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Tipps für die Öffentlichkeitsarbeit

Wie ihr Social Media nutzen könnt, um bekannter zu werden und den Kontakt zu euren Fans zu pflegen

Tipps für Musiker und Bands von Andrea Jaeckel-Dobschat
veröffentlicht am 02.12.2016

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Wie ihr Social Media nutzen könnt, um bekannter zu werden und den Kontakt zu euren Fans zu pflegen

Es ist wichtig, den Kontakt zu den Fans zu pflegen. Ohne Social Media geht das kaum noch. © Carsten Dobschat

Die einen schwören auf Social Media und sind der Meinung, dass es ohne in der Musikbranche gar nicht mehr geht, für die anderen ist das Ganze ein rotes Tuch und unnötiger Arbeitsaufwand, der einen eh nicht weiter bringt. Ob man sich in die weite Welt des Internet begeben will oder doch lieber seine ganze Energie für das Musikmachen aufsparen will, das muss jeder für sich oder seine Band selbst entscheiden. Fest steht jedenfalls: Es geht heute eigentlich nicht mehr ohne die Öffentlichkeitsarbeit via Social Media. Deswegen gibt es hier ein paar Tipps, mit denen eigentlich nichts mehr schief gehen kann, wenn du dich im Großen und Ganzen daran hältst.

1. Stelle dir zu Beginn folgende W-Fragen:

  • WO: Auf welchen Social Media Kanälen will ich aktiv sein oder welche verwende ich schon? Gibt es zum Beispiel bereits Fangruppen oder -seiten bei Facebook?
  • WER: Wer sind eigentlich meine potentiellen Fans, die ich über diese Kanäle erreichen will?
  • WAS: Welche Inhalte will ich veröffentlichen und was interessiert meine Fans? Gibt es zum Beispiel eine Band-Website, deren Inhalte ich via Social Media verteilen will oder erzeuge ich zusätzlichen Content, abgestimmt auf die verschiedenen Social Media-Kanäle?
  • WANN: Abgesehen von Feinheiten zu passenden Uhrzeiten, um etwas zu posten, stellt sich immer auch die Frage, wie man aktive Social Media Arbeit in den Tagesablauf einbauen kann.

Wenn du diese Fragen alle beantworten kannst, dann hast du schon die Grundlagen, um loszulegen.

Vielleicht weisst du das ja alles auch schon – umso besser. Dieser Artikel kann und soll kein "Social Media How-To für Anfänger" sein (den findest du hier), aber keine Angst: Der absolute Profi musst du auch nicht sein, denn in erster Linie willst du Musik machen und nicht Social Media Manager sein. Da gibt es Leute, die so etwas beruflich machen und Musikern auch gerne unter die Arme greifen, wenn es gewünscht wird.

2. Ich weiß nun was ich wann wo für wen posten will – was nun?

Du hast dich entschieden, welche Inhalte du wann auf welchen deiner Kanäle veröffentlichen willst? Prima. Einige Content-Beispiele wären hier die aktuellsten News, Tour- und Studioberichte, Fotos, Videos, Live-Streams, besondere Aktionen (Gewinnspielhinweise, Fan-Aktionen, Auktionen, Mitmachaktionen etc.). Da fällt dir bestimmt noch viel mehr ein.

Was deinen eigenen Content angeht, fährst du schon mal richtig gut, wenn du diesen in einer gewissen Regelmäßigkeit postest. Schaden kann auf keinen Fall zumindest eine Übersicht, was jeweils in den kommenden Wochen ansteht – es muss nicht gleich ein kompletter Redaktionsplan werden, aber eine kleine Übersicht, damit man am Ende nicht vergisst, das Foto von der Unterzeichnung des Plattenvertrags zu posten – oder es gar nicht erst macht.

3. Welcher Content kommt wo hin?

  • VIDEOS: Passen gut auf Facebook und natürlich auf spezielle Plattformen wie Youtube oder Vimeo. Auf Facebook generieren Videos erfahrungsgemäß sehr viel Reichweite, spezielle Videoplattformen bieten je nach Inhalt die passende Community und eine bessere Möglichkeit, die Videos auch in die eigene Website oder in die anderen Kanäle einzubauen.
  • FOTOS: Galerien sind am besten auf Facebook aufgehoben, Einzelfotos können dort und bei Twitter gleich gut veröffentlicht und praktischerweise auch getaggt werden. Instagram als Spezialdienst bietet hier die große Community mit einer weiten Verbreitung mit Hilfe von gängigen Hashtags für einzelne Bilder.
  • NEWS und Berichte gehören auf die eigene Website, in den sozialen Medien werden sie nur verbreitet, ob als Teaser mit Link oder als Kopie mit Link zur Website.

Du wirst mit der Zeit ein Gespür entwickeln, was sich wo am Besten veröffentlichen lässt bzw. wo und wann die Fans am aktivsten sind. Da gibt es kein Patentrezept, höchstens Leitfäden, die man im Internet findet. Es wird ein wenig Zeit in Anspruch nehmen, aber je öfter du etwas veröffentlichst, umso schneller kannst du einschätzen, was dich weiter bringt.

Vielleicht macht dir das Ganze aber auch so viel Spaß, dass es dir der ganze Social Media Kram nicht schwer fällt und du eher aufpassen musst, dass du es nicht übertreibst.

4. Binde deine Social Media Aktivität in deinen Promotion- und Marketingplan ein

Natürlich ist die Social Media Welt nicht immer nur ein großer Spaß oder verursacht eventuell doch nur Schmerzen, je nachdem wie gerne man sich dort aufhält. Meist steckt hinter allem, was bei den etwas größeren Bands gepostet, wird eine mehr oder weniger ausgeklügelte Marketing-Strategie, die (wenn sie gut ist) auf den ersten Blick gar nicht nach einer aussieht – und das muss natürlich auch so sein.

Viele Bands machen das alles auch nicht mehr selbst und lassen entweder das Label, das Management oder einen extra für den Job angestellten Social Media Manager an die Tasten. Man muss sich entscheiden, wie viel man an Kontrolle abgeben kann, will oder muss. Und eine finanzielle Frage ist es natürlich auch.

Vielleicht willst du auch einfach nur Content produzieren, hast aber kein Interesse daran, dich selbst an den Computer zu setzen – oder ans Tablet, Handy etc.. Wenn du auf der Bühne stehst kannst du auch nichts tun, das müssen dann andere für dich erledigen. Dafür kannst du dann wiederum Fotos aus der Garderobe bzw. dem Backstage-Bereich veröffentlichen.

"Zu einer funktionierenden Strategie gehört eine funktionierende Kommunikation"

Zu einer funktionierenden Strategie gehört auch eine funktionierende Kommunikation mit den Fans, Magazinen bzw. der Presse. Und da hört es bei vielen auch schon auf. Denn es genügt absolut nicht, nur das Material "rauszuhauen” und die Reaktionen einfach auszusitzen.

Nein, man muss auf die Reaktionen eingehen, Fragen beantworten, den Fans und der Presse zeigen, wie wichtig sie einem sind. Das kommt gut an!

  • Teilt ein Magazin zum Beispiel eine CD-Rezension über die eigenen Social Media Kanäle und verlinkt dich oder deine Band, dann zeige eine Reaktion. Teile die Rezension, bedanke dich oder gib dem Magazin ein Like. Denn in den Magazinen sitzen idealerweise Musikfans und vielleicht auch deine Fans und die erwarten eine Reaktion – auch wenn sie es nie zugeben würden.
  • Gib den Leuten, die dich in irgendeiner Art und Weise weiterbringen das Gefühl, wichtig zu sein. Zeige ihnen, dass es dich interessiert, was sie denken und was sie sich wünschen. So etwas kommt an und es wird einem gedankt.
  • Das Gleiche gilt auch wenn ein Fotograf die neuesten Fotos vom letzten Gig veröffentlicht. Teile die Fotos mit einer schönen Erwähnung des Fotografen und einem fetten Danke. Das gehört mittlerweile schon zum guten Ton – alles andere erzeugt nur Frust – auf beiden Seiten.

Das alles braucht seine Zeit, bis es sich eingespielt hat und wenn man es richtig machen will, dann nimmt es auch ganz schön viel Zeit in Anspruch.

Ein paar Tipps für die Zukunft:

  • Finde deinen ganz persönlichen Workflow, mit dem du zurechtkommst und der keinen Frust aufkommen lässt.
  • Binde Social Media in deine Marketing-Strategie mit ein oder lasse sie einbinden (wenn ein Label oder eine Promo-Agentur vorhanden ist).
  • Wenn du merkst, dass es absolut nicht dein Ding ist, dann drücke die Aufgabe jemand anderem aufs Auge. Entweder einem anderen Bandmitglied oder jemandem, der dafür bezahlt wird und der es schafft, sich in die Band hinein zu versetzen. Schließlich muss er sich um die Außendarstellung kümmern und das ist nicht jedermanns Sache.
  • Nicht aufgeben!

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