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Dein bewegtes Bild: Musikvideos - Vom Plan zum fertigen Clip. Teil 1

Tipps für Musiker und Bands von Backstage PRO
veröffentlicht am 13.12.2011

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Dein bewegtes Bild: Musikvideos - Vom Plan zum fertigen Clip. Teil 1

Musikvideos - Vom Plan zum fertigen Clip

Der Höhepunkt des Fernseh-Videobooms ist vorbei: MTV ist zum kostenpflichtigen Sender geworden und VIVA …naja. Warum also ein so aufwändiges Produkt wie ein Musikvideo realisieren? Ganz einfach: Videoportale im Internet sind die Musikkanäle von heute. Nie war es für das Publikum einfacher, sich seine Lieblingsmusik nicht nur anzuhören, sondern auch anzusehen. Nie war es für Bands und Musiker einfacher, Videoclips einer großen Anzahl von Leuten zugänglich zu machen.

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Autor: Film Commission Region Stuttgart & Popbüro Region Stuttgart

Gerade für Bands und Musiker, die am Anfang ihrer Karriere stehen, ist es zwar mit einiger Arbeit verbunden einen Videoclip zu produzieren, trotzdem kann man auch mit bescheidenen Mitteln ein beachtliches Ergebnis erzielen. Tolle Clips spürt auch die regioactive.de-Redaktion in regelmäßigen Abständen auf und präsentiert sie in der Reihe "abgedreht".

Musikvideoproduktion LeTamTam

Abb.: Musikvideoproduktion LeTamTam. Es wird gefilmt wie verrückt: In der Reihe "abgedreht" stellen wir Musikvideos aus der regioactive.de-Bandcommunity vor.
© ochoresotto (CC BY-ND 2.0)

"Low Budget"-Produktionen sind verhältnismäßig billig, müssen aber deshalb noch lange nicht so wirken. Während ein professionelles Musikvideo 50.000 Euro und mehr kosten kann, sind eigenproduzierte Videoclips für sehr viel weniger Geld, dafür mit umso mehr "Do it yourself"-Einstellung zu realisieren. Die folgenden Punkte sollen erste Fragen klären und einen kleinen Überblick über die Welt der Musikvideo-Produktion geben:

Ressourcen – Was benötige ich für ein Musikvideo?

1. Die Finanzierung

Ein Musikvideo ist in erster Linie dazu da, einen Künstler oder eine Band zu promoten, sie bekannt(er) zu machen und auf sie hinzuweisen. Es dient als Marketingtool, jedoch erzielt es keine direkten Einnahmen. Dies sollte man immer im Hinterkopf behalten, gerade wenn es um die Frage geht, wie viel Geld man für eine Musikvideoproduktion ausgeben möchte! Eine mögliche Finanzierungsart stellt das "Crowdfunding" dar: Ein Künstler oder eine Band präsentiert eine filmische Idee bzw. einen Song, zu dem ein Musikvideo gedreht werden soll. Die Fans steuern einen frei wählbaren oder auch vorher fest definierten Geldbetrag bei. Dafür werden ihnen zum Beispiel Backstagepässe für Liveauftritte, Nennungen im CD-Booklet oder sonstige "Dankeschöns" zugesprochen. So lässt sich ein Musikvideo relativ kontrolliert vorfinanzieren. Die Internetseite www.startnext.de stellt ein Beispiel für ein solches "Crowdfunding-Portal" dar. Hierüber wurde zum Beispiel der Film "Projekt E" über die Mannheimer Kreativszene teilweise finanziert.

2. Das Team

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Wo finde ich jemanden, der mir hilft, ein Musikvideo zu produzieren? Der Freundes- und Bekanntenkreis sollte auf jeden Fall in die Suche einbezogen werden. Kenne ich einen Hobbyfilmer? Kann jemand mit Schnittprogrammen umgehen? Oder studiert sogar jemand aus dem näheren Umfeld an einer Medien- oder Filmhochschule? Sollte sich auf dieser Basis nichts finden lassen, gibt es in deiner Region sicher zahlreiche Kreativschaffende, die sich mit Musikvideo-Produktionen auskennen – seien es Autoren für ein Drehbuch, Kameramänner für den Dreh selbst oder Cutter, um den Schnitt anzufertigen. Kontaktdaten zum Beispiel für die Stuttgarter Szene findet man auf www.productionguide.de, doch greift man auf Profis zurück, dann gilt: Qualität kostet Geld. Wenn man einen Profi engagiert, möchte dieser auch bezahlt werden. Trotzdem kann es in einigen Fällen ratsam sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

An einem Musikvideo-Dreh sollten immer mindestens sechs Personen beteiligt sein:

Produktion/Organisation: Ein Teammitglied kümmert sich um die Planung, Kontrolle und Durchführung der gesamten Musikvideo-Produktion. Diese Person sollte als zentraler Ansprechpartner und Vermittler zwischen den einzelnen Bereichen fungieren. Er/sie sollte sowohl kreative und künstlerische als auch organisatorische und wirtschaftliche Fähigkeiten und Kenntnisse besitzen. Die Hauptaufgaben umfassen Kalkulation, Finanzierung, Medien- und Arbeitsrecht ebenso wie Produktionsorganisation und Produktionsabläufe, Dramaturgie, Stoffentwicklung, Projektentwicklung, Vorproduktion und Postproduktion, Vermarktung und Verwertung.

Regie/Drehbuch: Der Regisseur sollte das Drehbuch (mit)entwerfen, denn er leitet zusammen mit dem Verantwortlichen für Produktion/Organisation die komplette Produktion und ist für die filmische Umsetzung verantwortlich. Er ist in alle Arbeitsschritte mit eingebunden, von der Drehbuchentwicklung über die eigentliche filmische Arbeit, bis hin zur Postproduktion (Schnitt, Special Effects, Nachvertonung). Hier laufen alle Fäden zusammen, damit seine kreative Vision des Drehbuchs verwirklicht werden kann.

Kamera: Der Kamermann ist für die visuelle Aufnahme, die Bildgestaltung und Kameraführung zuständig. Neben einem gewissen technischen Know-How ist auch kreatives Verständnis gefragt, da er die Vorstellungen des Regisseurs visuell umsetzt.

Licht/Ton: Ein Beleuchter ist nicht nur für das korrekte Ausleuchten eines Motivs zuständig, sondern hat auch Einfluss auf die Erzeugung von Stimmungen in den einzelnen Szenen. Natürlich sollte am Set auch für Ton gesorgt sein. Eine korrekte Positionierung der Mikrofone zum Aufnehmen von Dialogen ist hierbei genauso wichtig wie das Abspielen des Playbacks für die Performance eines Künstlers oder einer Band.

Szenenbild/Requisite: Der Szenenbildner ist für die Gestaltung des Films verantwortlich. Welche Orte eignen sich für die Umsetzung des Drehbuchs? Wie muss das Set aussehen? Passen die einzelnen Orte und Sets zu den Vorgaben des Regisseurs/des Drehbuchs (Epoche, Look, Stimmung)? Der Requisiteur kümmert sich um alle Ausstattungsgegenstände. Dies kann vom Sofa bis hin zum Bleistift alles sein, was für den Dreh benötigt wird.

Kostüm/Maske: Für die richtige Kleidung der Protagonisten ist der Kostümbildner zuständig. Unter den Begriff "Maske" fällt nicht nur das Schminken, sondern auch die Veränderung aller sichtbaren Körperteile, also zum Beispiel das Auftragen von künstlichen Wunden oder Narben.

My Glorious beim Videodreh zu "Flowers".

Abb.: My Glorious beim Videodreh zu "Flowers".

3. Das Equipment

Für einen Musikvideo-Dreh sind außer Kamera und Licht noch Mikrofone, Schnittplätze, Requisiten, Kostüme und viele weitere Dinge gefragt. Für manche Produktionen ist am Set auch noch eine Musikanlage für das Playback nötig. Natürlich sollte bei der Equipmentsuche ebenfalls auf vorhandene Netzwerke (Freunde, Bekannte, Verwandte) zurückgegriffen werden. Bei einem Equipmentverleih hat man zusätzlich die Möglichkeit, an eine professionelle Ausstattung zu kommen.

Manchmal jedoch lohnt es sich sogar, kleinere Anschaffungen selbst zu tätigen. So gibt es zum Beispiel für die Post-Produktion relativ kostengünstige Schnittprogramme wie Pinnacle, Adobe Premiere Elements oder Final Cut Express, mit denen man sogar als Neuling auf dem Gebiet des Filmschnitts schon gute Ergebnisse zu einem moderaten Preis (ca. 60 bis 170 Euro) erzielen kann.

Fortsetzung → im zweiten Teil:

  • Inhalt und Umsetzung – Was filme ich wie?
  • Tipps und Tricks zur Veröffentlichung

Dein Feedback, Dein Know-How: Welche Tipps kannst du anderen geben? Lass andere an deinem Wissen teilhaben und poste dein Feedback hier als Kommentar!

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