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Crossmedia Posting für Musiker: So bespielt ihr Social Media-Plattformen effizient
© Yan Krukau via Pexels
Wer heute als Musiker oder Musikerin aktiv ist, kommt an Social Media kaum vorbei. Plattformen wie Instagram, TikTok, YouTube und Co. sind inzwischen zu essentiellen Hilfsmitteln geworden, wenn es darum geht, die eigene Community zu pflegen, Reichweite aufzubauen und neue Veröffentlichungen und Konzerttermine zu bewerben.
Je nach Plattform wird dabei nicht selten empfohlen, 4- bis 7-mal die Woche Beiträge zu teilen, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Damit entwickelt sich die Pflege der eigenen Online-Auftritte schnell zu einem sehr umfangreichen und zeitintensiven Unterfangen. Eine ziemliche Herausforderung, gerade für Personen, die zusätzlich einer weiteren Erwerbstätigkeit nachgehen müssen, um ihr Musikerdasein zu finanzieren.
Eine mögliche Erleichterung verspricht Crossmediales Posting. Der Begriff beschreibt das Posten eines Inhaltes auf gleich mehreren Plattformen. Es handelt sich dabei also um eine Taktik, die das Ziel verfolgt, möglichst effizient mehr Sichtbarkeit zu erzeugen.
Damit dieses Vorhaben gelingt, gilt es jedoch ein paar Dinge zu beachten. Wir haben einige Tipps für euch zusammengetragen, die dabei helfen sollen, Crossmedia Posting erfolgreich in eure Social Media Strategie einzubauen.
Setzt euch mit den verschiedenen Plattformen auseinander
Ein durchschnittlicher Social Media User ist in etwa auf sechs verschiedenen Plattformen unterwegs. Jede Plattform verfolgt dabei ein anderes Ziel und belohnt deshalb unterschiedliche Arten von Inhalten. Die Algorithmen entscheiden nicht zufällig darüber, welche Beiträge ausgespielt werden, sondern orientieren sich daran, wie User die jeweilige Plattform verwenden.
Insgesamt gelten Instagram, TikTok und YouTube als die Plattformen, die am zuverlässigsten Streaming-Traffic generieren, weshalb der Fokus dieses Artikels auf ihnen liegt. Insgesamt ist es empfehlenswert, sich auf ein paar ausgewählte Seiten zu konzentrieren, mit denen sich dann gezielter auseinandergesetzt werden kann.
Zum Crossposten eignen sich bei TikTok, Instagram und YouTube die jeweiligen Kurzvideoformate TikToks, Reels und YouTube-Shorts. Die Zielgruppe sowie die Anforderungen unterscheiden sich jedoch, da hier unterschiedliche Mechanismen greifen.
TikTok als Entdeckungsplattform
TikTok etwa funktioniert in erster Linie als Entdeckungsplattform. Im Mittelpunkt steht die “For You”-Page, auf der Inhalte unabhängig von der bestehenden Followerzahl ausgespielt werden. Dadurch können auch kleine Accounts innerhalb kurzer Zeit viele tausend Menschen erreichen.
Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass ein Großteil eures Publikums euch dort vermutlich noch nie gesehen oder gehört hat. Eure Videos sollten deshalb möglichst selbsterklärend sein. Wer seid ihr? Warum lohnt es sich, euch weiter zu verfolgen? Welche Geschichte erzählt das Video? Diese Fragen sollten möglichst innerhalb weniger Sekunden beantwortet werden.
Instagram als Mittelweg
Instagram wiederum verbindet zwei Welten miteinander. Einerseits sorgt der Empfehlungsalgorithmus dafür, dass Beiträge auch Menschen außerhalb eurer Followerschaft erreichen, andererseits bleibt die Plattform stark auf Beziehungen ausgelegt.
Stories, Kommentare, Broadcast-Channels und Direktnachrichten fördern den Austausch mit bestehenden Fans. Wer euch bereits folgt, freut sich über tiefere Einblicke und möchte euch und euren Alltag besser kennenlernen.
YouTube für langfristige Strategien
YouTube unterscheidet sich von TikTok und Instagram vor allem dadurch, dass Inhalte deutlich langlebiger sind. Während Beitrage auf den anderen Plattformen oft innerhalb weniger Tage den Großteil ihrer Reichweite erzielen, können YouTube-Videos noch Monate oder sogar Jahre später neue Zuschauerinnen und Zuschauer erreichen.
Das Kurzvideoformat Shorts dient dabei häufig als Einstieg in das Ökosystem der Plattform. Auch sie begünstigen die Entdeckung durch neue Menschen. Shorts können Interesse auf mehr wecken, was durch die Langformformate von YouTube bedient wird. Dort kann weitergeleitet werden auf zeitlich flexiblere Inhalte wie Musikvideos, Live-Sessions, Studio-Dokumentationen oder Vlogs.
Ein 30-sekündiges Short mit einem besonders emotionalen Moment eines Songs kann Zuschauende neugierig auf das vollständige Musikvideo oder eine Live-Version machen. So wird aus einem einzelnen Kurzvideo langfristig neuer Traffic für euren gesamten YouTube-Kanal.
Produziert Inhalte mit Mehrwert
Wenn ihr ein Video auf mehreren verschiedenen Plattformen teilen möchtet, solltet ihr also bedenken, dass dieses potentiell sehr unterschiedliche Zielgruppen erreichen kann. Eure Inhalte sollten deshalb sowohl Zufallsbegegnungen als auch neuen und langjährigen Fans einen Mehrwert bieten oder Freude bereiten.
Versucht deshalb, reine Werbeinhalte zu vermeiden und konzentriert euch lieber auf Inhalte, die euch eine gewisse Authentizität verleihen, Neugierde wecken und auch bei den Personen gut ankommen, die euch bereits kennen und euch schon folgen.
In letzter Zeit kursieren etwa häufig Videos auf den Social Media Plattformen, in denen Künstler und Künstlerinnen verschiedene Inspirationsquellen ihrer Musik aufzählen. Die Beschreibung lautet dann häufig: "Wenn du …, … und … magst, dann könntest du auch meine Musik mögen".
Solche Videos können zwar das Interesse neuer Personen wecken, eure aktuellen Follower jedoch schnell langweilen. Überlegt euch deshalb, wie ihr Fans der Musik erreichen könnt, die euch inspiriert und dabei auch euren Followern einen Mehrwert bietet.
Die Lösung könnte beispielsweise im Hochladen einer Coverversion eines Lieblingssongs liegen oder ein Video, in dem ihr über eure musikalischen Einflüsse sprecht – etwa indem jedes Bandmitglied das eigene Lieblingsalbum vorstellt.
Auch wenn es für die Entdeckung durch neue Personen hilfreich ist, sich an aktuellen Plattformtrends zu orientieren, ist es wichtig, Inhalte zu posten, die einen tieferen Einblick in euer Schaffen zulassen und Fanbindung nachhaltig stärken.
Interessante Inhalte zum Crossposting können außerdem Einblicke in eure Schaffensprozesse, eine Studio-Tour, Mini-Vlogs mit Behind-the-scenes aus dem Proberaum, Studio, von der Tour, Live-Performance-Clips, Videos über einzelne Songs oder auch das Teilen von euren Tipps für andere Musikerinnen und Musiker sein.
Plant Veröffentlichungen im Voraus
Damit sich eure Social Media Strategie als erfolgreich erweist, ist es wichtig, dass ihr regelmäßig postet. Hierzu ist es wichtig, eure Veröffentlichungen im Vorhinein zu planen.
Gute Planung spart Zeit und sorgt für abwechslungsreiche Inhalte. Statt jede Woche aufs Neue zu überlegen, was ihr postet, lohnt es sich, Content in größeren Blöcken zu produzieren. Durch das Einführen von "Content Days" könnt ihr innerhalb einer Session das Material für gleich mehrere Inhalte drehen. Gerade in Bandkonstellationen, in denen viele Terminkalender zu vereinen sind, ist das von großem Vorteil.
Ein "Content-Day" muss dabei nicht zwangsläufig ausschließlich der Produktion von Social-Media-Inhalten dienen. Auch aus Tagen, an denen ihr etwas Spannendes erlebt, lassen sich oft gleich mehrere Inhalte gewinnen. Angenommen, eure Band verbringt etwa einen Tag im Tonstudio. Dokumentiert ihr das Geschehen, dann lassen sich aus den gewonnenen Materialien ein Video von der Arbeit an neuen Songs, kurze Clips mit lustigen Studio-Momenten, eine Studio-Tour und ein kurzer Vlog erstellen.
Wenn es um das regelmäßige Posten von Inhalten geht, ist es hilfreich, einen Redaktionsplan zu führen. Neben den Veröffentlichungstagen sollten darin auch verschiedene Themen geplant werden. Es bietet sich zum Beispiel an, zwischen Musik, Einblicken in eure Persönlichkeit, Live-Momenten, Humor und Behind-the-Scenes-Material abzuwechseln.
Denkt schon bei der Produktion an verschiedene Formate
Ein weiterer Faktor, der euch beim crossmedialen Arbeiten Zeit sparen kann, ist die Wahl des richtigen Bild- oder Videoformats. Überlegt euch bereits während der Aufnahme, auf welchen Plattformen euer Content später erscheinen soll.
Habt ihr vor, statt einem Kurzvideo ein Bild zu posten, dann eignet sich beispielsweise das 4:5 Hochformat (1080 x 1350 Pixel). Dabei handelt es sich um Maße, die sowohl auf Instagram als auch auf Facebook möglichst viel Bildfläche ausnutzen und ohne zusätzlichen Bearbeitungsaufwand auf beiden Plattformen veröffentlicht werden können.
Für Kurzvideos auf TikTok, Instagram und YouTube empfiehlt sich dagegen das klassische 9:16 Hochformat. Da alle drei Plattformen dieses Format bevorzugen, lassen sich dieselben Videoaufnahmen meist problemlos mehrfach verwenden.
Achtet dabei lediglich darauf, wichtige Texte oder Bildinhalte nicht zu nah am oberen oder unteren Bildschirmrand zu platzieren, da diese Bereiche je nach Plattform von Bedienelementen oder Beschriftungen überlagert werden können.
Wer bereits bei der Aufnahme die späteren Einsatzmöglichkeiten im Blick behält, spart sich nachträgliches Zuschneiden und kann Inhalte deutlich effizienter für mehrere Plattformen aufbereiten.
Passt Inhalte durch leichte Veränderungen an
Crossmediales Posting bedeutet nicht, denselben Beitrag unverändert auf jeder Plattform hochzuladen. Da sich die Anforderungen an verschiedene Plattformen unterscheiden, ist es hilfreich, sich noch einmal zu überlegen, wie sich die einzelnen Social Media Seiten voneinander unterscheiden. Häufig reichen schon kleine Anpassungen, damit eure Inhalte auf mehreren Plattformen gut funktionieren.
Beschreibungstext und Call-to-action: Auf Instagram bietet es sich an persönliche Fragen an die Community zu richten und zur Diskussion einzuladen. Die Kommentarspalte bietet die Möglichkeit eine Umfrage zu erstellen, außerdem haben User die Möglichkeit neben Textbeiträgen auch Bilder in den Kommentaren zu posten. Diese plattformspezifischen Angebote könnt ihr gezielt nutzen. Unter einem Studio-Vlog etwa könnt ihr eure Follower dazu einladen, Bilder von ihrem letzten Studiobesuch zu teilen. Solche Interaktionen begünstigen nicht nur mehr Reichweite, sondern stärken zudem das Gemeinschaftsgefühl innerhalb eurer Community.
Auf TikTok hingegen können Beschreibungen kürzer ausfallen. Da die Videos ihr Publikum häufig ohne weiteren Kontext erreichen, ist es sinnvoll, die Videos durch einen Kommentar in ihrer Eigenständigkeit zu bekräftigen. Wenn ihr eine Aufnahme aus dem Studio teilt, könntet ihr etwa eine Beschreibung ergänzen wie: “Wir haben drei Monate an diesem Gitarrensound gearbeitet”. Solche Beschreibungen können Neugierde wecken auch bei Zuschauenden, die euch noch gar nicht kennen. Auch ein kurzer Hinweis wie “Den ganzen Song gibt es jetzt auf allen Streamingplattformen zu hören”, kann hier gut ergänzt werden.
Bei YouTube-Shorts kann die Videobeschreibung genutzt werden, um auf ausführlichere Material eures Kanals aufmerksam zu machen oder neue Konzerttermine zu bewerben. Postet ihr hier dasselbe Video aus dem Studio, dann könntet ihr dazu schreiben: "Wenn ihr neugierig darauf seid, wie der fertige Song klingt, könnt ihr jetzt unser Musikvideo anschauen!".
Den Einstieg anpassen: Auch der Einstieg eurer Inhalte kann je nach Plattform angepasst werden. Auf TikTok entscheidet häufig die erste Sekunde darüber, ob weitergeschaut wird. Hier lohnt sich ein besonders starker Einstieg. Auf Instagram hingegen dürfen Videos etwas ruhiger beginnen, wenn die Zuschauenden euch bereits kennen.
Technische Feinheiten: Manchmal eignet es sich auch, kleine technische Anpassungen vorzunehmen. Untertitel verbessern die Verständlichkeit, unterschiedliche Titelbilder können die Klickrate erhöhen und eine leicht angepasste Videolänge kann dafür sorgen, dass ein Beitrag auf einer Plattform deutlich besser performt als auf einer anderen.
Ein und dieselbe Aufnahme kann damit drei verschiedene Rollen übernehmen. Auf TikTok dient sie als aufmerksamkeitsstarker Einstieg für neue Hörer*innen, auf Instagram als persönlicher Einblick für eure Community und auf YouTube als Appetizer für einen längeren Videobeitrag.
Hilfreiche Tools
Inzwischen gibt es viele verschiedene digitale Werkzeuge, die euch dabei helfen können, euren Workflow zu strukturieren und Zeit zu sparen.
Bereits einfache Tabellen in Excel oder Google Sheets eignen sich hervorragend, um einen Redaktionsplan anzulegen. Hier könnt ihr Ideen sammeln, Veröffentlichungen terminieren und festhalten, auf welchen Plattformen ein Beitrag bereits erschienen ist. So behaltet ihr auch bei mehreren Kanälen den Überblick.
Für Bands oder Teams, die gemeinsam an Social-Media-Kanälen arbeiten, bieten Projektmanagement-Tools wie Trello, Asan oder Airtable zusätzliche Möglichkeiten. Hier lassen sich Aufgaben verteilen, Inhalte zur Freigabe markieren oder Ideen für zukünftige Beiträge sammeln. Das erleichtert die Zusammenarbeit und sorgt dafür, dass keine guten Content-Ideen verloren gehen.
Auch Social-Media-Management-Plattformen wie Buffer, Hootsuite, Sprout Social, Dirico oder Metricool können den Arbeitsalltag vereinfachen. Mit ihnen lassen sich Beiträge für mehrere Plattformen vorbereiten und teilweise sogar automatisch zu einem festgelegten Zeitpunkt veröffentlichen.
Trotz aller technischer Unterstützung, lebt erfolgreiches Crossmediales Posting jedoch vor allem davon, Inhalte bewusst für die jeweilige Plattform aufzubereiten und regelmäßig mit der eigenen Community in Austausch zu gehen. Die Programme sollten deshalb als Unterstützung genutzt werden, nicht als Kommunikationsersatz.
Effektiver Lösungsansatz
Gerade für Musiker und Musikerinnen, die ihre Social-Media-Arbeit neben Proben, Konzerten oder einem weiteren Beruf organisieren müssen, kann Crossmediales Posten wertvolle Zeit sparen.
Statt möglichst viele Inhalte zu produzieren, geht es dabei darum, vorhandene Ideen sinnvoll mehrfach zu nutzen und an die jeweiligen Plattformen anzupassen.
Wer die Besonderheiten von TikTok, Instagram und YouTube kennt, kann so mit vergleichsweise wenig zusätzlichen Aufwand deutlich mehr Menschen erreichen.
Für all die Menschen, die lieber einen analogen Weg einschlagen möchten, wenn es um das Thema Communitybuilding und Marketing geht, haben wir hier einen Artikel mit passenden Strategien verfasst.
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