×

Unterschiedliche Vorgehensweisen

Diese Bundesländer unterstützen Künstler und Kulturschaffende auch 2021

Spezial/Schwerpunkt von Daniel Nagel
veröffentlicht am 26.01.2021

kulturpolitik musikbusiness coronakrise

Diese Bundesländer unterstützen Künstler und Kulturschaffende auch 2021

Viele Bundesländer helfen Künstlern in der Coronakrise - aber auf unterschiedliche Art und Weise. © Backstage PRO

Die Coronavirus-Pandemie macht 2021 vorerst das normale kulturelle Leben weitgehend unmöglich. Aus diesem Grund setzen viele Länder ihre Förderprogramme für Künstler und Kulturschaffende 2021 fort. Die Details gibt es hier.

Nach wie vor gibt es in Bezug auf Hilfen für Künstler und Kulturschaffende große Unterschiede zwischen den verschiedenen Bundesländern.

Während manche Länder pauschale monatliche Beträge (sog. Unternehmerlohn) gewähren, bevorzugen andere Stipendien oder Projektzuschüsse.

Stärkere Rolle des Bundes

In zahlreichen Bundesländern sind Hilfsprogramme ausgelaufen. Ob im Verlauf des Jahres neue Programme aufgelegt werden, lässt sich aktuell nicht sagen.

Ein Grund dafür ist fraglos das stärkere Engagement des Bundes, beispielsweise in Form der Neustarthilfe, über die wir an dieser Stelle ausführlich berichtet haben. 

Da sich die Lage ständig ändern kann, sei allen Hilfesuchenden empfohlen, ständig die entsprechenden Seiten ihres Bundeslandes im Blick zu haben. Den aktuellen Stand bietet die folgende Übersicht. 

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 26. Februar 2021 aktualisiert.

Baden-Württemberg

Im Rahmen der Überbrückungshilfe II können Soloselbständige und Kleinst- bzw. Kleinunternehmer aus Baden-Württemberg (also auch Musiker und Künstler) Kosten des privaten Lebensunterhalts in Höhe von 1.180 Euro pro Monat für die Monate September bis Dezember 2020 geltend machen (sog. Unternehmerlohn). Anträge sind noch bis 31. März 2021 möglich.

Eine Staffelung des sogenannten Unternehmerlohns für den jeweiligen Fördermonat bestand wie folgt:

  • 590 Euro bei Umsatzeinbruch zwischen 40% und unter 50% im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 830 Euro bei Umsatzeinbruch zwischen 50% und unter 70% im Vergleich zum Vorjahresmonat
  • 1180 Euro bei Umsatzeinbruch von mehr als 70% im Vergleich zum Vorjahresmonat

Bayern

Freischaffende Künstler sowie Angehörige kulturnaher Berufe mit Hauptwohnsitz in Bayern können seit Mitte Dezember 2020 ein Soloselbstständigenprogramm beantragen. Dieses bietet einen fiktiven Unternehmerlohn.

Das Programm gilt rückwirkend für den Zeitraum Oktober bis Dezember 2020. Berechtigt ist, wer spätestens seit dem 1. Februar 2020 eine künstlerische, publizistische oder kulturnahe Tätigkeit ausübt. 

Voraussetzung ist ein Rückgang der durchschnittlichen monatlichen Gesamteinnahmen des Antragstellers um mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Im Erfolgsfall erhalten die Antragsteller einen Betrag von bis zu 1.180 Euro monatlich für den genannten Zeitraum. Anträge können bis zum 31. März 2021 gestellt werden.  

Update, 23.2.2021: Das Soloselbständigenprogramm in Bayern wird verlängert. Soloselbständige können auch für den Zeitraum von Januar bis Juni 2021 eine Finanzhilfe von 1.180 Euro erhalten. Die Antragsfrist läuft bis Ende Juni 2021. 

Berlin 

Aktuell liegen keine Informationen über spezifische Hilfsprogramme des Landes Berlin für Künstler und/oder Soloselbständige vor.

Brandenburg

Aktuell liegen keine Informationen über spezifische Hilfsprogramme des Landes Brandenburg für Künstler und/oder Soloselbständige vor.

Bremen

Die Hansestadt Bremen bot Ende November 2020 ein Stipendienprogramm an. 

Antragsberechtigt waren Künstler*innen, die professionell, selbstständig und freischaffend sind, zum Antragszeitpunkt ihren Erst-/Hauptwohnsitz in Bremen oder Bremerhaven hatten und die schriftlich glaubhaft machen konnten, dass ihre künstlerische Tätigkeit durch die Corona-Pandemie weiterhin beeinträchtigt war.

Außerdem war ein Nachweis der Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse erforderlich. Alternativ mussten Antragsteller versichern können, ihren Lebensunterhalt in den Jahren 2018 und 2019 aus künstlerischer Tätigkeit bestritten zu haben.

Das Stipendienprogramm gewährte im Erfolgsfall nicht rückzahlbare Förderungen in Höhe von maximal 7.000 Euro pro Person.

Das Antragsverfahren endete am 31. Januar 2021.

Hamburg

Update, 26. Februar 2021: Hamburg hat den Hamburger Gagenfonds ins Leben gerufen, der 2021 in die dritte Förderrunde geht. Für diesen hat die Stadt mittlerweile ein Gesamtbudget von 750.000 Euro zur Verfügung gestellt hat.

Der Fond gewährt Zuschüsse für Konzerte, die 2020 oder 2021 gespielt und für die alle notwendigen Nachweise vorgelegt wurden. Der festgelegte Zeitraum für virtuelle Konzerte und DJ-Sets liegt zwischen dem 13.03.2020 und dem 30.04.2021 (wobei das Datum der Ausstrahlung ausschlaggebend ist). Für physische Konzerte und DJ-Sets beginnt der erforderliche Zeitraum erst am 01.07.2020, die Frist bleibt gleich. 

Das Etat ist nicht für Auftritte bestimmt, die erst in der Zukunft geplant sind, ebenfalls nicht für in der Vergangenheit ausgefallene Konzerte oder DJ-Sets. 

Förderberechtigt sind Musikerinnen und Musiker, Bands/Projekte/Kollektive und Künstlerische DJs der Popular- und Jazzmusik. Diese müssen haupt- oder nebenberuflich selbstständig künstlerisch tätig sein und ihren Wohnsitz in Hamburg haben. Für Bands gilt eine besondere Regelung, was den Wohnort angeht. Die Voraussetzungen können an dieser Stelle nachgelesen werden. 

Der Umfang der Unterstützungsleistung hängt von der Höhe der Vergütung des gespielten Konzertes und der durchschnittlichen Anzahl der Zuschauer bei Auftritten in 2018/2019 ab. Pro Musiker ist ein Zuschuss von bis zu 500 Euro möglich, pro Band sind es bis zu 2000 Euro. Bei DJs wird anhand der Anzahl an Headliner-Shows entschieden. Der Förderbetrag kann pro DJ-Künstler bis zu 500 Euro betragen.

Der Bewerbungszeitraum beginnt am 1. März und endet am 30. April 2021. Anträge können nach Online-Registrierung gestellt werden. 

Hessen

Hessen plant Mitte März 2021 die zweite Runde des Kulturförderprogrammes für Künstlerinnen und Künstler aller Sparten zu eröffnen. 

Antragsberechtigt sind alle freischaffenden Künstlerinnen und Künstler aus Hessen, die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK) spielt dabei keine Rolle. 

Durch die Brückenstipendien können Kulturschaffende einmalig 2500 Euro für ihre Projekte erhalten.

Die endgültigen Förderrichtlinien für die Stipendien, Kriterien für eingereichte Projekte und einen Link für das entsprechende Antragsportal werden in Kürze an dieser Stelle zur Verfügung stehen.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern legt das Überbrückungsstipendium im Jahr 2021 neu auf. Soloselbstständige im Kulturbereich können ein erstmaliges oder ein zweites Stipendium in Höhe von 2.000 Euro beantragen. Das Überbrückungsstipendium wird über den MV-Schutzfonds Kultur finanziert, der im Jahr 2021 weitergeführt wird.

Das Überbrückungsstipendium kann neben den November- und Dezember-Hilfen des Bundes oder Neustart Kultur gezahlt werden und wird nicht auf diese Programme angerechnet. Das gilt, soweit es nicht denselben Zweck zum Gegenstand hat (keine Doppelförderung).

Eine Förderung ist auch möglich, wenn Soloselbstständige bereits das Überbrückungsstipendium für das Jahr 2020 in Anspruch genommen haben. Zu den Anspruchsberechtigten zählen freischaffende, professionelle Künstlerinnen und Künstler in Mecklenburg-Vorpommern.

Anträge müssen bis spätestens 31. März 2021 gestellt werden. Detailliertere Informationen finden sich an dieser Stelle. Das Antragsformular kann hier aufgerufen werden. 

Niedersachsen

Das Corona-Sonderprogramm für Solo-Selbstständige und Kultureinrichtungen besteht aus vier Förderlinien, von denen diejenigen für "Solo-Selbständige im nichtöffentlichen Bereich" und "Innovative künstlerische Projekte" seit Mitte Dezember 2020 nicht mehr beantragt werden können.

Bis zum 28.2.2021 sind noch Anträge für die Förderlinien "Kulturelle Veranstaltungen" und "Kulturelle Bildung" möglich. Diese fördern Ausgaben, die unmittelbar durch Vertragsabschlüsse mit Solo-Selbstständigen oder Zusammenschlüsse von Solo-Selbstständigen für ihre Beteiligung an kulturellen Veranstaltungen oder im Bereich der kulturellen Bildung bestehen.

Antragsberechtigt sind Einrichtungen mit einem regelmäßigen Kultur- oder Bildungsangebot mit Sitz in Niedersachsen. Dies können juristische Personen des privaten Rechts oder natürliche Personen sein. Die maximale Fördersumme beträgt 30.000 Euro.

Nordrhein-Westfalen

Die NRW Überbrückungshilfe Plus wird fortgesetzt. Dabei handelt es sich um eine branchenübergreifende Wirtschaftsförderungsleistung in Form eines fiktiven Unternehmerlohns. 

Sofern die Antragsvoraussetzungen der Überbrückungshilfe II des Bundes vorliegen, erhalten Antragsteller eine zusätzliche Förderung von 1.000 Euro pro Monat für maximal vier Monate im Zeitraum September bis Dezember 2020 (maximal 4.000 Euro) aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen.

Anträge können bis 31. März 2021 gestellt werden.

Rheinland-Pfalz

Am 15. Januar 2021 startet die dritte Runde des Stipendienprogramms des Landes Rheinland-Pfalz, die bis zum 30. April gehen wird. Es ist Teil des Landesprogramms "Im Fokus – 6 Punkte für die Kultur".

Zuwendungsempfänger können Soloselbständige und Ensembles aller künstlerischen Sparten sein, die ihren Erstwohnsitz in Rheinland-Pfalz haben, eine künstlerische oder publizistische Tätigkeit erwerbsmäßig und nicht nur vorübergehend ausüben und Mitglied der KSK sind oder die künstlerische Tätigkeit auf andere Weise nachweisen.

Ein coronabedingter Verlust von Einnahmen muss plausibel dargestellt werden und eine überzeugende Projektidee, an der innerhalb des Stipendiums gearbeitet werden wird, im Antrag vorgestellt werden. 

Das Projektstipendium umfasst ein Stipendiengeld von 2.000 Euro und wird zu Beginn des Stipendiums ausbezahlt. 

Saarland

Der Saarländische Ministerpräsident Tobias Hans erklärte am 15. Februar 2021, dass das Stipendienprogramm für Solokünstlerinnen und -künstler vom Sommer 2020 mit 1,9 Millionen Euro neu aufgelegt werden soll.

Gefördert werden Solokünstlerinnen und -künstler aller Sparten mit dem Ziel der Entwicklung und Umsetzung neuer kreativer Ansätze der Kunstvermittlung.

Antragsteller müssen nachweisen können, dass sie mindestens seit 1. August 2020 im Saarland wohnen und mehr als 50 % ihres Gesamteinkommens aus einer künstlerischen Tätigkeit beziehen. 

Im Erfolgsfall können sie einmalig 3000 Euro erhalten. Diese Summe kann auch zusätzlich zu Sofort- und Überbrückungshilfen beantragt werden.

Weitere Informationen gibt es hier

Sachsen

Aktuell liegen keine Informationen über spezifische Hilfsprogramme des Freistaats Sachsen für Künstler und/oder Soloselbständige vor.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt hat bekanntgegeben, dass es ab März 2021 eine Neuauflage des Förderprogramms "Kultur ans Netz" geben wird.

Die Mittel sind noch aus der ersten Runde des Programms vorhanden, da von den bereitgestellten 6 Millionen Euro nur 1,5 Millionen Euro abgerufen wurden.

Weitere Informationen gibt es in diesem Artikel des MDR.

Schleswig Holstein

Update, 24. Februar 2021: In Schleswig-Holstein können sich freischaffende und hauptberuflich tätige Künstlerinnen und Künstler aller Sparten für die neuen #KulturhilfeSH Stipendien bewerben.

Diese müssen ihren Erstwohnsitz in Schleswig-Holstein haben und mindestens 51 % ihrer Einkünfte aus einer selbstständigen, freiberuflichen Tätigkeit beziehen. Auch unstetig sowie kurz befristet beschäftigte Künstler haben Anspruch auf Hilfe.

Das Kulturministerium stellt zu diesem Zweck insgesamt 3 Millionen Euro zur Verfügung, von denen Bewerber einmalig 2.000 Euro erhalten können.

Anträge können an dieser Stelle eingereicht werden. Der Bewerbungszeitraum endet am 15. Mai 2021, sofern die Landesmittel bis dahin noch nicht ausgeschöpft sind.

Thüringen

Im Rahmen der Überbrückungshilfe II können Soloselbständige und Kleinst- bzw. Kleinunternehmer aus Thüringen (also auch Musiker und Künstler) Kosten des privaten Lebensunterhalts in Höhe von 1.180 Euro pro Monat für die Monate September bis Dezember 2020 geltend machen (sog. Unternehmerlohn). Anträge sind noch bis 31. März 2021 möglich.

Thüringen hat außerdem 2021 ein neues Stipendienprogramm ins Leben gerufen. Es richtet sich an freischaffende Künstler der Sparten Bildende und Darstellende Kunst, Musik, Film und Literatur mit Hauptwohnsitz in Thüringen.

Die Stipendien sollen die Kulturakteure dabei unterstützen, zukunftsweisende Konzepte und Formate zu entwickeln. Ausgelobt werden 250 Einzelstipendien in Höhe von je 4.000 Euro. Ab 25. Januar 2021 können Anträge bei der Kulturstiftung des Freistaats gestellt werden.

Auch interessant

Ähnliche Themen

Übersicht: So fördern Bund und Länder Clubs, Festivals und Veranstalter 2021

Neue Runde an Hilfen

Übersicht: So fördern Bund und Länder Clubs, Festivals und Veranstalter 2021

veröffentlicht am 23.02.2021   4

Lederer: Kultur bei Planungen zur Wiedereröffnung berücksichtigen

Nicht "stiefmütterlich" behandeln

Lederer: Kultur bei Planungen zur Wiedereröffnung berücksichtigen

veröffentlicht am 10.02.2021

Mit diesem Plan soll Kultur schrittweise in den gesellschaftlichen Alltag zurückkehren

Schritt für Schritt

Mit diesem Plan soll Kultur schrittweise in den gesellschaftlichen Alltag zurückkehren

veröffentlicht am 09.02.2021   2

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!