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Messebericht und Fotos

Eine Messe zum Mitmachen? So verlief die Premiere der musicpark-Musikmesse in Leipzig

Review von Christian Grube
veröffentlicht am 05.11.2019

musicpark veranstaltungskonzepte

Eine Messe zum Mitmachen? So verlief die Premiere der musicpark-Musikmesse in Leipzig

MusicPark 2019. © Christian Grube

Etwas mehr als 11.200 Besucher kamen vom 1. bis 3. November 2019 zur 1. musicpark auf das Leipziger Messegelände. Wir haben uns dort auch mal umgeschaut. Kann das Messekonzept überzeugen?

Die neue Musikmesse musicpark in Leipzig tritt mit dem Anspruch an, einen im Vergleich zu anderen Veranstaltungen derselben Ausrichtung grundlegend anderen Weg einzuschlagen.

Der Untertitel "Die Erlebnismesse" verdeutlicht, dass die Beschäftigung mit dem Musikinstrument im Mittelpunkt stehen soll.

Antesten und direkt kaufen

Schon bei der Eröffnungspressekonferenz macht Gerd Essl, der Creative Director der Messe, klar, dass die Schau das Ziel verfolgt, Menschen zum Instrument zu bringen und vielleicht verborgene Talente zu wecken. Die musicpark ist eine reine B2C Messe, weshalb Einkaufen möglich ist. Als Konkurrenz zur Frankfurter Musikmesse versteht sich musicpark offiziell nicht.

In zwei Hallen des Geländes präsentieren sich namhafte Hersteller wie PRS, Tama, DW, Ludwig, Ibanez, Yamaha oder Blüthner. Die großen Gitarrenhersteller Gibson und Fender sucht man jedoch vergebens. An den Ständen können die Besucher nach Herzenslust testen – mehr noch: Ausprobieren war ausdrücklich erwünscht. Die meisten Besucher reagieren positiv auf dieses Messekonzept.

Voll belegte "PlayZones"

Kernstück der musicpark sind die sog. PlayZones. In den abgegrenzten Arealen in den Hallen können sich interessierte Musiker und Menschen die es werden wollen, an verschiedenen Instrumenten unter fachkundiger Anleitung eines Lehrers ausprobieren. Ziel war es, das Interesse für ein Instrument zu wecken und nach einem 30-minütigen Crashkurs auch ein Lied spielen zu können. Offenbar erwiesen sich die PlayZones als voller Erfolg, denn sie sind immer voll belegt.

Ein weiteres wichtiges Element stellen die SweatBloodTears-Boxen dar. Thematisch nach Schlagzeug, Gitarre und Band & Orchestra sortiert, geben dort Musikgrößen wie Midge Ure (Ultravox), Gary Wallis (Schiller, Pink Floyd), Jen Majura (Evanescence) oder Karl Brazil (Robbie Williams) täglich einen Einblick in ihr Können und in ihre Arbeit. Die Besucher haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich den ein oder anderen Kniff zeigen zu lassen. So nahe kommt man berühmten Musikern selten.

Aber auch auf verschiedenen Bühnen gibt es die Möglichkeit sich musikalisch unterhalten zu lassen. Als Highlight erweist sich der Gig von Soundtopia, einem Bandprojekt des Produzenten Zlatko Jimmy Krevic. Soundtopia covern Stücke wie "Sweet Child O Mine" in eigenem Stil. Als Überraschung treten Midge Ure und Gary Wallis mit auf der 360° Bühne auf und spielen neben Pink Floyds "Wish You Were Here" auch den Ultravox-Hit "Hymn".

Die Premiere noch ein Feldversuch

Was bleibt? Die musicpark hat einen durchaus innovativen Ansatz gefunden, um das angestaubte Image einer (Musik)-Messe aufzufrischen. Sicher ist die erste Auflage ein Testlauf: Was funktioniert gut? Was weniger? Wo muss man nachbessern?

Vor allem im Mitmachfaktor besteht ein großer Vorteil der neuen Leipziger Messe. Sollten die Organisatoren diesen Bereich noch ausbauen und mehr Musikgrößen gewinnen können, dann kann die musicpark sicher noch mehr Zugkraft entwickeln.

Gerd Essl zieht nach der Premiere jedenfalls ein äußerst positives Fazit in der offiziellen Abschlussmeldung der musicpark:

"Die 360-Grad-Markenpräsentation auf einer einzigen Messe, der direkte Draht zum Endkunden – all das sind Dinge, die sich die Musikinstrumentenbranche schon seit langer Zeit immer wieder gewünscht hat. Gemeinsam mit der Leipziger Messe sind wir all diesen Wünschen nachgegangen und haben sie, in Form des musicparks, auf einer Messe vereint. Die zahlreichen positiven Rückmeldungen, sowohl seitens der Besucher als auch der Aussteller, zeigen uns, dass wir mit unserem Konzept genau richtig liegen."

Auch Aussteller äußern sich darin postitiv, so zum Beispiel Michael Lange (Marketingleiter bei M&T Musik und Technik):

"Wir sind wirklich froh, Teil des ersten musicparks zu sein. Als Vertriebsunternehmen für Musikinstrumente und Zubehör fühlen wir uns auch ein wenig in der Pflicht, eine Veranstaltung wie diese von Tag eins an zu unterstützen. Umso schöner, wenn das Messekonzept aufgeht und unser Zielpublikum anzieht. Denn vom interessierten Neuling, bis zum Fachpublikum ist alles dabei. Außerdem können wir Produkte zusammen mit unseren Händlern direkt an den Endkunden verkaufen. Für uns ist das ein echter Benefit. Genauso wie die Möglichkeit, zum Aufbau mit dem LKW unmittelbar an die Standfläche zu fahren – unkompliziert und locker."

Dank solchen positiven Feedbacks dürfte einer zweiten Auflage nichts im Weg stehen.

Warst du in Leipzig vor Ort und kannst von deinen Eindrücken berichten? Würde dich diese Messe im Falle einer Neuauflage im kommenden Jahr interessieren?

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