"jeder soll meine musik im internet frei weiterverbreiten"

Oskar Schuster über CC-Veröffentlichungen und den Wunsch, User nicht zu kriminalisieren

Artikel veröffentlicht von Backstage PRO Team am 16.06.2012, 16:51

Tags: Oskar Schuster GEMA SACEM Creative Commons CC-Lizenzen DIY Selbstvermarktung youtube Urheberrecht

Oskar Schuster über CC-Veröffentlichungen und den Wunsch, User nicht zu kriminalisieren

"Ein Vorteil von Instrumentalmusik ist, dass sie sprach- und damit auch ziemlich kulturübergreifend ist", so Oskar Schuster in unserem Interview.,

Seine Musik sind instrumentale Kompositionen, die live - zumindest bisher - nicht aufgeführt werden. Oskar Schuster sucht deshalb alternative Wege, um für sich zu werben. Mit regioactive.de sprach er darüber, welche Wege der Selbstvermarktung er geht.

Vor allem das Internet spielt eine wesentliche Rolle für ihn. Er bietet seine Musik für einen kleinen Betrag digital an, was möglich ist, weil die Herstellungs- und Versandkosten entfallen. Um ausschließlich von der Musik leben zu können, dafür genügen seine bisherigen Verkäufe jedoch noch nicht.

Trotzdem geht Oskar Schuster einen Weg, der für mehr und mehr Musiker eine Alternative zum klassischen Warten auf "den" Label-Deal darstellt. Dabei sammelt er viele Erfahrungen, die wiederspiegeln, dass die teils ausgesprochen unscharf vorgebrachten und damit sehr pauschal argumentierten Forderungen nach einem "verschärftem Urheberrechtsschutz" nicht von allen Urhebern geteilt wird (Backstage PRO zur Urheberrechtsdiskussion: "Auch eine Frage der Objektivität").

Schuster fordert stattdessen, man solle "die Gegebenheiten des Internets auf innovative Weisen nutzen und neue Modelle entwickeln, wie man als Urheber und Publisher Geld verdienen kann, ohne die User zu kriminalisieren."

Dass diese pauschale Kriminalisierung geschieht und einen Graben zwischen Urhebern und Nutzern schafft, – oder wie Frank Schirrmacher es beschrieb, nämlich dass "die traditionelle Loyalität des Konsumenten zu seinem Produzenten in offenen Hass umgeschlagen ist" – steht außer Zeifel: Für 2011 legte der Verein gegen den Abmahnwahn eine Statistik vor, die ca. 218.560 Abmahnungen im Filesharing-Bereich auswies.

Die Möglichkeit seinen eigenen Vorstellungen zu entsprechen bietet Oskar Schuster die Lizenzierung unter Creative Commons. Allerdings ist dies ein Modell, das sich – u.a. auch im Unterschied zur französischen Verwertungsgesellschaft SACEM – bisher leider nicht mit der Mitgliedschaft in der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA verträgt (artistguide: Basisinfos zur GEMA).

Während diese nach wir vor zum Beispiel mit YouTube im Clinch liegt (Diskussion bei Backstage PRO: "GEMA kills the Internet star?"), fordert der Wahl-Berliner und Komponist: "Die Möglichkeit, auf Videoplattformen wie YouTube gestreamt werden zu können ist essenziell. Der Anreiz, ein YouTube-Video beispielsweise auf Facebook mit seinen Freunden zu teilen, ist deutlich größer, als eine reine Audiodatei zu teilen."

Schuster legt großen Wert darauf, "dass alle Menschen meine Musik im Internet frei weiterverbreiten und nutzen können – sofern es sich nicht um kommerzielle Projekte handelt."

Das vollständige Interview mit Oskar Schuster lest ihr im regioactive.de-Magazin.

Eure Meinung

Was denkt ihr über die Unverträglichkeit von CC-Lizenzen mit der Wahrnehmung der Verwertungsrechte durch die GEMA?

Welche Wege wählt ihr, um euer neues Material unter die Menschen zu bringen?

Welche Vorschläge oder Wünsche habt ihr bzgl. der nach wie vor heiß diskutierten Themen Urheberrecht, GEMA und Co.?

Inaktiver Benutzer: Tatsache ist doch ein Haufen Kohle verbrennt die GEMA an Betriebskosten, Gehälter für die Funktionäre (höher als Kanzlersold), für Renten von klassischen Orchestermusikern und last not least für Kompositionen Postmoderne Komponisten, die ihre Werke (...) Mehr anzeigenwenn´s hoch kommt 1X aufführen lassen-aber uns sogn."Popular-Musiker" und Clubbetreiber werden geschröpft!
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27.06.2012, 13:59

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