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Rock mal anders

Meilensteine des Gitarren-Einsatzes in anderen Musikrichtungen

von Backstage PRO
veröffentlicht am 12.06.2019

gitarren

Meilensteine des Gitarren-Einsatzes in anderen Musikrichtungen

© romaset via fotolia.de (#216560954)

Es gibt Musikgenres, die man nicht zwingend mit dem Klang von E-Gitarren verbindet. Immer mehr starke Songs machen sich dieses Element heutzutage zunutze. Doch der Gitarreneinsatz im Fremdgenre hat auch eine lange und erfolgreiche Geschichte.

Blues, Jazz, Folk, und natürlich Rock in sämtlichen Spielarten: Es gibt genügend Musikgenres, bei denen die Gitarre nicht nur Instrument, sondern prägnanter Mittelpunkt ist. Ebenso gibt es Genres, bei denen sich der Zuhörer zumindest erst einmal wundert, wenn er plötzlich Gitarrenklänge zwischen Blechbläsern, Geigen oder Synthie-Sounds vernimmt.

Bewegte Geschichte

Heute befinden wir uns an einem Punkt, an dem der Gitarreneinsatz keine so große Überraschung mehr ist. Vor allem im aktuell so populären Deutschrap wird die Gitarre im Beat gern und oft als Stilmittel genutzt.

Ein Beispiel ist etwa "Champion Sound" von Marteria & Casper, wo ein Solo über weite Teile des Tracks eine prägnante Rolle einnimmt, um dann auch im Outro zum alleine tragenden Element zu werden. Sogar in Trap-/Mumblerapstar Yung Hurns "Rot" geben die Gitarrenriffs dem Beat eine ganz neue Farbe und unterstreichen die rauschhafte Ästhetik des Musikvideos.

Die heutige Situation baut auf einer langen Geschichte auf, in der eine solche Gratwanderung der Musikstile ziemlich neu und ziemlich spektakulär war. Es war eine handvoll Musiker, die über die Grenzen ihres jeweiligen Schaffens hinausdachten. Mit folgendem Überblick soll wichtigen Songs und den dahintersteckenden Künstlern ein kleines Denkmal gesetzt werden.

1. "Walk this Way" von Aerosmith und Run DMC

Die Gitarre "stilfremd" einzusetzen, war in früheren Jahrzehnten für so manchen Puristen wie eine bislang unbekannte Speise: Man kennt sie nicht und kann sich in aller Regel auch nicht vorstellen, dass es schmecken wird. Probiert man dann trotzdem, stellt man fest, dass das genaue Gegenteil der Fall ist – so auch bei diesem Song, den wir ob seiner Bekanntheit als erstes erwähnen müssen.

Run DMC

Run DMC, © https://www.instagram.com/p/VcQ5UhyO4c/ (Screenshot Instagram)

Wir schreiben das Jahr 1986. Rap existierte bereits eine ganze Weile, das Genre hatte auch schon das eine oder andere Mal mit der Gitarre experimentiert. Aber es fehlte noch der ganz große Mainstream-Paukenschlag, der eine neue Zeit einläutete.

Zu diesem Zeitpunkt saß die wohl bekannteste Rap-Combo der Welt im Studio, um ihr Album "Raising Hell" aufzunehmen. Zwar hatten Run DMC bereits Erfahrungen damit gesammelt, einzelne Rock-Tracks zu sampeln und als Loop zu verwenden.

Tatsächlich hatten sie sogar den 1975 veröffentlichten Aerosmith-Track "Walk this Way" schon einmal als Freestyle-Grundlage auf dem Album "Toys in the Attic" verwendet. Doch bis auf DJ Jam Master Jay kannten die Mitglieder den Song nicht genauer.

Es war Produzent und Legende Rick Rubin, der die drei Jungs mit dem vollständigen Track bekannt machte. Er überzeugte sie auch, daraus ein Crossover zu kreieren. Bis auf Jam Master Jay sorgte das zunächst nicht gerade für allzu große Begeisterung, doch man lud Aerosmith ins Studio ein und brachte den Song unter Dach und Fach. Was dann passierte, überraschte alle Beteiligten:

  1. Der eigentlich nie als Single angedachte Song wurde im Radio rauf und runter gespielt und erwies sich als so erfolgreich, dass er zu einem von Run DMCs Vorzeigesongs avancierte.
  2. Aerosmith, die zu dieser Zeit eine Karriereflaute hatten, wurden schlagartig wieder in den Mainstream katapultiert.

Ein typischer Fall von "das Richtige zur richtigen Zeit". Die rockigen Riffs eines weltbekannten Songs, gepaart mit gerappten Lyrics, dazu ein kultiges Video, welches diese Gegensätze augenzwinkernd auf die Schippe nahm. Das passte, und nicht wenige sind der Ansicht, dass dieser Song der kommerzielle Durchbruch des bis dato wenig beachteten "Rap-Rocks" war.

Run DMC  Walk This Way ft. Aerosmith

2. "Roll Over Beethoven" des Electric Light Orchestra

Ein vorzügliches Beispiel für die Wurzeln des ungewöhnlichen Gitarreneinsatzes ist das 1970 in Birmingham gegründete Electric Light Orchestra (ELO). Auslöser für deren Gründung war, dass Jeff Lynne und Roy Wood ausgesprochen experimentierfreudige Musiker waren und eine Basis schaffen wollten, auf der sich klassische Musik mit rockigen Elementen verbinden ließ.

Electric Light Orchestra

Electric Light Orchestra, © https://www.instagram.com/p/BenLGBtBvUZ/ (Screenshot Instagram)

Schon die erste Single des Electric Light Orchestra, "10538 Overture", zeigte, dass dies ganz und gar kein Fehlgedanke war, sondern mit einem ausgewogenen Verhältnis der Instrumente bestens funktionierte.

Die wohl bekannteste Verbindung von Rock und Klassik entstand 1972 und machte ein Versprechen wahr: Als Chuck Berry 1956 "Roll Over Beethoven" aufgenommen hatte, schuf er zwar einen sehr erfolgreichen Song, aber die Erwähnung von Beethoven und Tschaikowski in Text und Titel blieb der einzige Kontakt mit und Kontrast zu klassischer Musik. Es war und ist "nur" ein normaler Rock and Roll Track.

ELO indes griffen genau dort an. Sie interpretierten den Song neu, eröffneten ihn mit Beethovens fünfter Symphonie und bauten weitere klassische Versatzstücke ein. Das Ergebnis war nicht nur der mutmaßlich bekannteste Song der Band, sondern auch einer der wichtigsten Vertreter des "Symphonic Rock".

Electric Light Orchestra  Roll Over Beethoven (Original Promo)

3. "No Sleep till Brooklyn" von den Beastie Boys

Seit der Gründung der Beastie Boys im Jahr 1981 waren die drei Jungs in der Szene als "anders" bekannt. Ihre unmittelbare Vorgänger-Gruppe, The Young Aborigines, galt als einer der Vorreiter des Hardcore Punk. Und die Beastie Boys selbst waren schon deshalb ein Kuriosum, weil sie die ersten Weißen waren, die in die bis dato praktisch vollkommen afroamerikanische Rap-Welt vordrangen.

Beastie Boys

Beastie Boys, © https://www.instagram.com/p/ByP3_N9FpSM/ (Screenshot Instagram)

Angesichts einer solchen Mentalität, gepaart mit diesem Background, wundert es nicht, dass die Beasties keinerlei Hemmungen hatten, Gitarren und Rap zu verheiraten. Der erste Versuch war das 1984 aufgenommene Stück "Rock Hard", das auch auf viele moderne Geschmäcker gut abgestimmt und enorm kraftvoll wirkt.

Der einzige Lapsus: Das Gitarrenriff war ein unautorisiert übernommenes Sample des AC/DC-Songs "Back in Black". Das rief schnell Ärger hervor, die Single wurde zurückgezogen, bevor sie mutmaßlich zum ersten massenerfolgreichen Rap-Rock-Stück werden konnte.

Zwei Jahre später, im Frühjahr 1986, saß die Gruppe im Studio und arbeitete an ihrem legendären Debütalbum "Licensed to Ill". Und es war klar: Es musste wieder rocken, allerdings diesmal rechtlich unanfechtbar.

Von den vielen Songs dieses Albums, in denen die gerappten Zeilen sich perfekt auf rockige Riffs schmiegen, war die wohl ausgewogenste Kombination "No Sleep till Brooklyn". Für den Gitarrenpart holten sich die Boys niemand Geringeren als Kerry King ins Studio. Das Gründungsmitglied von Slayer spielte seinen Part ein – war von diesem Rap-Cocktail jedoch alles andere als begeistert:

"Ich glaube nicht, dass er den Song mochte. Ich glaube, er fand das bizarr. Er ist ein echter überzeugter Metalhead. Er liebt Metal wirklich und ich glaube nicht, dass er viel Musik außerhalb des Metal hört. Zumindest damals tat er das nicht. Ich glaube nicht, dass das sein ästhetisches Empfinden ansprach."

So drückte es Rick Rubin in einem Interview mit dem Rolling Stone Magazine aus. Doch ganz gleich ob Kerry King den Song mochte oder nicht, die Massen taten es mit Sicherheit; erst recht, als ein dazu passendes, im bekannten Beastie-Boy-Stil selbstironisches Video lanciert wurde.

So darf "No Sleep till Brooklyn" heute als einer der wichtigsten Crossover-Songs überhaupt genannt werden – und auch als Hinweis auf den Einfluss von Motörhead: Der Songtitel ist eine direkte Anspielung auf und kleine Hommage an deren Album "No Sleep 'til Hammersmith" von 1981.

Beastie Boys  No Sleep Till Brooklyn

4. "Breathe" von The Prodigy

Als am 4. März 2019 selbst die großen Nachrichtenmagazine Eilmeldungen brachten, dass Keith Flint tot aufgefunden worden sei, war das nicht nur eine übliche Meldung über einen toten Prominenten. Vielmehr war es der lebende Beweis dafür, welch immense Wirkung der Musiker und seine Band auf die Musikwelt im Allgemeinen hatten. Denn The Prodigy waren und sind Musiker, die es schafften, genreübergreifend Fans zu begeistern.

Das allein ist schon eine Kunst für sich. Doch The Prodigy hoben diese Kunst auf ein neues Level, weil die Band von ihrer Gründung bis heute primär in der elektronischen Musik beheimatet war und ist. Und gerade diese elektronische Musik tat und tut sich häufig noch von allen Genres am schwersten damit, Gitarren zu akzeptieren. Die Liste wirklich erfolgreicher Songs ist dünn gesät.

Keith Flynt (The Prodigy)

Keith Flynt (The Prodigy), © https://www.instagram.com/p/BxeQtlRj3Qz/ (Screenshot Instagram)

Eine der Ausnahmen waren eben The Prodigy. Die britische Gruppe hatte seit ihren Anfängen 1990 niemals Kontaktängste gezeigt, sondern musikalische Zutaten nur nach Tauglichkeit akzeptiert und nicht nach Ursprung oder Geschichte. Schon das erste Studioalbum, "Experience", zeigte das in aller Deutlichkeit, auch wenn es sattelfest im Hardcore und Rave verankert ist.

Den wirklichen Durchbruch der Ideen feierte das zwischen 1995 und 1997 aufgenommene Album "The Fat of the Land". Die erste Single, "Firestarter", wurde zum Aushängeschild. Doch der zweite Song, "Breathe", zeigte, in welchem Ausmaß die Gitarre mit elektronischen Klängen harmonieren kann.

Was Jim Davies, ehemals bei Pitchshifter, dafür einspielte, war der tragende Part des wuchtigen Refrains des Songs. Erst die verzerrten Riffs gaben dem Track die psychotische Gewalt, für die ihn zahllose Kritiker und Zuhörer feierten und die ihn in vielen Ländern in die Top-Ten katapultierte.

The Prodigy  Breathe

5. "Concerto for Group and Orchestra" von Jon Lord / Deep Purple

Der Ehrentitel des Wegbereiters wurde schon so manchem Musiker und mancher Band verliehen. Manchmal sind es verfrühte Lorbeeren, bei Deep Purple ist der Titel jedoch unstrittig verdient. Dabei muss man nicht nur das gesamte Machwerk betrachten, sondern auch die einzelnen Arbeiten.

Eine davon und gleichzeitig fulminanter Beweis dafür, dass Gitarre und Klassik nicht nur eine funktionierende Ausnahmekombination sind, sondern inhärent miteinander harmonieren, ist das "Concerto for Group and Orchestra".

Deep Purple

Deep Purple, © https://www.instagram.com/p/BwDo60uB5sM/ (Screenshot Instagram)

Denkwürdige Auftritte wie "S&M" von Metallica sind vielen Musikfans bekannt. So auch die Diskografie von Künstlern wie Apocalyptica. Das Concerto war dafür die Initialzündung. Das erste Mal, dass eine Rockband sich mit einem kompletten Symphonieorchester zusammentat. John 'Jon' Lord war die treibende Kraft dahinter. Seine Vision war es, etwas wirklich bahnbrechendes zu schaffen – allerdings kamen die Widerstände dagegen sowohl aus seinen Band-Reihen wie dem Orchester.

Richie Blackmore mochte die Idee nicht, der Rest der Band war zurückhaltend. Und das Royal Philharmonic Orchestra soll dem Vernehmen nach sogar regelrecht unwillig gewesen sein. Dabei ist auch nicht zu vergessen, dass 1969 eine Rockband noch etwas darstellte, das nicht jeder vollkommen selbstverständlich akzeptierte. Den einzigen echten Verbündeten hatte John Lord in Form des Dirigenten Malcolm Arnold.

Doch obschon es ein aus heutiger Sicht eigentlich gut komponiertes Stück war (bis auf einen vieldiskutierten ersten Satz), das die Eigenschaften von Klassik und Rock gefühlvoll verband, enttäuschte die erste Aufnahme. Nachdem das Stück 1970 mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra wiederholt worden war, gingen sogar die Blätter mit den Partituren verloren.

Die verdiente Anerkennung gab es erst 1999, als das Concerto mit dem London Symphony Orchestra neu eingespielt wurde.

Deep Purple  Concerto for Group and Orchestra

6. "Bad Boy for Life" von P. Diddy Et al.

Schaut man sich die Kombinationen aus E-Gitarre und Rap an, fällt auf, dass die Gitarre dabei meist relativ konservativ gespielt wird, indem sie ein rockiges, melodisches Riff spielt, worauf wiederum gerappt wird.

Beschäftigt man sich allerdings etwas mehr mit diesem Genre, bemerkt man, dass bei vielen Songs die Melodie ähnlich abgehackt wirkt wie der Rest des Beats. Ausnahmen wie "PE 2000" von Sean John 'Puff Daddy' Combs bestätigen die Regel. Doch genau dieser Künstler war es auch (nachdem er sich in P. Diddy umbenannt hatte), der die Rockgitarre als echtes Rap-Instrument gebrauchte.

P. Diddy

P. Diddy, © https://www.instagram.com/p/Blb0NIgjnLA/ (Screenshot Instagram)

Für das 2001 erschienene dritte Album, "The Saga Continues…", wollte Produzent Dorsey Wesley ein Aushängeschild schaffen. Man tat sich mit Mark Curry (u.a. für seinen Song "Sorry about the Weather" bekannt) zusammen. Dieser kreierte eine stakkatoartige Notenfolge, die enorm "twangy" klang und somit den perfekten Hintergrund für Beats und Raps schuf.

Für das dazugehörige Video schlüpfte Rock-Koryphäe Dave Navarro in die Rolle des Gitarristen. An den Drums saß Travis Barker, zudem gaben Größen des Rap ein Stelldichein. Tatsächlich war der Track so erfolgreich, dass sein Sample die Basis für zahllose nachfolgende Tracks wurde.

P. Diddy – Bad Boys For Life

7. "The Girl tried to kill me" von Ice-T

Bis zu diesem Punkt waren die Rapper, die wir vorgestellt haben, solche, die Rock nutzten. Abgesehen von den Beastie Boys gibt es aber nur wenige echte Grenzgänger, die in beiden Genres, im Rap und im Rock, zuhause sind.

Body Count

Body Count, © https://www.instagram.com/p/Btj_ouDBjHY/ (Screenshot Instagram)

Eine große Ausnahme stellt Tracy Lauren Marrow, besser bekannt als Ice-T, dar. Er begann als Rapper und war fast die gesamten 80er-Jahre hindurch auch als solcher unterwegs. Doch schon seine 1983 veröffentlichte Erst-Single "The Coldest Rap" zeigte, dass der Künstler keine Scheu hatte, unbekanntes Terrain zu betreten. In diesem Falle glasklares Elektromusik-Terrain.

Seine Liebe zur rockigen Gitarre wuchs mit dem Erfolg. 1989 war es soweit: Sein Album "The Iceberg / Freedom of Speech… Just watch what you say!" erschien und enthielt zwischen klassischen Rap-Tracks, die auf geloopten Samples basierten, auch ein so rockiges Stück, dass nicht wenige es für eine Fehlpressung hielten – "The Girl tried to Kill me".

Zwar gab es keine Single-Auskopplung des Songs. Aber Ice-T hatte definitiv Geschmack an Rock gefunden. 1990 gründete er daher als Nebenprojekt Body Count. Unter anderem mit Gitarrist Ernie C schaffte der Rapper damit etwas, das bislang selten war: Eine aus dem afroamerikanischen Gangster-Rap hervorgegangene Rockgruppe.

1991 infiltrierte er seine Rap-Fanschar, indem er auf seinem wegweisenden Rap-Album "O.G. Original Gangster" den rockigen Track, "Body Count" einbaute, der nicht von ungefähr nach seiner Rockband benannt war.

1992 brachten Body Count dann auch noch ihr selbstbetiteltes Debütalbum heraus – samt enormen medialen Kontroversen ob der arg gewalttätigen, eben Gangster-Rap typischen, Texte. Teilweise wurde dem Album, insbesondere dem Song "Cop Killer" sogar eine Mitschuld an den Los Angeles Riots attestiert. Obwohl der Song bereits 1990, also zwei Jahre vor den Unruhen, geschrieben wurde.

Abseits davon allerdings darf sich Ice-T rühmen, einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Wegbereiter vonseiten des Raps gewesen zu sein, der die Gitarre in diesem Genre salonfähig machte. Und der außerdem die Weichen stellte für Nu-Metal und alles, was in den 90er an Crossover-Spielarten entstand.

Ice-T  The Girl Tried To Kill Me

8. Get Lucky von Daft Punk

Für den letzten Track des kleinen Musikdenkmals haben wir uns etwas Besonderes aufgehoben. All die zuvor genannten Stücke haben gemeinsam, dass sie die Gitarre in klassischer Rock-Manier nutzten. Allerdings ist das natürlich nicht die einzige Spielart für Gitarren, dazu gehören eben auch ganz andere Genres, wie etwa Disco und Funk.

Daft Punk (Cosplay)

Daft Punk (Cosplay), © https://www.instagram.com/p/Bxeh4-znPvL/ (Screenshot Instagram)

Das bringt uns zum House-Duo Daft Punk. Die maskierten Franzosen waren ebenfalls immer als experimentierfreudig bekannt. Kein Wunder also, dass nach genau zwanzig Jahren großer Karriere im Jahr 2013 auch ein echter Disco-Song in die Riege ihrer Klangwunder aufgenommen wurde.

Für die Gitarre verantwortlich zeichnet Nile Rodgers: Nicht nur ein großer Produzent, sondern eben auch fronterfahrener Disco-Gitarrist und -Songschreiber, aus dessen Feder unter anderem "We are Family" von Sister Sledge stammt. Für die Lyrics wurde Pharell Williams verpflichtet.

Das ergab eine Mischung, die passte, wie der Deckel auf den Topf: Ein rundweg klassischer Disco-Song, allerdings eben im 2010er Gewand – und mit einem coolen Nile Rodgers, der wie ehedem auf seiner Plexiglas-Body Stratocaster spielte.

"Get Lucky" schoss die Charts hinauf, stand rasch in mehreren Ländern in den Top Ten, führte Downloadlisten an und zeigt dabei einmal mehr, dass die Gitarre sehr gut in den verschiedensten Genres funktioniert.

Daft Punk – Get Lucky

Fazit

Die Gitarre mag für manche als typisches Instrument für einige wenige Genres stehen. Tatsächlich ist sie jedoch ein Alleskönner, der sowohl mit Klassik, Rap oder auch elektronischer Musik gut harmoniert. Auch hier braucht es nur eine Zutat, ohne die auch in der Musik sowieso nicht funktioniert: Kreativität. Den Rest erledigen routinierte Hände und ein Mischpult.

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