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REIFROCK

deutscher Folkrock aus Oberhausen, seit 1977

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Bio/Info

REIFROCK-Mitglieder
Winfried (Winni) Baar (Gesang, Mandoline, Epinette des Vosges, Dulcimer, Autoharp)
Till Bittroff (Gesang, A.-Gitarren, E.-Gitarren)
Manfred (Manni) Klingbeil (Gesang, Bass, A.-Gitarre, Mandoline)
Gerd Laake (Schlagzeug)
Hans-Jürgen (Lumpi) Mrak (Gesang, Mandoline, Mandola, Dulcimer, Akkordeon)
Katrin Weier (Gesang, Querflöte, Flöten, Krummhorn, Glockenspiel, Percussion)
REIFROCK - Rückblick
In den 60er Jahren waren die Jungs von REIFROCK in verschiedenen Rockgruppen im Ruhrgebiet erfolgreich (Downtown Angels, Circus Capitalini, Golgatha, Frau Holle, etc.), waren es aber leid geworden, immer nur die Stücke der englischen und amerikanischen Rock-Musiker nachzuspielen und hatten Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre ihre Rockbands aufgelöst.
Die Liedermacher und Folkmusiker (...) Mehr anzeigen jener Zeit waren zwar interessant, konnten die jungen Rockmusiker jedoch nicht so richtig begeistern. Aber da gab es ja inzwischen Fairport Convention, Steeleye Span, Malicorne und in Deutschland Ougenweide. Deren musikalische Ideen inspirierten die sechs Musiker, so dass sie im Herbst 1977 erneut zu den Instrumenten griffen um eigene Musik zu machen und neue musikalische Wege zu beschreiten.
Deutschsprachiger Folkrock war das musikalische Ziel. Alte, traditionelle, literarische Texte wollten sie neu vertonen, nicht in Mittelhochdeutsch oder Althochdeutsch, nicht in Englisch oder Gälisch, die Texte sollten sofort verstanden werden. Sie gingen auf die Suche und fanden in Bibliotheken und ’alten Schwarten’ (ein Internet gab es ja noch nicht) traditionelle Volkslieder, Balladen und Gedichte. Dabei war ihr Blickwinkel nie auf das Mittelalter beschränkt. Zu allen Zeiten, vom frühen Mittelalter, über die Renaissance, den Barock, die Zeit der Aufklärung bis hin zur Gegenwart fanden sich reizvolle Texte, in Verse gesetzte heitere Anekdoten, Liebeslieder oder Texte des Widerstands und der Auflehnung gegen die Obrigkeiten.
Musikalisch war der Weg der sechs Musiker klar: Die eigenen oder auch traditionellen Melodien sollten volksliedhaften Charakter haben, durch die klassische Rockbesetzung aus Bass, Schlagzeug und E.-Gitarren jedoch einen zeitgemäße, kraftvollen Ausdruck erhalten. Schnell kam eine Vielzahl historischer Folk-Instrumente hinzu: Mandoline, Waldzither, akustische Gitarren, Autoharp, Streichpsalter, Mandola, E.-Bouzouki, Banjo, Tin Whistle, Blockflöte, Querflöte, Krummhorn, Epinette des Vosges, Dulcimer, Akkordeon, Glockenspiel, Bodhran und diverse Percussion-Instrumente.
Ende 1977 gaben sich die sechs Oberhausener Musiker den Namen REIFROCK, der diese musikalische Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart zum Ausdruck bringen sollte.
1978 spielten die sechs ihr erstes Konzert im Revierpark Vonderort in Oberhausen mit großem Erfolg in der Besetzung: Hans-Jürgen Mrak (Gesang, Mandoline, Banjo, Dulcimer, Akkordeon, Flöten, Bodhran). Helmut Baar (Gesang, Gitarren, Akkordeon). Winfried Baar (Gesang, Autoharp, Mandoline, Epinette des Vosges, Waldzither, Flöten, Glockenspiel). Hein Schüürman (Gesang, Gitarren, E.-Bouzouki, Querflöte). Manfred Klingbeil (Gesang, Bass, Gitarren, Mandoline). Werner Klinkhammer (Schlagzeug, Glockenspiel).
Nach kurzer Zeit verließ Helmut Baar die Gruppe und wurde durch Rainer Müller ersetzt. Ende 1979 wurde der Gitarrist Till Bittroff Bandmitglied.
In dieser Besetzung begeisterte die Band u.a. im Folkclub Witten. Die legendäre “Folk-Mutter” Hildegard Doebner und der Konzertveranstalter Walter Gommers erkannten das Potenzial von REIFROCK und so ging es anschließend auf die großen Folkfestivals.
Pfingsten 1980 verließ REIFROCK die Newcomer-Bühne des Folkfestivals in Ingelheim als “die Entdeckung des Jahres” mit dem ersten Preis und brachte am Abend, auf der Hauptbühne, die Folkies mit ihrem rockigen ‘Hinker’ und ‘Der Zimmergesell’ so richtig in Fahrt.
Ende 1980 nahm REIFROCK mit dem Folkproduzenten Carsten Linde ihr erstes Album mit dem Titel “unter einem Hut” auf, mit Werner Klinkhammer, Hein Schüürman, Manfred Klingbeil, Till Bittroff, Hans-Jürgen Mrak und Winfried Baar. Von da an spielte REIFROCK eine lange Reihe von Konzerten mit bekannten Musikern und Bands wie Alan Stivell, Ougenweide, Allan Taylor, Wizz Jones, The Fureys & Davey Arthur, Liederjan, Wolfgang Niedecken, Peter Bursch & Bröselmaschine, Rick Abao, Hamish Imlach, Falkenstein, Bots, Le Clou, la Manivelle, u.v.a.m.
Anfang 1982 verließen Werner Klinkhammer und Hein Schüürman die Band und so fand die Promotion-Tour durch ganz Deutschland mit Winfried Baar, Hans-Jürgen Mrak, Hans Rheintal (Schlagzeug), Manfred Klingbeil, Wolfgang Memel (Git.) und Till Bittroff statt.
1982, zum Jahresende, verließen Hans Rheintal und Wolfgang Memel die Band und konnten durch Jürgen Trimborn (Gesang, Gitarren) und Gerd Lake (Schlagzeug) ersetzt werden. Willem und Sigrid Werner gaben jeweils kurze Gastspiele als Geiger.
1985 verließ Winfried Baar die Band und zog nach Friesland. Für ihn kam Katrin Bittroff (Flöten und Gesang) und in dieser Formation ging der Erfolg von REIFROCK ungebrochen weiter, bis 1987 Hans-Jürgen Mrak und Gerd Lake die Band verließen. Geeignete Bandmitglieder zu finden war nicht leicht und eine Reihe Musiker kamen und gingen. Albrecht Klehmet (Gesang, Gitarre, Mandoline) stieß 1988 dazu. Als letztes der Gründungsmitglieder verließ 1990 Manfred Klingbeil die Gruppe. 1991 war REIFROCK dann wieder komplett und mit Ulf Kirstein (Schlagzeug), Katrin Bittroff (Gesang, Flöten), Jürgen Trimborn (Gesang, Bass, Gitarren), Albrecht Klehmet (Gesang, Mandoline, Gitarre) und Till Bittroff (Gesang, Gitarren, Waldzither) kehrten wieder Kontinuität und Kreativität in die Gruppe ein. Viele Konzerte wurden gespielt und viele neue Stücke wurden geschrieben. Die erste LP lag nun schon zehn Jahre zurück. Die Zeit war reif für einen neues Album.
1992 wurde die CD “Ritter, Räuber und Zigeuner” aufgenommen und im Herbst des Jahres erfolgreich im Schloss Oberhausen präsentiert. REIFROCK spielte zahlreiche Konzerte in ganz Deutschland, präsentierte sich live in der “Aktuellen Stunde” des WDR-Fernsehens und war Gast in verschiedenen Radiosendungen.
1993 gab die Gruppe ein Jubiläumskonzert unter dem Titel ‘15 Jahre REIFROCK’ im Ebertbad in Oberhausen. Die fünf aktuellen REIFROCK-Musiker hatten auf der Bühne eine große Zahl ehemaliger Bandmitglieder um sich versammelt.
1998, Albrecht Klehmet hatte die Band verlassen und der Keyboarder Matthias Böse hatte seinen Platz eingenommen, wurde das dritte Album mit dem Titel “ungeschoren” veröffentlicht. Immer noch wurden zahlreiche Konzerte gespielt, auch wenn das Interesse des Publikums an Folkrock spürbar nachgelassen hatte.
2003 löste sich REIFROCK auf und die Bandmitglieder verfolgten eigene musikalische Projekte.
2010 Zum Jahresende trafen sich die Gründungsmitglieder von REIFROCK, Winfried Baar, Till Bittroff, Manfred Klingbeil, Werner Klinkhammer und Hans-Jürgen Mrak, die man als Pioniere des deutschen Folkrock bezeichnen kann, um die Gruppe wieder auferstehen zu lassen. Weniger anzeigen

Line-up

Winfried Baar

Sänger

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