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"Das Thema Sehnsucht ist immer mit dabei"

Lyrics für andere dichten: Interview mit dem Liedtexter Tobias Reitz

Interview von Mario Rembold
veröffentlicht am 10.03.2015

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Lyrics für andere dichten: Interview mit dem Liedtexter Tobias Reitz

Tobias Reitz schreibt Songtexte, meist für Schlager-Interpreten. © Jörg Wendel

Worauf kommt es beim Schreiben von Songtexten an? Was muss man tun, wenn man für andere Interpreten arbeiten möchte? Das haben wir den erfolgreichen Textdichter Tobias Reitz gefragt, und er hat uns eine Menge Tipps und Anregungen mitgegeben.

Auf Konzerten singen sie seine Lieder, sogar Charterfolge kann er vorweisen. Trotzdem ist er der Öffentlichkeit kaum bekannt, denn Tobias Reitz arbeitet im Hintergrund. Er schreibt Songtexte, meist für Schlager-Interpreten. Jürgen Drews, Helene Fischer und Patrick Lindner hat er schon seine Worte in den Mund gelegt. An die 500 Songtexte von ihm sind veröffentlicht, aufgenommen von mehr als 150 verschiedenen Interpreten.

Begonnen hatte seine Karriere 2001, nachdem er an der Celler Schule teilgenommen hatte, einem Songtextdichter-Seminar, das jeden Sommer stattfindet und von der Gema-Stiftung gefördert wird. Seither ist Tobias Reitz als Dozent der Celler Schule mit im Boot und hat zwischenzeitlich zusammen mit Initiatorin Edith Jeske ein ‚Handbuch für Songtexter’ verfasst.

Backstage PRO: Wie wichtig ist der Text in einem Musikstück?

Tobias Reitz: Das ist von Genre zu Genre unterschiedlich. Dort, wo man im Publikum sitzt und die volle Aufmerksamkeit dem Song und dem Geschehen auf der Bühne widmet, ist der Text umso wichtiger: Musical, Chanson, oder Kabarett und Singer/Songwritertum. Im gesamten Kleinkunstbereich sind Texte enorm wichtig.

Im Schlager und Pop ist es am wichtigsten, dass man eine griffige Hookline hat. Natürlich sollte auch der Text gut gemacht sein. Aber da würde ich denken, dass die Musik eine kleine Spur wichtiger ist als der Text.

Backstage PRO: Dieter Bohlen hat mal in einem Interview gesagt, dass seine Hookline „Brother Louie Louie Louie“ mit einem anderen Text nicht funktioniert hätte.

Tobias Reitz: Womit er völlig recht hat.

"Wohlklang ist in der deutschen Sprache schwieriger zu erzeugen"

Backstage PRO: Aber in das Versmaß hätten doch alle möglichen Phrasen gepasst. Vielleicht so etwas wie „Be my Baby, Baby, Baby“. Kann der Unterschied zwischen einem Hit und einem Flop wirklich von solch einer scheinbar banalen Zeile abhängen?

Tobias Reitz: Ja! Und Dieter Bohlen ist einfach das beste Beispiel dafür, dass es bei einem Text im Schlager und Pop nicht zwangsläufig so stark auf den Inhalt ankommt. Ich habe auch schon mit Dieter Bohlen gearbeitet („So wie ein Stern“ und „Herz an Herz“ für Beatrice Egli), und ich habe festgestellt: Dieter Bohlen hört mehr als alle anderen Produzenten und Autoren auf den Klang. Und er ordnet den Inhalt diesem Klang auch ganz radikal unter. Deshalb finden viele Leute die Texte von Dieter Bohlen-Songs so schwachsinnig. Phonetisch sind die Texte von Dieter Bohlen aber immer erste Sahne. Und das ist eben auch häufig das, was den Zuhörer anspricht. Der will nicht unbedingt einer Geschichte folgen, denn häufig wird Musik ja auch nebenbei konsumiert. Da braucht es einen Wohlklang, und der ist in der deutschen Sprache noch mal eine Spur schwieriger zu erzeugen als in der englischen.

Backstage PRO: Kommen wir zu deinen Texten: Woran erkenne ich im Radio ein Werk von Tobias Reitz?

Tobias Reitz: Das ist erstaunlich, weil mir manchmal wirklich Leute sagen, dass man mich raushört. Ich selber kann das nicht so festmachen, aber was mir häufig gesagt wurde und was mir sehr gut gefiel: Dass die Texte positiv und entspannend zum Zuhören sind und trotzdem immer ein paar kleine Ostereier versteckt sind, die es für den Hörer auch spannend machen, aufmerksam zuzuhören.

Backstage PRO: Was ist dir wichtig in deinen Texten?

Tobias Reitz: Ich will dem Hörer Trost geben. Das Thema meiner Texte ist häufig Sehnsucht, einfach weil es in Schlagern oder auch in Popsongs in den allermeisten Fällen um Sehnsucht geht. Das verwechseln die Leute oft! Sie denken, es würde im Schlager immer um Liebe gehen. Nehmen wir Lieder wie ‚Ein bisschen Frieden’ oder ‚Jenseits von Eden’, wo es die Sehnsucht nach einer besseren Welt ist. Das sind so berühmte Schlager, wo es sich nicht um Liebe dreht, aber das Thema Sehnsucht ist immer mit dabei. Das zieht sich auch so ein bisschen als roter Faden durch meine Musik.

"Musik und Text sollten eine Einheit ergeben"

Backstage PRO: Wenn man an ein universelles Thema wie ‚Sehnsucht’ rangeht, gibt es da Regeln, die über Genre-Grenzen hinweg gelten? Oder macht es einen grundsätzlichen Unterschied, ob Rosenstolz oder Rammstein darüber singen?

Tobias Reitz: Natürlich gibt es Kriterien, wann wir Lieder als gelungen empfinden. Das erste Kriterium ist: Musik und Text sollten eine Einheit ergeben. Das heißt: wenn ich eine Melodie habe, dann hat die bestimmte Bögen. Dadurch ergeben sich Höhepunkte. Wenn eine Melodie sich steigert und auf dem höchsten Ton eine betonte Silben hat, dann liegt auf diesem hohen Ton auch der emotionale Höhepunkt.

Backstage PRO: Dort gehört dann kein Füllwort wie ‚und’ hin?

Tobias Reitz: Genau, sondern da gehört das Wort hin, was auch am meisten im Licht stehen muss. Auf so eine Art und Weise versuche ich, Musik und Text miteinander zu einer Einheit zu verbinden. Natürlich sprechen verschiedene Genres auch verschiedene Lebensgefühle an und erreichen unterschiedliche Fans. Aber trotzdem gibt es diese Sachen, die vereinend sind und für Rammstein wie für Rosenstolz gelten, genauso wie für Marianne und Michael, und im Englischen natürlich auch. Das sind die Dinge, die die Basis für gutes Songwriting bilden.

Backstage PRO: Hast du ein paar Tipps auf Lager, wie man seinen eigenen Songtext noch mal auf Schwächen hin prüfen und verbessern kann? In der ersten Euphorie denkt man ja manchmal, den größten Hit aller Zeiten zu Papier gebracht zu haben. Dann wäre so eine Checkliste sicher hilfreich.

Tobias Reitz: Grundsätzlich glaube ich, wenn man gerne schreibt und gerne Musik hört, dass man schon ein Gefühl dafür hat, wann ein Text wirklich rund ist. Es gibt aber ein paar Stolpersteine, wie dieses berühmte ‚Reim dich oder ich fress dir tot!’ Wenn man so ein Füllwort hat, das nur für den Reim gebraucht wird.

Backstage PRO: Du meinst diese Reimsklaven. „Bei Kerzenschein allein mit dir/Wir trinken Wein und gar kein Bier.“

Tobias Reitz: Es ist spannend, solche Zeilen einfach mal umzudrehen, so dass das kraftvollere Reimwort nicht zuerst kommt – sonst hast du dein Pulver schon verschossen. Wenn man feststellt, dass es vom Sinn her nicht mehr funktioniert, dann ist das auf jeden Fall eine Stelle, wo man nach einem neuen Reimwort suchen sollte.

Backstage PRO: Ich frage, weil ich auf der Webseite des Romanautors Andreas Eschbach eine Überarbeitungs-Anleitung für Prosatexte gefunden habe. Da geht es unter anderem darum, in selbstgeschriebenen Geschichten alle Adjektive und Adverbien durchzustreichen, um zu testen, ob sie wirklich notwendig sind. Oder dass man Sätze markiert, die im Passiv formuliert sind und ausprobiert, ob die Variante im Aktiv besser passt.

Tobias Reitz: Das ist eine interessante Methode, die ich noch nie ausprobiert habe. Aber bei uns hast du natürlich die Metrik, die einfach sehr wichtig ist für das, was du sagen willst. Die Form ist im Buch freier als in der Poesie. Aber der Songtext muss natürlich immer noch singbar sein und auf der Musik liegen.

"Adjektive werden sehr häufig als Füllmaterial benutzt"

Womit Andreas Eschbach aber Recht hat, ist die Sache mit den Adjektiven. Adjektive werden sehr häufig als Füllmaterial benutzt. „Die heiße Sonne“, „die helle Sonne“ oder „die warme Sonne“. Man kann sich dann fragen: wären diese Adjektive alle einen eigenen Nebensatz wert? „Die Sonne, die heiß war“? Die Sonne ist aber immer warm, hell und heiß. In dem Moment kannst Du dich selber entlarven! Ich habe zum Beispiel mal eine Zeile gehabt: „Die Nacht der schwarzen Sonne“. Da wird das ganze wieder interessant, denn schwarz ist eine Sonne eigentlich nicht! Die Frage ist: Gibt dein Adjektiv eine Zusatzinformation, die unverzichtbar ist oder die dem ganzen wirklich noch mal Fleisch gibt? Wenn es das tut, ist ein Adjektiv wunderbar. Wenn es das nicht tut, schmeiß es weg!

Backstage PRO: Außerdem muss der Text im gesamten funktionieren. Gibt es da auch Dinge, die man immer im Hinterkopf haben sollte?

Tobias Reitz: Dass ich einen Song nie für mich alleine schreibe, selbst dann nicht, wenn ich gleichzeitig der Interpret bin - jedenfalls wenn ich damit an die Öffentlichkeit will. Ich schreibe auch für das Publikum, und das hat Hörgewohnheiten. Zum Beispiel, dass jeder Song genau ein Thema hat! Gerade in der Anfangszeit wollte ich häufig mehr als ein Thema in einem Lied unterbringen, und dann ist das gesamte System kollabiert. Wenn es zwei Themen sind, und es sind zwei gute Themen, dann sind die auch zwei Lieder wert!

Backstage PRO: Wenn nun jemand einen Song in der Schublade hat, der perfekt zu einem bestimmten Interpreten passt, wie kann man da als Newcomer auf sich aufmerksam machen? Wie bekommt man einen Fuß in die Branche der Auftragsautoren?

Tobias Reitz: Das ist schon mal ein guter Ansatz, wenn man weiß, dass das Lied zu einem bestimmten Interpreten passt. Dann kannst du recherchieren. Das ist heute viel einfacher als früher. Wir haben soziale Netzwerke, wo die Leute, die mit den Künstlern zusammenarbeiten, auch greifbar sind. Wenn du denkst, dein Text passt zu einem bestimmten Interpreten, dann finde raus, wer zuständig ist! Sprich mit den Leuten! Putz Klinken! Biete an! Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die A&Rs, die Plattenfirmen oder die Verlagsleute einem eine Chance geben. Dann sollte man aber auch fragen, was derjenige braucht! Wie will sich der Interpret positionieren? Was hat der für ein Alleinstellungsmerkmal? Wie sieht er sich selbst? Das muss ich abgleichen mit dem, was ich anbieten möchte.

"80% bis 90% meines Arbeitsalltags haben nichts mit der kreativen Arbeit zu tun"

Backstage PRO: Jetzt hast du gleich viele mögliche Adressaten erwähnt. Wer von denen ist der beste Ansprechpartner?

Tobias Reitz: Verlage sind eine gute Sache. Wenn sie gut arbeiten, sind sie die Schnittstelle zwischen Plattenfirma, Künstler und Autor. Dann natürlich auch die A&Rs in den Plattenfirmen. Da muss man erfragen, wer für welchen Künstler zuständig ist. Hier muss man aber auch sagen, dass die gnadenlos zugeschüttet werden mit guten Demos oder überhaupt mit Songs. Das ist teilweise sehr schwer, die auf sich aufmerksam zu machen.

Backstage PRO: Das klingt nach viel Arbeit, die rein gar nichts mit Schreiben und Komponieren zu tun hat!

Tobias Reitz: 80 bis 90 Prozent meines Arbeitsalltags haben mit der kreativen Arbeit nichts zu tun, sondern sind genau das, was ich gerade meinte: Akquise, Kommunikation, Organisation, Kontakte pflegen. Wenn die Leute der Ansicht sind, dass es reicht, gute Texte zu schreiben, um den Beruf ‚Songtexter’ zu ergreifen, dann haben sie sich geschnitten. Das würde bei mir auch nicht reichen. Ich haben wirklich einige Leute getroffen, die schreiben mindestens so gute Texte wie ich. Aber sie organisieren sich nicht gut. Und das ist einfach das A und O!

Backstage PRO: Wenn man nun Kontakte knüpft und sich ins Gespräch bringt, muss man auch Material präsentieren. Genügt es, einen Text auszudrucken, oder erwarten Plattenfirmen gleich ein radiotaugliches Demo?

Tobias Reitz: Das kommt drauf an. Wer sich als reiner Songtexter etablieren will, dem würde ich raten, das zu machen, was ich gemacht habe: Sich Partner zu suchen, die schon in der Branche etabliert sind, und die Verwendung für Texte haben könnten: Komponisten! Und häufig sind Komponisten ja auch Produzenten. In meinem Fall war das Jean Frankfurter, der sehr aufgeschlossen reagiert hat und gesagt hat: „Ja, wir probieren das einfach mal aus.“ Ich glaube, viele erfolglose Musikschaffende haben einfach noch nicht die richtigen Partner gefunden.

Backstage PRO: Da sind nun der Komponist und der Produzent, außerdem muss das ganze dem Künstler gefallen, und die Plattenfirma gibt vielleicht auch noch ihren Senf dazu. Wie ist das bei dir? Sind die immer alle zufrieden mit deinen Texten oder muss man lernen, dauernd mit Kritik umzugehen?

Tobias Reitz: Im Kleinen wird fast jedes Mal gemäkelt. Und eigentlich will ich auch kritische Partner haben. Die haben nämlich genügend Vertrauen, um ehrlich zu sein. Also sie vertrauen ja dann auch darauf, dass ich es noch eine Spur besser machen kann. Das find ich ganz wichtig. Die schönsten Projekte sind die, wo man vorher sein Ego an der Kasse abgibt und sagt: Jetzt machen wir es nur noch für die Sache! Da kommen immer die schönsten Songs bei raus.

"Der Flop ist die Regel"

Dass jemand etwas komplett scheiße findet, kommt auch schon mal vor. Am Anfang war das ganz häufig. Das unterscheidet natürlich denjenigen, der gerne textet, von demjenigen, der von Beruf Songtexter sein will. Der muss damit umgehen können, sonst ist er in diesem Beruf einfach falsch. Aber dann ist er eigentlich in allen Berufen falsch, in denen man sich Kritik einfängt.

Backstage PRO: Wenn man es endlich geschafft hat, dass ein namhafter Künstler den eigenen Song singt und die Single die Charts stürmt, dann hat man aber doch ausgesorgt und kann sich endlich die Villa in Spanien kaufen, oder?

Tobias Reitz: Herzlichen Glückwunsch an jeden, der das kann! Ich konnte es noch nicht.

Backstage PRO: Schade, das war nicht die Antwort, die ich hören wollte. Aber mal im Ernst - neben allen überzogenen Erwartungen, die über Hitschreiber kursieren - was ist wirklich realistisch? Wie viel kann man mit einem Songtext verdienen?

Tobias Reitz: Ich habe für meine aller aller erfolgreichsten Songs Geldbeträge bekommen, die sind im unteren fünfstelligen Bereich. Das sind eigentlich nur diese Helene Fischer-Songs, die auch Singles waren oder auf dem letzten Album erschienen sind, das sich wirklich exorbitant verkauft hat. Das macht richtig Spaß in dem Moment. Das ist aber nicht mein normaler Arbeitsalltag. Eigentlich ist eher der Flop die Regel. Selbst Songs, die ordentlich laufen, bringen dir vielleicht ein paar Hundert Euro als Songtexter. Es gibt natürlich auch welche, die bleiben noch weit darunter. Ich hab auch schon für Songtexte nur einzelne Cent- oder Eurobeträge bekommen.

Backstage PRO: Wie wirst Du bezahlt? Handelst Du Honorare für deine Auftragsarbeiten aus? Oder bekommst du bloß deinen Anteil an den GEMA-Einnahmen?

Tobias Reitz: Letzteres. Du kannst natürlich Vorschüsse bekommen, wenn du dich exklusiv bindest an einen Verlag. Das heißt aber auch, dass dir dann sämtliche andere Jobs entgehen, die über andere Verlage kommen. Und häufig hängen Verlage ja auch an Plattenlabels dran – das fällt dir dann halt einfach weg!

Backstage PRO: Also würdest du einem Songtextdichter oder Komponisten raten, sich nicht exklusiv an einen Verlag zu binden?

Tobias Reitz: Das kommt auch ein bisschen auf das Genre an. Vor allem wer dem dem Schlager nicht besonders zugetan ist, also Pop- und Rockautoren, würde ich schon empfehlen, zu Verlagen Kontakt aufzunehmen, die Songwriter-Camps und solche Dinge anbieten. Man kann diese Kontakte natürlich auch selber knüpfen und halten, aber das kostet sehr viel Zeit und Arbeit. Das ist eine Tätigkeit, die vielen Autoren widerstrebt oder so gar nicht ihrem Naturell entspricht. Dann schadet es nicht, wenn man sich am Anfang mal von einem Verlag unter Vertrag nehmen lässt. Ich rate allerdings dazu, keine zu hohen Vorschüsse anzunehmen und keine zu lange Vertragslaufzeit einzugehen. Damit man sich schnellstmöglich neu orientieren kann und vielleicht im zweiten Schritt verlagsfrei wird.

Backstage PRO: Wann sollte man in die GEMA eintreten? Schließlich kann man sich mit einer Mitgliedschaft auch selbst Steine in den Weg legen, weil man dann jedes seiner Werke anmelden muss und auch gewisse Freiheiten einbüßt.

Tobias Reitz: Ich kenne die Problematik der Musikschaffenden, die dann Schwierigkeiten im Livegeschäft kriegen. Das ist tatsächlich ein Grenzgang. Die Frage ist halt: Welche Einnahmen kann ich von der GEMA überhaupt erwarten und wie viel würde mir wegbrechen? Es kann dir passieren, dass der Veranstalter dich dazu nötigt, dass du die GEMA selbst zahlst, wenn du ein Konzert spielst, auch wenn das nicht im Sinne des Erfinders ist. Solange ich noch selbst in der Hand habe, was mit meinen Rechten passiert und alles kontrollieren kann, würde ich vielleicht eher auf die Mitgliedschaft verzichten. Also wenn man nur CDs im Eigenvertrieb rausbringt, die man bei Konzerten verkauft. Wenn aber eine Major-Veröffentlichung ansteht, rate ich schon zum Eintritt in die GEMA.

Backstage PRO: Vielen Dank, Tobias, für die Einblicke in deine Arbeit!

Für die besonders Interessierten sei erwähnt: Zum Buch von Edith Jeske und Tobias Reitz gibt es auch Bonuskapitel im Netz, unter anderem diese formalen Dos and Don’ts für alle, die eigene Textvorschläge irgendwo einreichen möchten.

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