Bilberry Slush gibt es seit 2012.
Bilberry Slush: Wo Musik zur schwarzen Messe wird
Vergessen Sie alles, was Sie über konventionelle Musik und herkömmliche Konzerte zu wissen glauben. Bilberry Slush ist kein gewöhnliches Projekt, das nach oberflächlicher Unterhaltung strebt oder das Publikum mit einem banalen „Seid ihr gut drauf?“ begrüßt. Hier betreten Sie einen Raum der bedingungslosen, rituellen Ernsthaftigkeit – ein immersives Gesamtkunstwerk, das die Grenzen zwischen Musik, Theater und philosophischem Abgrund auflöst.
Klangliche Gewalt: Abwechslungsreich, überraschend, brachial
Die Musik von Bilberry Slush entzieht sich jeder starren Kategorisierung. Sie ist extrem abwechslungsreich und voller Überraschungen: Mal dominieren fette Rhythmen und massive, treibende Riffs, die eine gewalt (...) Mehr anzeigenige Klangmauer errichten, mal sind es fragile, düstere Melodien. Dieser druckvolle, unberechenbare Sound bildet das Fundament für die theatrale Inszenierung und lässt die „Neue Harte Romantik“ körperlich spürbar werden.
Zwischen Santa Ponça und der Heimatlosigkeit
Offiziell wird oft Santa Ponça als Herkunftsort genannt, doch hinter dieser Angabe verbirgt sich eine tiefere Symbolik. Tatsächlich stammen die Mitglieder aus völlig unterschiedlichen Ecken. Slush Art wählte diesen Ort bewusst als kreativen Ankerpunkt, da er dort gerne verweilt. Er selbst bezeichnet sich jedoch als „Zigeuner“, der nirgendwo wirklich zu Hause ist – eine rastlose Seele, deren Heimat die Kunst und die ständige Bewegung sind.
Die Vision: Psychedelic Dark Art & die avantgardistische Extravaganz der 60er
Hinter diesem Projekt steht der Visionär Slush Art (bürgerlich Werner Fahl Kunitzsch). Er hat mit der „Psychedelic Dark Art“ eine eigene ästhetische Welt erschaffen. Bei Bilberry Slush steht das Werk über dem Individuum: Es gibt keine gestellten Bandfotos, nur die reine Kunst auf den Covern.
Die tiefe Affinität zur Kunst und Musik der 60er-Jahre manifestiert sich in einer faszinierenden avantgardistischen Extravaganz. In Songs wie „Andy Warhol“ wird nicht etwa bunte Pop-Art gefeiert, sondern die dunkle, exzentrische Aura dieser Ära beschworen. Diese Einflüsse manifestieren sich auch in seinen Doom-Songs, die die Schwere und Psychedelik jener Zeit in ein modernes, finsteres Gewand hüllen.
Die Lyrik: Zwischen Goethe und der Gnosis
Werner Fahl Kunitzsch webt Texte von seltener Tiefe, durchtränkt von klassischer Literatur, insbesondere den Werken Goethes, und philosophischen Fragen. Ein monumentales Beispiel ist der Song „KENOMA“, eine klangliche Auseinandersetzung mit gnostischen Motiven der Leere. Zusammen mit Titeln wie Zombie Child, Fiend und Chemtrail Pilot entsteht ein morbides, intellektuelles Geflecht.
Die Show: Luzifers Erwachen und die Grenzen der Scham
Die Live-Auftritte gleichen einer schwarzen Messe. In einer atmosphärisch dichten Inszenierung rückt das dunkle, androgyne Aussehen von Slush Art ins Zentrum. Er verkörpert den gefallenen Engel Luzifer, den Lichtbringer, in einer Performance, die radikal mit gesellschaftlichen Tabus bricht.
Getreu dem Credo „Kunst ist Leiden und Leiden ist Kunst“ vollzieht Slush Art Dinge auf der Bühne, die manchem Betrachter die Schamröte ins Gesicht treiben würden. Er zeigt eine kompromisslose Hingabe, die weder Angst vor Schmerzen noch vor extremer Kälte kennt. Um seine androgyne Transformation auf die Spitze zu treiben, lässt er sich für die Show sogar die Brüste mit Salzlösung aufspritzen, um eine weiblichere Silhouette zu erzeugen. In Kombination mit fließendem Kunstblut und dem Einsatz echter Innereien offenbart er eine künstlerische Radikalität, die weit über das Vorstellbare hinausgeht.
Das filmische Erbe des Mephisto
Diese theatrale Wucht kommt nicht von ungefähr. Bereits in jungen Jahren glänzte Werner Fahl Kunitzsch als Mephisto in Goethes Faust. Heute führt er diese Leidenschaft als Schauspieler und als eigenständiger Filmemacher fort. Auf seinem Kanal „Die böse Heidelbeere“ erschafft er experimentelle Filme, deren klangliche Untermalung an die Avantgarde von Stockhausen und die Pioniere der frühen elektronischen Musik erinnert.
Hinter den Kulissen:
Slush Art ist tief in der dunklen Szene involviert. Dass er die Szene nicht nur künstlerisch, sondern auch organisatorisch unterstützt, bewies er als Veranstalter der „Dark Circus Tour“ in Oberhausen, wo er Größen wie Stoneman eine Bühne bot. Weniger anzeigen
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