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Phonokoffer

Label, gegründet 1999
Elsenstraße 83, 12059 Berlin

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Phonokoffer 3 (VÖ 02.10.2012) 

1999, 2001, 2012 – Dies ist nicht der neue Fußball-Song zum Mitgrölen von den Sportfreunden Stiller. Es ist Phono­koffer, die regelmässig unregelmässig erscheinende Musikkompilation von Gerald Halstenberg, die einen sehr privaten Querschnitt durch die Welten Indie, Pop und Electronica zeigt; die ohne kommerziellen Hintergrund die Qualitäten eines Lieblings-Mix­tapes hat. Die dritte Ausgabe ist mit 100 Vinylkopien noch strenger limitiert, dafür aber zusätzlich für alle Schallplattenabstinenzler als MP3-Download erhältlich.
Ende der 1990er-Jahre wohnte ich auf dem Land und wollte mein Leben verändern. Erster Schritt dabei war die Zusammenstellung des ersten „Phonokoffers“. Mein Bandkompagnon Christoph Büscher plünderte den Bestand an Demos von bekannten Konzer (...) Mehr anzeigentveranstaltern, und los ging’s mit dem Anhören zig unbekannter Bands. Es zeigte sich ziemlich schnell, dass ich die besten „Acts“ über Beziehungen oder beim Durchhören vergleichbarer Sampler, wie z. B. Komm Küssen, entdeckte. Heraus kamen letztendlich zwei auf 200 Stück limitierte Vinyl-Only-Sampler unter der Beteiligung so toller Bands wie Contriva, Geschmeido, Tele, Monostars oder Beige GT.
Wozu eigentlich noch Sampler, wo jeder heutzutage seine persönliche Playlist oder Radiostation bei Facebook und Co. kreieren kann? Ich denke, warum nicht? Ein Algorithmus macht noch keine Redaktion. Viele Musikfans streamen eh nur Titel von Gruppen, die sie ohnehin schon kennen. Und wer hat schon Zeit und Lust außer Phonokoffer, sich durch den Wust von (Un-)Hörbarem im Internet zu wühlen?

Wenn Pop nicht populär ist – Popmusik jenseits des Mainstream

„Indie“ ist schon seit Längerem zu einem Unwort degeneriert, der Begriff „Independent“ klingt angestaubt, und „Alter­native“ ist eine Erfindung der Musikindustrie. Wie nun sollen wir heute Musik nennen, die im wahrsten Sinne des Wortes „unabhängig“ ist? … Wie wäre es mit „unterschätzt“? Musik, dessen künstlerischer Wert höher eingeschätzt werden kann als die Aufmerksamkeit, die sie bekommt. Diese Musik ist im besten Fall auf Phonokoffer-Kompilationen zu hören. Mini­malistisch im Sinne von „auf den Punkt gebracht“, aber auch der große Popentwurf. Hier darf Band altmodisch, der Zeit voraus oder beides sein. Bevorzugt dissonant, melancholisch, ironisch.
Wenn Phonokoffer 3 eine eigene Thematik hat, dann vielleicht die des Suchens nach der Essenz (Magie) der Zeit Ende der 1980er-, Anfang der 1990er-Jahre. Für die einen das letzte Mal, dass es so etwas wie eine Bewegung einer alterna­tiven Popkultur gab. Für die anderen war auch dies schon der Beginn der Retrowelle, die sich nun schon seit Jahrzehnten in der Schleife befindet. Am Ende „it’s only rock’n’roll“ …
Ich würde sagen, der Trend geht wieder zum portablen Plattenspieler: Phonokoffer, ein Musiknachrichtendienst. Von Musikfans für Musikfans, von einem Menschen um die 40 an alle anderen Generationen da draußen: Ihr seid herzlich einge­laden, diesen wundervollen Klängen zu lauschen.

Die Playlist

1 Schneider FM – Relativity Check
Als Schneider FM spielt Dirk Dresselhaus a.k.a. Schneider reduzierte Akustikversionen seiner Songs mit Gitarre und Mund­harmonika aus mittlerweile 25 Jahren Schaffenszeit. „Relativity Check“, eines der wenigen unter diesem Namen veröffent­lichten Stücke, ist auf dem Soundtrack zum Film „66/67 – Fairplay war gestern“ (2009, Collosseum Records) erschienen, und klingt so, wie die Hip Young Things (Glitterhouse) vielleicht Ende der 60er-Jahre geklungen hätten. schneidertm.net

2 Bandaranaik – Five More Years
Immer noch ein Geheimtipp, obwohl schon länger aktiv. Bestehend aus Julia Kliemann (Ex-Komëit) und Masha Qrella (Contriva etc). Gesang zweistimmig, Gitarre, Keyboard, ein bisschen Percussion und Freund Laptop mit Playback. Zwei Frauen mit eigenen Biografien, aber auch Gemeinsamkeiten (Monika Enterprise). Im Herbst nehmen sie ihr Debütalbum auf, das 2013 erscheinen soll. Gemischt und gemastert vom Traumproduzentenduo Norman Nietzsche/Ramin Bijan. bandaranaik.com

3 La Batterie – You And Your Friends
Der experimentelle Indie-Pop von Pascal Aperdannier und Anne Paschvoß – beide Absolventen der Kunstakademie Münster – klingt auf den ersten Gehörgang schräg, entrückt. Erst beim zweiten Hören eröffnen sich ekstatische Popmomente. Der Beitrag „You And Your Friends“ fühlt sich an wie ein Theaterstück im Kleinen. Es beginnt indie-artrockig und mündet in der zweiten Hälfte in eine hymnische Electronica-Dance-Hook. Das aktuelle Album „Firemen’s Parade On Main Street“ (2012, Cake And Coffee Records) wurde selbstproduziert. labatterie.bandcamp.com

4 Nadine & The Prussians – Conform To It
Diese Musik hat eine Atmosphäre, die an Phillip Boa and the Voodooclub oder The Sugarcubes Ende der 1980er-Jahre erinnert. Und es ist vielleicht nicht ganz zufällig, dass sowohl Nadine & The Prussians als auch Philipp Boa aus Dortmund stammen. Eine einzigartige Prägung erhält die aus Nadine Finsterbusch und Bruno Bauch bestehende Band durch die helle, ein­gängige Gesangsstimme von Nadine. Anfang 2012 wurde das Debütalbum zusammen mit Norman Nietzsche und Ramin Bijan produziert. Live mit Ramin Bijan (Die Türen) am Bass und Sebastian Janata (Ja, Panik) am Schlagzeug.
theprussians.com

5 We Are Rome – Do It, For The Kids
We Are Rome ist ein Projekt rund um den Sänger, Songwriter und Multiinstrumentalisten Moritz Thomann, Anfang 20, aus Mainz. Mit dem Vorgänger Ape Dos Mil noch auf Solopfaden und eher elektronisch unterwegs, produzierte er nun sein schon zweites „handgemachtes“ Album „Do it, For The Kids!“ mit Hilfe zahlreicher Musiker, die ihn auch live bei Konzerten unterstützen. Ein für Moritz Alter sehr abgeklärtes Songwriting, mit brillantem androgynem Gesang. Für Menschen, die sich nicht scheuen, Gefühle zu zeigen. Indie-Folk-Pop mit einer Prise Northern Soul. wearerome.de

6 Garp – Knuckle Walk
Es wäre kein „richtiger“ Phonokoffer, wenn Macher Gerald Halstenberg als Teil dieser Band nicht einen Track beisteuern würde. Auch wenn Garp schon seit über 15 Jahren für lupenreinen Indie-Pop-Rock stehen, der Refrain von „Knuckle Walk“ hat etwas von einer Rockoper. Es riecht nach Artrock und Konzeptalben der 60er-/70er-Jahre. Ich sehe verkleidete und geschminkte Menschen. Dies kombiniert mit frühem Punk’n’Roll und einem zeitgeistigen Sound-Anstrich. Selbstproduziert zusammen mit Geralds Mitstreitern Markus Spin (Ex-Türen), Christoph Büscher und Thomas Meyer.
regioactive.de/garp

7 Pleased To Meet U – Einkauf
PTMU aus Köln sind Menschen jenseits der 30 mit Punk- bzw. Hardcorehintergrund. Nun altersweise und -milde rei­chern sie ihren Punk mit Diskurs- und Krautrock an. Ihre Musik bezieht sich auf Zeiten, in denen Indie-Rock seine Unschuld noch zu verlieren hatte, ohne dass es angestaubt oder selbstreferentiell klingt. Manfred Marbachers Texte sind ein Abgesang an die Wohlstandsjugend der 1980er-Jahre, „Einkauf“ belegt dies eindrucksvoll. Das aktuelle Album „Ausgang Mexiko“ (2012, Major Label) wurde selbstproduziert, gesungen mit klarer Stimme, der Sound trocken und direkt. Frisch!
pleasedtomeetu.de

8 Yukon Orange – Lissabon
Die Wahl-Berliner Chrizzi Heinen und Jens Dunkel stammen aus Köln und machen vielleicht gerade deswegen Elektro-Pop mit deutschen Texten. Chrizzi erzählt singend, unaufgeregt und mit ironischem Unterton von den Belanglosigkeiten des Alltags in der Großstadt. Chrizzi ist für Lyrik, Gesang und Cover-Art zuständig, Jens zeichnet sich für Rhythmus und Musik, Programmieren und Mixen verantwortlich. Jens outet sich bei „Lissabon“ als deutscher Tim Gane. Das selbstproduzierte Debütalbum „Im Rahmen deiner Neurosen“ erschien 2011 in Eigenregie. yukonorange.de

9 Die Türen – Dieses Lied
Maurice Summen, Ramin Bijan und Gunther Osburg gründeten die Band vor zehn Jahren, um ihrer Sozialisation zwischen Postpunk und Hippierock, Soul und Funk, Hip Hop und New Wave, Disco, Dada und Derrida gerecht zu werden. So klingt dann auch jedes neue Türen-Album wie ein Debüt. Das vierte Studio-Album „ABCDEFGHIHJKLMNOPQRSTUVWXYZ“ (2012, Staatsakt) neu mit Andreas Spechtl (Ja, Panik) und „Berliner Turbomotor“ Chris Imler. Der Beitrag „Dieses Lied“ wartet mit einer schier unglaublichen Socken-Montur-Gedächtnis-Basslinie auf. staatsakt.com/tueren

10 Zuhause – Lass Alles Liegen
Die 2002 gegründete Hamburger Band steht in der Tradition des Twee-Pop – irgendwie niedlich – sind aber auch von 60s-Pop, Americana und Indie-Rock beeinflußt. Sie sind kein bisschen deutsch, nur deutschsprachig. Eine Band mit Hit-Qualitäten. „Trainspotting“ aus ihrem zweiten Album „Autoscooter“ (2008, Sitzer Records) z. B. lief im Hintergrund eines europaweit ausgestrahlten Garnier-Werbespots. „Lass Alles Liegen“ ist bisher unveröffentlicht und offenbart nun den Hang zu Disco-Funk à la The Whitest Boy Alive und Afrobeat. Ein Sommerhit! Demnächst also Werbung für Langnese? zuhause-pop.de

11 Elektrogrill – Einfach Gehen
Wenn Michael Goering in seinem Atelier an Songs bastelt, führt das zu einem unglaublichen Output, den er mit Christian Spie­ker, Götz Grommek (Ex-Samba) und Benjamin Kövener schließlich zu schillernden Popperlen vollendet. Die Band aus Münster macht Indie-Pop-Rock mit deutschen, oft seltsam collagenhaften Texten, auch mal sloagenhaft, die selbst Lo-Fi-Legende Robert Pollard „irgendwie cool“ findet. Die Mitglieder des Songwriter-Netzwerks Omaha Records wurden be­einflusst von Pavement, Silver Jews, Guided By Voices, die frühen und mittleren Wilco, aber auch Captain Beefheart, The Kinks und The Beatles oder Blumfeld und Die Regierung. „Einfach Gehen“ ist herrlich resignativ. myspace.com/elektrogrill

12 Der Elegante Rest – Frösche Im Regen
Die Berliner Band (ehemals Berlin/Leipzig) um Sänger und Songwriter Jörg Wolschina gibt sich traditionsbewusst. Sie macht Musik mit deutschen, lyrisch assoziativen Texten. Indie-Gitarrenpop vom Allerfeinsten. „Frösche Im Regen“ ist eine Nummer, die auch Element Of Crime gut im Programm haben könnten. Dies schmälert die musikalische Eigenheit von Der Elegante Rest jedoch nicht im Geringsten. Das letzte auf einem Label erschienene, dritte Album heißt „Ungeduld“ (2011, Problembär Records). 2012 erschien eine nach der Band benannte EP als freier MP3-Download. dereleganterest.band...

Phonokoffer-Shows mit Bandaranaik, Schneider FM u. a.: 02.10. Goldener Salon (HH), 03.10. Falkendom (BI), 05.10. HBC (B) Weniger anzeigen

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