehen warum ausgerechnet eine Leistung, die nicht nur erbracht sondern auch ausdrücklich erwünscht wird aus Gründen des technischen Fortschrittes keine pekuniäre Anerkennung erfahren sollte. Absurd."
Weniger anzeigen
Zu Spotify kann ich mangels Erfahrung momentan noch nichts sagen.
23.03.2012, 15:40
Hans-Rainer Mayer
Hans-Rainer Mayer (Hoigada - Rock & Pop auf Schwäbisch, Klang & Bilder):
Antwort zum Kommentar von Inaktiver Benutzer (20.03.12, 15:51): "ganz grundsätzlich graust es mir vor dem Gedanken, dass alles was technisch möglich hat auch gemacht (...) Mehr anzeigenwird
dass andere Länder anderes herangehen… empfinde ich nicht als stichhaltiges Argument. Ich kenne das umgekehrt aus der Atomdebatte.
„Folgender Satz“ „Daher ist auf jeden Fall zu begrüßen, dass simfy die gespielten Künstler überhaupt entlohnt"
Sagt sehr viel aus über die gesellschaftliche Wertschätzung gegenüber Musik aus. Das ist das Prinzip Praktikum.

Diesen Satz „..nämlich Musik über das Internet zu einem fairen Preis anzuhören“
kann ich nur unterstützen. Jedoch finde ich das “faire Moment“ gegenüber den Musikschaffenden im der Diskussion zu Grunde liegenden Artikel nicht. Vom einen Extrem ins andere. Diese Diskussion ist ein Politikum und reicht weit über Grenzen der Musikbranche hinaus. Immer öfter höre ich „Jede Arbeit ist besser als gar keine Arbeit, egal zu welchem Lohn“.
Für mich ist das auf Seiten der Nutznießer blanke Ideologie und Selbstausbeutung der Leistungserbringer.
Solange quasi Arbeitszwang herrscht, für alles Geld verlangt wird und ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht in Sicht ist, kann ich nicht sehen warum ausgerechnet eine Leistung, die nicht nur erbracht sondern auch ausdrücklich erwünscht wird aus Gründen des technischen Fortschrittes keine pekuniäre Anerkennung erfahren sollte. Absurd."
Weniger anzeigen
Also wie geschrieben: momentan nix zu Spotify. Meine Erträge liegen bei anderen Portalen zwischen €5-10. Kein Wunder: wir machen deutsche Dialektmusik. (...) Mehr anzeigen " Jung ein Musiker, alt ein Bettler sonimages@arcor.de
Quelle: Taschenbuch „Opa & der Rock’n’Roll“ – erhältlich im Buchhandel
(Libri, KNV-Sortiment), sowie buecher.de und amazon.de
Weniger anzeigen
23.03.2012, 15:45
Fid Rizz (Primatune): Ach hast du ein Restaurant Abo oder was? Also zählst du einmal und kannst dich dann für immer sattfressen? Ich glaube nicht mein lieber. Wie schön dass du dich hier outest, ich muss sagen der kleine internetbenutzer in dir hat nicht verstanden, dass (...) Mehr anzeigenes hier um mehr geht, als nur darum, dass du die Musik nicht kaufst und dadurch dem musiker seinen Lohn "kürzt". Es geht auch darum, Respekt zu zeigen, und dass du mit so einer Aktion ihm den Mittelfinger zeigst und zwar immer wieder, wenn du sein Stück anhörst. Die streamgeschichte ist in so einer zeit die richtige Richtung, jedoch scheitert es deutlich an der Tatsache, dass die länder sich für sowas nicht interessieren. Ich finde wenn man in unserer heutigen zeit Musiker ist, dann lernt man sehr gut das wahre Gesicht des Menschen kennen.
Weniger anzeigen
01.04.2012, 17:22
harri knappe (toptaste): Tach-chen erstmal, tja, klar die Situation ist schon dramatisch für Leute, die aus ihrem geistigen Eigentum Einkommen erwirtschaften wollen.

Unterstreiche da "guramys" und "Fid Rizz" Position.

Trotzdem : auch die Musiker selbst sollten sich sinnvoll (...) Mehr anzeigenverhalten.

1.) Keiner sollte komplette Tracks ins Internet stellen - auch wenn es ( nur !? ) zum Anhören aus einem embedded player im Browser ist . Heißt also

immer nur soundmäßig reduzierte oder deutlich eingeschränkte kurze Apetizer-Versionen reinstellen.

2.) Selbstverständlich sollten Musiker dementsprechend nur mit Streaming-Diensten ( oder "Content Aggregatoren", wie auch immer ) zusammenarbeiten, die eine Vergütung garantieren, die sich garantiert NIE und NIMMER aus einer Musikflatrate von 5,- oder 10,- Euro / Monat erwirtschaften laesst !!!

3.) Um Punkt 2) auch durchzuhalten, sollten sich gerade GENREVERWANDTE Bands - also z.B. von Bluesrock bis max. Hardrock, je mehr Bands, desto besser - eine gemeinsame Website als Werbeplatform mit Links zu ihren jeweiligen Internet-Shops anlegen. Diese laesst sich dann auch finanziell vertretbar (!!!) continuierlich UND effektiv in den Medien bewerben. Und zwar durchaus AUCH mit diesem Argument der fairen Entlohnung für Musikstuecke.

4.) zum Abschluß; mir persoenlich stinken Geschichten wie "der Urheber hat alle Rechte, kann mit dem Produkt tun, was er will,... eben auch verschenken ..." ( hab irgendwo in der Naehe so was gelesen ).

Klar hat jeder das Recht auf Einnahmen zu verzichten, bitte schoen, aber dann sollte es irgendne
Standard-Entl.-Verpflichtung dahin gehend geben, dass dann autom. an gemeinnuetzige Institutionen geblecht wird !!!!!!! ( und zwar eher ueber (!!) den standard-preisen je musicfile )

Wer immer Produkte ( ganz egal welcher Art ) mit professionellem Anspruch ODER Erfolg produziert, ist moralisch verpflichtet Entlohnung dafür entgegenzunehmen. Wer das nicht tut, macht anderen den Lebensunterhalt kaputt ( wenn es nicht sogar / ohnehin um einen verdeckten Verdraengungswettbewerb geht ). So einfach ist das !!

================================================================================

Zu 2) laesst sich noch sagen : natuerlich kann es auch nen streaming-dienst geben, der zu geringen monatlichen beitraegen zugang gibt, dann aber nur zu demo-versionen, die samt und sonders DEUTLICH mit nem "brand" des streamers gekennzeichnet sind !
Weniger anzeigen
10.04.2012, 11:38
Markus Biedermann
Markus Biedermann (Redaktion, Mannheim): Folgeartikel zu diesem Thema, eine Gegenrede unseres Kollegen Stefan Berndt: http://backstagepro....e_ist
28.10.2012, 17:57

Registriere dich, um einen Kommentar zu schreiben

X