die musicmix-juroren unter der lupe

musicmix powered by Sennheiser: Interview mit Juror Jan Hoffmann vom Soundcheck-Magazin

Artikel veröffentlicht von Daniel Nagel am 13.07.2012, 15:16

Tags: musicmix Soundcheck Magazin Sennheiser Backstage PRO Jan Hoffmann Hope Dies First

musicmix powered by Sennheiser: Interview mit Juror Jan Hoffmann vom Soundcheck-Magazin

Jan Hoffman (musicmix-Jury, Soundcheck, Hope Dies First),

Während die Bewerbungsphase für musicmix in vollem Gange ist blicken wir hinter die Kulissen und sprechen mit den beteiligten Juroren über ihre Leidenschaft für Musik, die Chancen, die musicmix einer Band bietet, und ihre ganz persönlichen Kriterien, um eine Newcomerband zu beurteilen. Den Anfang macht Jan Hoffmann, Redakteur beim Soundcheck-Magazin und Gitarrist der Metalcore-Band Hope Dies First aus München.

musicmix"musicmix powered by Sennheiser" ist wieder da! Die Webshow des renommierten Herstellers von hochklassiger Audio-Hardware sucht auch in der zweiten Staffel gemeinsam mit regioactive.de und Backstage PRO nach Musiktalenten → Bewerbungen sind bis zum 19. August 2012 auf backstage-pro.de/musicmix möglich!

Backstage PRO: Hallo Jan! Wie ist denn eigentlich deine Leidenschaft für Musik entstanden?

Jan Hoffmann: Wie vermutlich bei den meisten hat es mit dem Musikhören angefangen, da war ich so elf oder zwölf Jahre. Ich habe begonnen, Metal zu hören, mich näher damit zu befassen und irgendwann hatte ich Lust, ein Instrument in die Hand zu nehmen. Gitarre fand ich immer am interessantesten und liegt mir auch mehr, denn ich bin beispielsweise ein absolut unfähiger Schlagzeuger.

Gab es irgendeine Band, die dich besonders geprägt hat?

Am Anfang waren das Sepultura, ich weiß nicht, ob du die kennst. Die waren Anfang/Mitte der 1990er Jahre relativ groß und die fand ich sehr cool.

Ist das bis heute so geblieben?

Ja. Aber mein Musikgeschmack hat sich durch das Musikmachen erweitert. Man beginnt, Musik anders zu hören. Man hört nicht nur einen Wust, sondern vermag die einzelnen Instrumente auseinanderzuhalten und stellt fest, dass da noch andere interessante Dinge passieren. Heute würde ich sagen, dass Metal immer noch meine Basis ist, die ich am liebsten und am meisten höre, aber darüber hinaus mag ich von Björk über Electronica bis zu deutschem HipHop alles Mögliche. Man hat ja auch manchmal Lust auf etwas anderes.

Aber nur manchmal?

Ich würde schon sagen, dass 80% der Zeit mein Herz am Metal hängt. Da stellt sich natürlich die Frage: "Was ist Metal", denn ich bevorzuge eine moderne Spielart des Metal, den Metalcore. Es gibt aber auch True-Metal-Fans, die sagen, das sei kein richtiger Metal. Aber ich denke nicht in solchen Schubladen.

Metal-Fans können sehr konservativ sein.

Das stimmt. Ich verstehe die Leute, die sich die alten Sachen anhören wollen. Aber wenn es zu nerdig wird, finde es schon befremdlich. Beispielsweise bestehen manche darauf, dass die Bands auch heute klingen müssen wie vor dreißig Jahren, so dass es sich so anhört, als hätten die Bands sich bemüht, eine möglichst schlechte Soundqualität zu erzielen.

Soundcheck 08/12

Was ist denn deine hauptberufliche Tätigkeit im Augenblick?

Ich bin Redakteur beim Soundcheck-Magazin.

Was machst du da?

Ich bin 90% meiner Zeit in der Redaktion mit organisatorischen Aufgaben beschäftigt. Wir müssen die Artikel für das nächste Heft zusammenzustellen. Dafür brauchen wir natürlich die richtigen Autoren und Fotografen, wir müssen mit Herstellern reden, um Testgeräte und Fotos zu bekommen – das alles natürlich unter Zeitdruck, damit alles rechtzeitig fertig ist. Die fertigen Artikel müssen überarbeitet und auf die richtige Länge gebracht werden. Und manchmal schreibe ich auch selbst Artikel.

Womit beschäftigt sich das Soundcheck-Magazin konkret?

Unser Untertitel lautet ja: "Das Bandmagazin". Dementsprechend wenden wir uns an Musiker, die ihr Instrument bereits spielen können. Wir erklären weniger, wie man lernt, Gitarre zu spielen, sondern wir gehen davon aus, dass die Musiker jetzt gerne eine Band gründen wollen oder bereits in einer Band spielen. Es geht jetzt um das Einstellen von Verstärkern, den richtigen Einsatz des Equipments, darüber hinaus um rechtliche Fragen: "Was darf ich als Band?" Wir beschäftigen uns mit der GEMA, mit Band-Marketing. Wir wollen Bands helfen, mehr Spaß und Erfolg zu haben.

Wie hilft dir deine Erfahrung als Musiker in deinem Beruf?

Dadurch, dass ich selbst in einer Band aktiv bin (bei Hope Dies First, aktuelles Video Eine Sekunde) und Konzerte spiele, kann ich viel besser einschätzen, welche Probleme Bands haben. Ein normaler Besucher geht vielleicht auf ein Konzert und sieht eine Band, die irgendetwas auf der Bühne macht, weiß aber nicht, wie nervig es ist, wenn der Monitor-Sound nicht stimmt. Das kann eine Bandperformance sehr negativ beeinflussen, was ein normaler Zuschauer kaum nachvollziehen kann.

Welche Rolle spielen Newcomer für eure Publikation?

Wir haben zwei Rubriken im Heft: Zusammen mit Backstage PRO stellen wir in der Rubrik "Newcomeract des Monats" auf einer Doppelseite drei Bands vor und geben ihnen die Möglichkeit, neue Leute zu erreichen (→ backstage-pro.de/soundcheck-magazin). Aus eigener Erfahrung weiß man, dass es als Newcomer schwer ist, unter den Massen an existierenden Bands aufzufallen. Dann gibt es noch eine Rubrik mit dem Titel "Videoact des Monats", wo wir auf einer Doppelseite eine Band vorstellen, die schon professioneller agiert und ein gutes Video gedreht hat. Das sind eigentlich immer weitgehend unbekannte Bands und das wollen wir auch so, denn es soll sich nicht alles auf die großen Stars konzentrieren, die wir ja sowieso im Heft haben.

Vor welchen Problemen stehen denn Newcomer hauptsächlich?

Ich gehe jetzt davon aus, dass der Newcomer etwas Gutes anzubieten hat, also spielen kann und über gute Songs verfügt. Wenn das der Fall ist, steht man vor der Aufgabe, aus der Masse an Bands, die es bereits gibt, herauszustechen. Einem größeren Publikum vorgestellt zu werden, sei es in einem Magazin oder einer Online-Plattform oder als Vorgruppe einer bekannteren Band zu spielen, das ist so ziemlich das schwierigste für Newcomer.

Was bietet musicmix den teilnehmenden Bands?

Genau das. Erstens bekommt man Feedback von Leuten aus dem Musikgeschäft. Und wenn man ausgewählt wird, erhält man Aufmerksamkeit im Internet. Und es werden Videos gedreht, die ja ebenfalls wichtig sind.

Warum sind Videos eigentlich so wichtig?

Youtube ist inzwischen eine relevante Plattform, um an Fans ranzukommen. Deshalb kann man auf gute Videos eigentlich nicht verzichten. Wenn zur Musik noch der visuelle Effekt hinzukommt, dann bleibt ein guter Song mit einem guten Video sehr viel besser bei den Leuten hängen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das Video eines Songs wird sehr viel häufiger angeklickt als der Song ohne Video.

Jan Hoffman, Soundcheck-Redakteur und Metal-Gitarrist, sitzt in der musicmix-Jury: "An musicmix reizt mich, dass ich aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer es ist, eine Band am Anfang nach vorne zu bringen."

Was muss eine Band bieten, um bei musicmix erfolgreich sein?

Ich setze natürlich voraus, dass die Band ihre Instrumente spielen kann und dass der Sänger den Ton trifft…

…eine der erfolgreichsten Sängerinnen der letzten Jahre war Lena und die traf keinen Ton. Es klang aber trotzdem gut.

Jein. Sie hat die Töne nicht perfekt getroffen, aber wenn sie völlig schief gesungen hätte, dann hätte sie keinen Erfolg gehabt. Es geht in der Musik aber in der Tat nicht um maschinelle Perfektion. Gerade bei Sängern haben diejenigen die besten Chancen, die eine eigenständige Stimme und einen hohen Wiedererkennungswert haben. Grönemeyer, Peter Maffay und Till Lindemann vom Rammstein sind allesamt aus technischer Sicht keine überragenden Sänger, aber man hört drei Töne und erkennt sie sofort.

Das ist also ein weiterer Punkt, der wichtig für die Auswahl ist?

Genau. Eine Band muss einen eigenständigen Sound oder Stil besitzen und natürlich über gute Songs verfügen. Ohne gute Songs wird es eine Band schwer haben, sowohl im Wettbewerb wie auch später in der Karriere.

Das ist gar nicht so leicht, einen guten Song zu schreiben, oder?

Nein, das ist nicht leicht. Man steht auch vor der Frage, ob man sich auf sein Gefühl verlässt oder ob man halbwegs wissenschaftlich an die Sache herangeht. Aber nur die wenigsten können Songs am Reißbrett schreiben.

Es gab mal eine solche "Szene", im Brill Building in New York, wo die Leute wirklich an Schreibtischen saßen und Songs schrieben. Diese "industrielle" Herstellung von Songs gab es durchaus, aber die Ära ging zu Ende, als Künstler aufkamen, die ihre Songs selbst geschrieben haben. Selbstverständlich ist das aber nicht.

Gerade bei großen amerikanischen Chart-Acts bekommt man das auch nicht so mit. Die musikalischen Leiter und der Sänger bzw. die Sängerin erhalten hundert Songs von einer Vielzahl von Songwritern und suchen sich davon zehn aus.

Genau. Aber das ist ja auch ein anderes Profil als eine Band. Solokünstler, männlich oder weiblich, können durchaus eine Karriere darauf aufbauen, fremde Songs zu singen, bei Bands ist das eher unüblich. Entweder spielt eine Band ihre eigenen Songs oder sie ist eine Cover-Band.

Ja, das stimmt. Ich glaube, das liegt daran, dass die Fans mit der Band persönlich verbunden sein wollen und auch die Emotionen direkt von ihnen erfahren wollen. Wenn rauskäme, dass sie nur Musik von anderen Songwritern spielen, dann würde dies das Erlebnis vieler Fans beeinträchtigen.

Mit anderen Worten, es geht um die emotionale Bande zwischen Fans und Künstlern.

Ja. Meiner Ansicht muss eine Band beim Publikum Emotionen auslösen. Das ist das allerwichtigste. Das gilt auch für mich persönlich. Wenn ich Musik höre, denke ich nicht über Tonarten oder Harmonien nach, sondern die Musik muss mich emotional erreichen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

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