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CISAC Report: Weltweite Musik-Tantiemen steigen auf Rekordwert von 14 Milliarden Euro

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 06.11.2026

cisac verwertungsgesellschaften

CISAC Report: Weltweite Musik-Tantiemen steigen auf Rekordwert von 14 Milliarden Euro

© Romain Moriceau

Die weltweiten Einnahmen aus der kollektiven Verwertung von Musikrechten sind 2025 um 11,9 Prozent auf 14,06 Milliarden Euro gestiegen. Das zeigt der neue Global Collections Report des internationalen Dachverbands CISAC. Besonders stark legten die Einnahmen aus digitalen Nutzungen und Livemusik zu. Ein Teil des Wachstums ist allerdings auf einen statistischen Sondereffekt zurückzuführen.

Die Verwertungsgesellschaften haben 2025 weltweit mehr Tantiemen für Musikurheber eingenommen als je zuvor. Nach dem am 04.11.2026 veröffentlichten Global Collections Report 2026 der CISAC stiegen die Einnahmen im Musikbereich gegenüber dem Vorjahr um 11,9 Prozent auf 14,06 Milliarden Euro.

Über alle erfassten Kreativbereiche hinweg, zu denen neben Musik auch audiovisuelle Werke, bildende Kunst, Literatur und Theater gehören, erreichten die Einnahmen 15,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg um 11,3 Prozent.

Bedingt vergleichbar

Allerdings sind die Zahlen nur eingeschränkt mit dem Vorjahr vergleichbar. Erstmals berücksichtigt der Bericht auch die Einnahmen der US-amerikanischen Verwertungsgesellschaft The Mechanical Licensing Collective (MLC), die 2026 der CISAC beigetreten ist.

Auf das MLC entfallen rund 52 Prozent des ausgewiesenen weltweiten Gesamtzuwachses. Ohne dessen erstmalige Einbeziehung wären die Einnahmen über alle Kreativbereiche hinweg um 5,3 Prozent gestiegen.

Streaming wird für Musikurheber immer wichtiger

Die Einnahmen aus digitalen Musiknutzungen stiegen 2025 um 27,9 Prozent auf 6,41 Milliarden Euro. Damit entfielen bereits 45,6 Prozent der gesamten Musik-Tantiemen auf diesen Bereich. Digitale Nutzungen sind somit die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Musikurheber im System der kollektiven Rechteverwertung.

Auch die Einnahmen aus der öffentlichen Musikwiedergabe entwickelten sich positiv. Die zusammengefassten Erlöse aus Livemusik und Hintergrundmusik stiegen um 7,3 Prozent auf 3,62 Milliarden Euro. Damit überholten sie erstmals die Einnahmen aus Fernsehen und Hörfunk, die um drei Prozent auf 3,32 Milliarden Euro zurückgingen.

Besonders deutlich fiel das Wachstum bei der Livemusik aus: Die entsprechenden Tantiemeneinnahmen erhöhten sich um 14,9 Prozent auf einen Rekordwert von 1,4 Milliarden Euro. Seit 2017 sind die Einnahmen aus Livemusik laut CISAC nahezu dreimal so schnell gewachsen wie diejenigen aus Hintergrundmusik.

Europa bleibt größter Markt für die Rechteverwertung

Europa blieb 2025 die wichtigste Region für die kollektive Rechteverwertung. Über sämtliche Kreativbereiche hinweg stiegen die Einnahmen um 6,2 Prozent auf 8,09 Milliarden Euro. Damit entfielen 52,2 Prozent der weltweiten Gesamteinnahmen auf Europa.

Besonders stark wuchsen die Einnahmen in Kanada und den USA mit einem Plus von 26,5 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro. Dieser Anstieg wurde allerdings ebenfalls durch die erstmalige Einbeziehung des MLC beeinflusst.

CISAC warnt vor Risiken durch künstliche Intelligenz

Trotz der Rekordeinnahmen sieht die CISAC die wirtschaftliche Situation von Kreativen durch den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz gefährdet. Der Verband fordert insbesondere, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke durch KI-Unternehmen auf entsprechenden Lizenzen und einer angemessenen Vergütung beruht.

CISAC-Generaldirektor Gadi Oron bezeichnete das anhaltende Wachstum der weltweiten Tantiemeneinnahmen als positives Signal. Zugleich warnte er davor, diese Entwicklung angesichts der Veränderungen durch KI als selbstverständlich anzusehen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts ist die Sichtbarkeit lokaler Musikschaffender auf Streamingplattformen. Die CISAC weist darauf hin, dass große Musikkataloge allein noch keine ausreichende Sichtbarkeit gewährleisten. Die zunehmende Bedeutung von Playlists und Empfehlungsalgorithmen wirft deshalb auch Fragen nach der kulturellen Vielfalt und den wirtschaftlichen Chancen unabhängiger Musikschaffender auf.

Der Global Collections Report 2026 basiert auf den Daten von 228 Verwertungsgesellschaften aus 111 Ländern und Territorien.

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