Kits für jeden Stil
Aus dem t.blog: Welches Drumset passt zu welchem Genre?
© Josh Sorenson via pexels.com
Zunächst solltest du wissen, dass der Durchmesser einer Trommel ihren möglichen Tonumfang und auch ihr Lautstärkepotenzial definiert. Ein kleines 8'' Tom wird tonal eher hoch klingen, grollende Bässe kann es aus physikalischen Gründen nicht erzeugen. Umgekehrt gilt dasselbe. Die Wahl deiner Trommelgrößen legt also grob fest, wie hoch oder tief du deinen Gesamtsound gestalten kannst.
Wenn du schnelle und geschäftige Figuren spielen möchtest, empfehlen sich möglicherweise eher kleinere, schneller ansprechende Trommeln. Lauter, tempomäßig moderater Rock verlangt umgekehrt eher nach größeren Drums. Dieser Blog verrät dir, in welche Richtung es für dich gehen könnte. Hoffentlich findest du ein paar Inspirationen.
"5-Piece-Set" – damit geht fast alles
Seit den 70er-Jahren haben sich Schlagzeuge mit einer 22-Zoll-Bassdrum, zwei Hängetoms in 12 und 13 Zoll sowie einer Floortom in 16 Zoll als meistverwendete Kombination durchgesetzt. Bei den Toms haben sich später etwas kleinere Größen als Alternative etabliert, 10, 12 und 14 oder 16 Zoll sind gängig. Kombiniert mit einer nur 20 Zoll messenden Bassdrum spricht man dann auch von "Fusion"- oder "Studio"-Sets.
Als Snaredrum sind die Größen 14'' x 5'' bis 14'' x 6,5'' immer noch die vielseitigsten Größen, mit denen du wirklich nahezu alles machen kannst. Wenn es für dich eher in Richtung Funk, Fusion Hip-Hop, NeoSoul und Artverwandtes geht, könnte eine 20-Zoll-Bassdrum besser passen, dasselbe gilt für eine eher geringe Körpergröße. Soll es untenrum etwas trockener "schieben", wirst du vielleicht mit einer größeren Bassdrum besser zurechtkommen. Bei vielen Herstellern lassen übrigens auch Jahre später noch farblich passende Erweiterungstrommeln ordern.
"Bop Kit" – Nicht nur für Jazz
Das sogenannte Bop Kit (von der Musikrichtung Bebop) besteht aus einer 18-Zoll-Bassdrum, einem Racktom in 12 Zoll und einem Floortom in 14 Zoll. Dazu wird normalerweise eine 14-Zoll-Snaredrum in Standardtiefe kombiniert. So ein Schlagzeug eignet sich hochgestimmt besonders gut für Swing, Jazz und – natürlich – Bebop.
Du kannst es aber auch für viele andere Stile verwenden, wie beispielsweise Hip-Hop, Funk und andere Stile, die eine kleine, eher tonal klingende Bassdrum benötigen. Außerdem bekommst du einen tollen Bonus dazu: eine hohe Reise- und Rückenfreundlichkeit.
Mikro-Drumsets – wenn es maximal kompakt zugehen soll
Zu den Bebop-Kit haben sich in den letzten Jahren nochmals kleinere Konfigurationen gesellt. Manche nennen sie Mikro-Drumsets, Jungle-Kits oder Club-Sets. Sie besitzen meistens eine nochmals kleinere 16-Zoll-Bassdrum, dazu sehr kleine oder kurze Toms und Snaredrums.
Manche lassen sich sogar in einander stapeln. Der Sinn ist klar, hier geht es um sehr leichte Spielbarkeit und vor allem Transportfreundlichkeit. Natürlich brauchen derartige Schlagzeuge auch nur sehr wenig Platz, daher auch die Bezeichnung "Club". Interessanterweise klingen die kleinen Kits oft deutlich erwachsener, als man normalerweise vermuten würde. Kein Wunder, dass sie sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.
"Bonham Set", "1 Up 2 Down" und andere Rock-Klassiker
Du spielst kräftige, Backbeat-lastige Stile wie Rock, Stoner, Grunge oder ähnliches? Dann musst du dich vermutlich gegen laute Gitarren durchsetzen und brauchst gleichzeitig ordentlich Schub von unten. Das trommlerische und Sound-technische Vorbild dafür ist und bleibt John Bonham, seines Zeichens einflussreichster Rockdrummer aller Zeiten und Teil der legendären UK-Band Led Zeppelin. Sein Drumset bestand aus einer riesigen 26-Zoll-Bassdrum und nicht minder beeindruckenden Toms. Ein 15-Zoll-Racktom oben ("1 up") auf der Bassdrum montiert, zwei Floortoms ("2 down") und einer Snaredrum.
Nur wenige nutzen heute tatsächlich regelmäßig 26-Zoll-Bassdrums, 24 Zoll ist jedoch eine beliebte Größe, um einen fetten Rocksound zu erzeugen. Natürlich kannst du selbst fleißig variieren, nichts spricht gegen eine kleinere Bassdrum und verschiedene Kombis aus Racktoms und Floortoms. Oder du lässt dich von unseren Komplettsets inspirieren.
Zwei Bassdrums schreien "Metal"!
Du suchst ein platzsparendes, einfach zu transportierendes Drumset, das sich leicht mikrofonieren lässt? Dann bist du bei einem Double Bassdrum-Set garantiert falsch. Wenn es dir jedoch um maximalen "Hubraum", einen dem Genre würdigen Auftritt und viel Spaß geht, solltest du überlegen, dir so eins zuzulegen. Sofern deine Band nicht über einen Drumtech und einen Drum-Roadie verfügt, ist ein Schlagzeug mit zwei Bassdrums natürlich keine Kopf- sondern eine Bauchentscheidung. Aber nicht nur.
Denn je nach Konfiguration kannst du so ein Set natürlich auch aufteilen und in verschiedenen Zusammenstellungen verwenden. Damit dürfte so ein Doublebass-Drumset nicht nur für Metal, Extreme Metal und Rock perfekt passen, sondern auch für viele andere Stile.
Mach dich nicht verrückt – erlaubt ist alles
Das zu dir und deinem Stil passende Schlagzeug zu finden, ist ein wichtiger Schritt, um entspannt und gut klingend zu trommeln. Aber brauchst du eine ganz bestimmte Kombination aus Trommeln, um eine bestimmte Richtung spielen zu können? Ganz sicherlich nicht! Es gibt Metaldrummer, die 18-Zoll-Bassdrums verwenden und Jazzdrummer, die Spaß mit fünf Toms haben. Viele legendäre Musiker sind bekannt geworden, weil sie die Regeln gebrochen haben.
Je nachdem, wo du spielerisch und musikalisch stehst, kann es jedoch sehr nützlich sein, dich mit den Sounds und den dafür verwendeten Drums auseinander zu setzen und sie versuchen zu imitieren. Und denk dran: Das Drumset ist nicht umsonst ein modulares Instrument, welches du nahezu beliebig erweitern (und auch verkleinern) kannst. Unsere Spezialisten in der Drum Abteilung helfen dir dabei gerne.
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