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Kultur als Sicherheitsfaktor, demokratisches Fundament und eigenständiger Wert

Bundestag diskutiert über Zukunft der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 22.09.2025

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Bundestag diskutiert über Zukunft der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik

Der Bundestag bei seiner konstituierenden Sitzung am 26. Oktober 2021. © DBT/Henning Schacht

Die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) steht vor einer strategischen Neuausrichtung. Das wurde bei einer gemeinsamen Diskussion des Goethe-Instituts und des Deutschen Kulturrats mit Bundestagsabgeordneten deutlich.

Im Zentrum der Versammlung am 16. September 2025 standen Fragen wie: Welche Ziele verfolgt die AKBP in einer zunehmend multipolaren Welt? Welche Allianzen und Strukturen sind notwendig, um kulturelle Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und demokratische Werte international zu stärken? Und wie kann Kulturdiplomatie auf globale Krisen reagieren?

Forderung nach enger Verzahnung

Staatsministerin Serap Güler (Auswärtiges Amt) nutzte den Anlass um eine engere Verzahnung außenpolitischer Handlungsfelder zu fordern. Die verschiedenen Politiksphären wie Inneres, Handel und Wirtschaftspolitik sollten dabei weniger isoliert betrachtet, sondern in ihrer außen- und sicherheitspolitischen Dimension mitgedacht werden:

"Unsere Kulturdiplomatie als Kernbestandteil unserer Außenpolitik aus einem Guss sollte sich noch stärker an den Zielen von Freiheit, Sicherheit und Wohlstand ausrichten. Sie produziert schon jetzt viel 'Soft Power' für Deutschland und Europa, lassen Sie uns in den kommenden Monaten und Jahren gemeinsam daran arbeiten, hier noch besser zu werden."

Auch Ellen Demuth (DCU/CSU) knüpfte an dieses Verständnis an:

"Die Vermittlung deutscher Kultur und Sprache im Ausland muss sich in unserer heutigen Welt neu ausrichten. Die Sicherung von Wohlstand, Freiheit und Sicherheit hat dabei oberste Priorität."

Innenpolitische Relevanz internationaler Kulturarbeit

Deutlich wurde auch, dass die AKBP nicht nur außenpolitische, sondern auch innenpolitische Wirkung entfaltet und damit – so der Deutsche Kulturrat – einen Beitrag zur Bewältigung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen leistet.

Nancy Faeser (SPD) betonte, dass Kultur- und Sprachvermittlung integraler Bestandteil einer nationalen Fachkräftestrategie sein müsse:

"Die Akteure der AKBP sind auch für innenpolitische Strategien von großer Bedeutung und müssen zukünftig zentral mit eingebunden werden – beispielsweise bei einer ganzheitlichen Fachkräftestrategie: Kulturpoliti und Sprachvermittlung müssen ein ausgewiesener Teil davon sein, Deutchlands Wirtschaft und Gesellschaft nachhaltig zu stärken."

Kultur als demokratische Basis

Ein gemeinsamer Nenner des Podiums war die Rolle der Kultur bei der Stärkung demokratischer Strukturen. "Kultur ist ein Wert an sich – sie darf nicht auf utilitaristische Faktoren wie den Wohlstand oder auf geopolitische Interessen reduziert werden", mahnte Maren Kaminski (Die Linke).

Claudia Roth (Bündnis 90/ Die Grünen) wies auf die zerstörerische Macht im Umgang mit Kultur hin und nahm dabei Bezug auf den Krieg in der Ukraine: 

"Die systematische Vernichtung von Kulturorten wird in der Ukraine mit dem Ziel eingesetzt, kulturelle Identität auszulöschen und damit das Land zu destabilisieren."

Weltweite Netzwerke wie das Goethe-Institut müssten daher in ihrer Funktion als geschützte Räume weiter bestehen und gestärkt werden. 

Unabhängigkeit als Grundprinzip

Besonders stark unterstrichen die Diskussionsteilnehmenden die Bedeutung unabhängiger Mittlerorganisationen. Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, warnte eindringlich davor, deren Eigenständigkeit infrage zu stellen: Die Unabhängigkeit sei eine direkte Konsequenz aus den Erfahrungen der Gleichschaltung während des Faschismus und "darf deshalb nicht zur Disposition gestellt werden". 

Johannes Ebert, Generalsekretär des Goethe-Instituts, machte deutlich, dass der Erfolg der AKBP auch in ihrer Autonomie liegt: Neben praktischen Beiträgen wie Fachkräftevorbereitung oder Unterstützung der ukrainischen Kulturszene sei es entscheidend, die eigene Kraft und Wirksamkeit der Kultur anzuerkennen, die in ihrer Freiheit, Unabhängigkeit und Kreativität liege. 

Einigkeit trotz Finanzdruck

Trotz angespannter Haushaltslage zeigte sich parteiübergreifend der Wille, die Mittel für die AKBP auszubauen. Damit, so wurde deutlich, soll nicht nur die internationale Rolle Deutschlands gestärkt, sondern auch die Resilienz demokratischer Strukturen im In- und Ausland gesichert werden.

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