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Bretter Für Die Götter

Bretter Für Die Götter

Release von BONEZ

: 2012
Produktion: DIY
Label: Selbstvertrieb

Bezug über

bonez.eu

Details

Crossover der in die Knochen geht!

Was tun, wenn einem die ganze Welt auf den Sack geht? Genau, man schreibt ein Album darüber. Die Band Bonez kotzt sich aus. Und das ist gut so!

Deutschland im Jahre 2012. Eine ganze Nation hat sich der Oberflächlichkeit und dem Freisinn hingegeben. Die ganze Nation? Nein, Bonez, eine neue Band aus Wuppertal, hat der Gleichgültigkeit und dem Stumpfsinn den Kampf angesagt. Ihre Waffen: Mischpult, Gitarre, Bass, Schlagzeug und die Worte des Frontmanns Bonez.

Anders als das Dorf der freundlichen Gallier, sind Bonez aber alles andere als lustig. Das Album „Bretter für die Götter“ ist eine Abrechnung mit der Gesellschaft, Ex-Freundinnen, der Musikindustrie und überhaupt mit allem, was so falsch läuft in unserer Welt. Ist das zu viel gewollt? Vielleicht. Ist es ehrlich? Auf jeden Fall! Rockt das Album? Fuck, yeah! Die Musik ist dabei so einfalls- wie abwechslungsreich. Wenn man Bonez mit bekannten Bands vergleichen müsste, dann wohl am ehesten mit Rage Against The Machine oder Ichy Poopzkid. Allerdings besitzt Bonez wesentlich mehr Mut zu neuen musikalischen Wegen.

Komischerweise hat es sich in den letzten Jahren im Crossover so eingebürgert, dass nur Hip Hop mit Rock/Metal kombiniert wird. Bonez kann diesen Stil nicht verbergen, will dies aber auch gar nicht! Gewürzt wird das Ganze mit Elektro, Trip Hop, Dubstep und sogar klassischen Elementen. Bonez schafft dabei etwas, an dem schon viele Bands gescheitert sind: Konsistenz trotz Vielfalt! Jedes Lied klingt anders und trotzdem nach Bonez! Einen nicht unwichtigen Anteil hat dabei natürlich Hip Hopper Bonez. Seine Stimme ist markant, tief und passend zum ganzen Stil der Band.

Die Texte sind zweischneidig. Immer treffend und allzu oft bitter wahr. Vielleicht liegt es an der Natur des Crossover, indem für fröhliche Texte einfach kein Platz zu sein scheint. Keiner der satten 14 Songs handelt von etwas Positivem. Wenn beim hervorragenden Lied „Der Hund“ Bonez „[…]Dein Kind kifft/es ist 13 und kriegt‘n Kind […] Gott lacht sich‘n Keks, wie die Welt versinkt/und wie die Menschen in seinem Namen kämpfen […]“ rappt, dann klingt das nicht wie eine Anklage, sondern nach Resignation. Diese Resignation zieht sich durch das Album wie ein roter Faden, wodurch die Texte in „Bretter für die Götter“ wesentlich erwachsener und ernster klingen als beispielsweise die auch sehr guten Texte von Kraftklub.

Trotzdem (oder gerade deswegen) ist „Bretter für die Götter“ ein hervorragendes Album geworden, welches man sich unbedingt anhören sollte! Ausnahmslos alle Songs sind Mp3-Player geeignet und bei vielen Liedern, wie beispielsweise „Egal“, „Holzfäller“ oder Gib mir ein Mic“ fangen die Füße von alleine an sich zu bewegen. Und das bei diesen ernsten Texten! Welche Band hat es bisher eigentlich geschafft, dass man tanzend kotzen möchte? Nur eine: Bonez!

Das Album erscheint am 31.08.2012 und wird auf der Seite bonez.eu kostenlos downloadbar sein! Also nichts wie runtergeladen und angehört!

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