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gastone

rock aus Frankfurt, seit 2005

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Bio/Info

Gastone „Bessere Welt“



Es scheint kein Weg daran vorbei zu führen... Wenn du Giuseppe Porrello heißt

und singst, wirst du fast zwangläufig mit „Azzurro“, Zucchero und Eros

Ramazzotti in einen Topf geworfen. Zumal Italiener immer dieses leicht kehlige,

heisere Timbre haben. Als wären sie alle am Meer geboren und ihr Leben lang

der Seeluft ausgeliefert gewesen. Da spielt es keine Rolle, ob man aus dem

Piemont stammt, mitten aus der Emilia-Romagna kommt, Umbrier ist oder in

Frankfurt geboren wurde wie Giuseppe Porrello.



Der Sänger, Gitarrist und Songschreiber fühlte sich aber immer eher dem Blues

verbunden. Nicht dem Slow Blues, den Roots, sondern dem Blues mit Rock-

Appeal für den Eric Clapton und Robben Ford stehen. Als Porrello noch

italienisch textete, war Pino (...) Mehr anzeigen Daniele, ein Mann aus einfachen Verhältnissen,

der künstlerisch unkonventionelle Wege ging, eine wichtige Inspiration. Aber

mit seinen eigenen Lyrics in der Muttersprache war der Musiker nie zufrieden.

„Ich bin in Deutschland aufgewachsen, ich denke auf Deutsch, ich träume auf

Deutsch. Dann sollte ich auch deutsche Texte schreiben“, entschied Giuseppe

und plötzlich schien ihm alles, was er vorher versucht hatte, nur als ein

Vorgeplänkel. Von einem wahren Befreiungsschlag spricht Porrello. Rio Reiser

war ihm plötzlich näher als Paolo Conte, Faith No More, Soundgarden oder The

Cure mischten seinen Blues-Rock auf, hinterließen Spuren auf dem Weg zum

eigenen Sound, der sich noch ständig verändert, entwickelt, weiter formt und

den er selber gar nicht zu definieren vermag.



Nehmen wir Gastones Hymne an die Familie als Beispiel für die Stilvielfalt, die

sich Giuseppe Porrello schon innerhalb eines einzigen Songs leistet. „La

Familia“ beginnt mit einer Fanfare, die man vorschnell als Mariachi-Trompeten

missdeuten könnte, die Band groovt sich in einen Reggae-Offbeat ein, New

Orleans-Feeling kommt auf, italienische Textzeilen sind unüberhörbar, ein

Akkordeon untermalt die deutschen Strophen, gesungen wird über das Gesetz

der Straße. Eine stolze aber nicht allzu ernst zu nehmende, selbstironische

Räuberballade mit romantischer „Ich geb´ mein Leben für dich“-Botschaft und

mit einem Anarcho-Rock-Finale à la Manu Chao. Und er hat noch weitere

Überraschungen parat. Denn was man in Intro zunächst in Mexiko oder

Louisiana zu verorten dachte, ist ein Motiv aus einer Trauermusik von der

größten Insel im Mittelmeer. Schließlich fließt in Giuseppe Adern sizilianisches

Blut. Aber auch Sardinien prägt die Porrellos. Die traditionelle sardische Musik

gilt als eine der reichsten im gesamten Mittelmeerraum. Ein Erbe, das es noch

zu entdecken gilt.



Vom Folk hat Giuseppe alias Gastone seine Liebe zu akustischen

Instrumenten. Sie geben dem muskulösen Rocksound seine subtilen Nuancen

und wohltuende Ehrlichkeit. Zwölfsaitige Gitarre, Mandoline, Banjo, dazu

Perkussion aus Afrika und Asien, darunter Tabla und Urdu mit ihren ganz

spezifischen Klängen, bestimmen die Emotionalität der Songs maßgeblich.





Gastone pendelt zwischen den Extremen. Schwarz, weiß. Kalt, heiß. Freund,

Feind. Gewinner, Verlierer. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Zwei

Seelen wohnen, ach in seiner Brust. Es ist die Gefühlswelt eines echten

Bauchtypen. Das Intellektualisieren überlässt er anderen. Wir lernen den

verletzten Mann kennen, der oft genug Beziehungen an die Wand gefahren hat.

Da gibt es Schmerz, aber auch Anklage. „Du bist so kalt, dass die Hölle erfriert“,

singt er in „Schlechtes Gewissen“, „Auf Deine Liebe ist kein Verlass“ und „Du

bist so greifbar wie der Wind“ in „Immer wenn Du weg bist“. Aber Porrello wäre

kein richtiger Italiener, wenn er die Frauen nicht im nächsten Moment wieder

idealisieren würde, sie singend erobern und sie auf Händen tragen möchte. Im

Rausch der Gefühle.



Gastone tritt ein für eine bessere Welt und hat sein Album auch

konsequenterweise gleich so genannt. „Bessere Welt“. Was aber macht die

Welt besser? Ganz profan gesagt – und aus der Sicht eines Genießers

gesehen – gutes Essen, gute Musik, Freundschaften, die Liebe. Und – das

allerdings ohne Pathos formuliert – ein Plus an Fairness und Gerechtigkeit.

Stolz gehört für Porrello zu einem lebenswerten Leben ebenso wie Moral, auch

Romantik und Glück. Auch wenn niemand wirklich zu beantworten weiß, was

das eigentlich ist. Nicht zu vergessen Authentizität. „Ganz ehrlich – ich will gar

keine große Plattenfirma, keine Strategien, keinen Hype“, sagt Giuseppe. „Ich

brauche Ecken und Kanten, nichts glatt Gebügeltes.“ Da bleibt er lieber der Typ,

den man auch in der Fußgängerzone treffen und dort ohne großen Aufwand

seine Lieder singen könnte. Und der mit Hilfe vieler Musikerfreunde seine CD

in eigener Regie realisiert hat. Gerne auch mal gegen den Strom ruft die

Kämpfernatur seine eigene kleine „Revolution“ aus. Die Zeit ist gekommen, die

nächsten Schritte nach vorne zu gehen. Der Blues hat an Farbe und Facetten

gewonnen. Das halbleere Glas ist halbvoll. Probleme verlieren mehr und mehran Bedeutung. Und Giuseppe kann voller Überzeugung kundtun: „Dieser Tag

gehört mir und die Sonne, die scheint, nur für mich, dieser Tag gehört mir und

die Welt, die dreht sich nur für mich...“ Und mag der Aufstieg auch hart sein, die

Aussicht ist umso schöner.



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Line-up

stefan bender

Schlagzeuger, Sänger

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