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Dringender Handlungsbedarf

6,6 Milliarden für Sanierungen: Der Deutsche Städtetag fordert Kulturmilliarde

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 11.05.2026

kulturpolitik

6,6 Milliarden für Sanierungen: Der Deutsche Städtetag fordert Kulturmilliarde

© AfroRomanzo via pexels.com

Der Deutsche Städtetag fordert eine Kulturmilliarde für Sanierungsarbeiten in Kultureinrichtungen wie Theater, Konzert- und Opernhäuser. Den Investitionsbedarf im Kulturbereich schätzt der Städtetag insgesamt auf rund 6,6 Milliarden Euro.

Der Deutsche Städtetag fordert vom Bund die Einführung einer Kulturmilliarde, um den zunehmenden Sanierungsrückstand bei kommunalen Kultureinrichtungen entgegenzuwirken. Die Kulturmilliarde soll ein Pendant zur sogenannten Sportmilliarde bilden, ein Förderprogramm des Bundes, das die Sanierung von Sportstätten unterstützt.

Als besonders betroffen sieht der Deutsche Städtetag zahlreiche Kulturgebäude aus den 1960er Jahren, deren baulicher Zustand und technische Ausstattung zunehmend veraltet sind und die deshalb dringend modernisiert werden müssen. 

Kultur braucht Unterstützung 

Die Forderung des Deutschen Städtetags ist ein Ergebnis der angespannten finanziellen Lage der Kommunen. Nur etwa fünf Prozent der Städte verfügen über einen ausgeglichenen Haushalt, wodurch sie nicht mehr in der Lage sind, notwendige Investitionen in Konzert- und Opernhäuser oder andere Kulturzentren aus eigener Kraft zu finanzieren. 

Zusätzlich verschärft sich die Situation dadurch, dass die Städte durch immer mehr gesetzliche Aufgaben des Bundes finanziell belastet werden, ohne dass dafür ein ausreichender finanzieller Ausgleich geschaffen wird.

Die Finanzierung von Kultur ist dabei klar zwischen den staatlichen Ebenen verteilt: Die Kommunen übernehmen mit rund 40 Prozent den größten Anteil der Kulturausgaben, gefolgt von den Ländern mit etwa 37,6 Prozent. Der Bund trägt hingegen rund 23,4 Prozent der öffentlichen Kulturfinanzierung.

Unisono unterstützt Forderung

Unisono – die Deutsche Musik- und Orchestervereinigung – spricht sich ebenfalls für die Kulturmilliarde aus. UNISONO-Geschäftsführerin Julia Hofmann betont die Notwendigkeit langfristiger finanzieller Unterstützung für Städte und Gemeinden:

"Statt von der Substanz zu leben, weil die Rücklagen aufgebraucht sind, und sich weiter zu verschulden, brauchen Städte und Gemeinden verlässliche finanzielle Zusagen. Nur so können sie ihre Aufgaben der Daseinsvorsorge erfüllen. Dazu gehört auch die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Kulturangeboten."

Mit der Forderung nach einer Kulturmilliarde macht der Deutsche Städtetag deutlich, dass viele kommunale Kultureinrichtungen ohne zusätzliche Unterstützung langfristig gefährdet sind. 

Für Städte und Gemeinden geht es dabei nicht nur um den Erhalt einzelner Gebäude, sondern um die Sicherung kultureller Angebote, gesellschaftlicher Treffpunkte und wichtiger Veranstaltungsorte für Musik, Kunst und Bildung.

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