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Neue Konzepte

Beitrag zur Corona-Forschung: Tim Bendzko spielt Konzert vor 4.000 Zuschauer/innen

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 20.07.2020

coronakrise liveszene

Beitrag zur Corona-Forschung: Tim Bendzko spielt Konzert vor 4.000 Zuschauer/innen

Tim Bendzko (live in Hamburg, 2018). © Falk Simon

Die Universitätsklinik Halle will das Risiko einer Corona-Infektion im Rahmen von Großveranstaltungen untersuchen. Dazu soll ein Konzert mit Tim Bendzko in der ARENA Leipzig stattfinden, für das derzeit noch Teilnehmer/innen gesucht werden.

Das Projekt mit dem Namen RESTART-19 ("Risk prediction of indoor sports and culture events for the Transmission of COVID-19") stellt eine Konzertveranstaltung mit insgesamt 4.000 Probanden in drei verschiedenen Szenarien nach, um damit das von Hallen-Großveranstaltungen ausgehende Ansteckungsrisiko mit COVID-19 zu simulieren:

  • Szenario 1 simuliert einen Veranstaltungsablauf wie vor Beginn der Pandemie und mit 4.000 Besucher/innen 
  • Szenario 2 ermöglicht ebenfalls 4.000 Gästen den Einlass, verfolgt allerdings ein optimiertes Hygienekonzept und vergrößert die Abstände zwischen den Teilnehmer/innen deutlich
  • Szenario 3 basiert auf einem Mindestabstand auf den Zuschauertribünen von 1,5 Metern. Hier sind nur noch knapp 2.000 Probanden beteiligt. 

In jedem der Szenarien spielt Tim Bendzko ein Konzert, um das Zuschauerverhalten möglichst realistisch nachzustellen. Auch die An- und Abreise mit der Straßenbahm ist Teil der Simulation.

Der gläserne Gast

Die Teilnehmenden des RESTART-19-Versuchs werden mit einem Contact Tracer ausgestattet, der den Abstand zu den anderen Teilnehmer/innen misst und aufzeichnet. So können die Anzahl der kritischen Kontakte der einzelnen Probanden gemessen und in neue Hygienekonzepte aufgenommen werden. 

Mit Hilfe eines fluoreszierenden Händedesinfektionsmittels sollen außerdem häufig berührte Oberflächen identifiziert werden, die in der weiteren Planung für Großveranstaltungen besondere Berücksichtigung finden sollen.

Geringes Risiko

Derzeit sucht die Universitätsklinik Halle noch immer nach Probanden, die an dem Versuch teilnehmen wollen. Diese dürfen keine COVID-19-Symptome aufweisen, sich nicht in einem Risikogebiet aufgehalten und keinen Kontakt zu erkrankten Personen gehabt haben.

Als Schutzmaßnahme werden außerdem Atemschutzmasken (FFP2) und Händedesinfektionsmittel ausgeteilt. Trotzdem kann ein 100%-iger Schutz nicht gewährleistet werden. Im Falle einer tatsächlichen Infektion sollen die Infektionsketten durch die Verwendung von Contact Tracern jedoch schnell nachvollzogen werden können. 

Dringend benötigte Perspektive

Auf der Projektseite der Uniklinik Halle heißt es, dass die Teilnahme an der Studie keinen Nutzen für die Gesundheit der Probanden hat. Die Ergebnisse der Studie können jedoch dazu beitragen, eine Perspektive für Kulturschaffende und Sportvereine zu entwickeln, unter welchen Rahmenbedingungen die Zulassung von Zuschauern bei Großveranstaltungen wieder möglich sein könnte. 

Trotz zunehmender Lockerungen der aktuell gültigen Veranstaltungsverordnungen sind die Perspektiven gerade für Großeranstaltungen, die nicht Open-Air stattfinden, in der Coronakrise noch immer düster. Neue Hygienekonzepte sind daher dringend notwendig. 

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Am Sportforum 2, 04105 Leipzig

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