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simfy schränkt das kostenfreie Streaming ein

Artikel veröffentlicht von Backstage PRO Team | 27.04.2012, 18:54

simfy schränkt das kostenfreie Streaming ein

Screenshot simfy.de,

Der deutsche Streaming-Anbieter simfy schränkt seinen freien, werbefinanzierten Service ein, bei dem die Nutzer bisher monatlich mehrere Stunden kostenlos Musik hören konnten. Interessant an diesem Schritt ist vor allem die Begründung.

Künftig können "simfy Free"-Nutzer, die bereits mehr als 2 Monate dabei sind, alle Songs nur noch für 30 Sekunden anspielen. Auf dem offiziellen Blog, wo diese Entscheidung in den Kommentaren vorwiegend heftigen Gegenwind erfährt, schreibt das Unternehmen:

"Unser Antrieb ist, simfy für euch jeden Tag noch besser zu machen. Genauso wichtig ist uns, sicherzustellen, dass Künstler auch in der digitalen Musikwelt fair entlohnt werden."

Erst vor kurzem hatten wir uns mit den Vergütungsmodellen der Streaming-Anbieter beschäftigt, was zu einer kontroversen Diskussion auf Backstage PRO führte. Allgemein dürfte eine bessere Vergütung der Streams aber durchaus willkommen sein. Gleichzeitig jedoch bietet der simfy-Konkurrent spotify weiterhin sein rein werbefinanziertes Streaming-Modell an.

Nimmt simfy hier also nur eine unausweichliche Entwicklung vorweg? Oder ist das umgestaltete Angebot ein Zeichen für simfys Kapitulation gegenüber der Konkurrenz und steht das Ende des deutschen Anbieters kurz bevor? Fest steht wohl nur eines: Für weitere Überraschungen wird der heftig in Bewegung befindliche Streaming-Markt gewiss sorgen.

David Timsit
David Timsit (Sänger, Gitarrist, Producer bei Mirrored In Secrecy, Inhaber bei Isaac Visions): Das ist notwendig. Diese Dumping-Geschichte muss kurzfristig rentabel werden, sonst ist Streaming ein weiterer kommerzieller Friedhof in der Verwertung von Musik.
28.04.2012, 00:11
Markus Biedermann
Markus Biedermann (Redaktion, Mannheim): Aber gewinnen sie damit mehr Leute für den Premium-Service? Mir scheint, dass eine Vielzahl User eher den schnellen Weg zu spotify beschreitet - was sicherlich bisher schon etliche machten und nun ev. noch mehr?
28.04.2012, 10:51
Thomas Wirdschon
Thomas Wirdschon (Sänger, Gitarrist bei speedcake): ist schon eine frechheit, dass man nicht mehr "free" unbegrenzt musik bekommen kann ;-) mann, bin ich froh, dass ich vom der musik nicht leben muss...
28.04.2012, 21:59
Eddy Alias
Eddy Alias (Bassist, Sänger bei ZEITGEIST:ENDE): Um Bela B. zu zitieren: Ein Lied fürs Leben kostet weniger als ein Snickers an der Tanke. Kein Mensch braucht diese komischen Musik-Flatrates...
02.05.2012, 15:07
Malte Menzer
Malte Menzer (Bassist bei Mondo Mash Up Soundsystem): Das sagt jemand der Musik selbst noch als etwas schätzt, für das sich das Geld ausgeben alle male lohnt. Die Mehrzahl der Menschen konsumiert Musik aber genauso wie das Snickers. Verpackung ab, schnell ins Maul gestopft und dann wieder vergessen, weil (...) Mehr anzeigenda ja noch ein Mars wartet. Alles überzuckert und nicht wirklich als Genussmittel zu bezeichnen...demnentsprechend braucht es aber Ansätze, um dem zu begegnen, irgendwo muss das Geld verdient werden, von dem Musiker leben, aber auch die Branche in der Lage ist ihre Rechnungn zu tragen.
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03.05.2012, 13:59
Eddy Alias
Eddy Alias (Bassist, Sänger bei ZEITGEIST:ENDE): Aber mal ganz ernsthaft... Wenn die breite Masse auf so eine kranke Form von Konsum zurückgreifen will, Ich aber einen Wert auf Musik gebe, dann gebe ich doch nicht nach und gehe auf die Masse zu :) Nur weil sich etwas mit der Zeit geändert hat, heißt (...) Mehr anzeigenes nicht dass es sich zum Guten geändert hat... und glücklicherweise kann man ja z.B. bei Simfy, siehe Artikel oben oder eben den Rolling Stones Artikel aus dem ich Herrn B. zitiert hab ansehen, dass ein gewissen Bewusstsein doch wieder einkehrt - und ich hoffe persönlich das diese Massen-Alles-Umsonst-Flatrate-Kultur nur eine kurze Randerscheinung bleibt die sich auf Dauer nicht durchsetzt. Gründe will ich jetzt nicht weiter nennen, die wurden die letzten Wochen auf allen Möglichen Plattformen genannt und durchgekaut.
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03.05.2012, 14:07
Max
Max (Gitarrist bei LAMERA): Mal ganz ehrlich: Die Musikbranche geht vor die Hunde. Die Förderung guter Bands kostet einfach Geld. Und deswegen muss man auch langfristig weg von diesen ganzen kostenlosen Angeboten. Ob das von Simfy für ihren eigenen Erfolg schlau war den ersten (...) Mehr anzeigenSchritt zu gehen, ist natürlich fraglich. Aber meine Sympathien haben sie. Wenn die Leute ich mehr bereit sind wenigsten einen kleinen Obulus abzudrücken wie z.B. 5 EUR pro Monat für einen Streaming Dienst, naja...dann tut mir das für unserer intellektuell verarmende Gesellschaft sehr leid. Diese ganze "Umsonst-Mentalität" und Diskussionen wie sie von den Piraten in naiv populistischer Weise geführt werden, kotzen mich einfach an. Man sollte für die Dinge die einem das Leben bereichern, bereit sein etwas zurückzugeben. Wer klaut denn regelmäßig seine Snickers in der Tankstelle oder stürzt die Zeche prellend aus dem Restaurant? Keiner! Aber beim Thema Musik scheint es ja heldenhaftem Verhalten zu gleichen, wenn man sich die Songs wohl wissend im Internet zusammenklaut, oder sich irgendwie legal beschafft ohne dem Künstler auch nur ein bisschen was zurück geben zu wollen. Und den Musiker der sein ganzes Herzblut, Geld und Zeit in das Schreiben und Spielen der Musik steckt, den will keiner sehen. Wenn das so weiter geht wird früher oder später die ganze Kreativität in einem für den Normalverbraucher undurchsichtigen und undurchdringbarem Underground v
ersickern. Schade, Deutschland!
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06.05.2012, 16:52
Oliver Juhnke
Oliver Juhnke (Bassist, Sänger bei Under Red Jack): soll halt jeder handhaben, wie er will. aber wenn irgendwo auf der welt ein drm-server durchdreht/abschmiert, die streams laggen oder wegbleiben, die gema youtube aufkauft oder ganz einfach das internet einem totalitären zensurregime zum opfer fällt, (...) Mehr anzeigendann schiebe ich mir, lauthals lachend, eine cd in meinen cd player.
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06.05.2012, 23:52
Michael
Michael (Gründer, CEO bei Jiveload.com): Künstler können auch für kostenlose Streams bzw. Downloads fair entlohnt werden - Das Stichwort hier lautet "Content-Locking". Das Problem ist, vielen deutschen Anbietern mangelt es an dem notwendingen Know-How. Einen Ansatz bietet z.B. Jiveload.com (...) Mehr anzeigenfür Künstler ohne Plattenvertrag - Bzgl. Simfy wage ich doch ernsthaft zu bezweifeln, ob dieser Schritt zu mehr zahlenden Nutzern führt. My2Cents.
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13.06.2012, 00:17
Markus Biedermann
Markus Biedermann (Redaktion, Mannheim): @Michael: Guter Werbeversuch, aber nur wenig glaubhaft. Auf deiner Seite erfährt man faktisch nichts darüber, wie das Ganze funktionieren soll. Es existiert nur die Adresseingabe und Upload-Möglichkeit. Das ist deutlich zu wenig und deshalb schrammt (...) Mehr anzeigendein Kommentar ehrlich gesagt hier auch knapp daran vorbei, gesperrt zu werden.
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13.06.2012, 10:20

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