die musicmix-juroren unter der lupe

musicmix powered by Sennheiser: Interview mit Juror Norbert Ibrom von Sennheiser

Interview veröffentlicht von Daniel Nagel am 20.07.2012, 12:56

Tags: musicmix Norbert Ibrom Sennheiser Backstage PRO

musicmix powered by Sennheiser: Interview mit Juror Norbert Ibrom von Sennheiser

NORBERT IBROM Sennheiser Vertrieb und Service GmbH & Co. KG - Manager Marketing Communications,

Während die Bewerbungsphase für musicmix in vollem Gange ist blicken wir hinter die Kulissen und sprechen mit den beteiligten Juroren über ihre Leidenschaft für Musik, die Chancen, die musicmix einer Band bietet, und ihre ganz persönlichen Kriterien, um eine Newcomerband zu beurteilen. Im zweiten Interview kommt Norbert Ibrom von Sennheiser zu Wort. Er erzählt von zehn Jahren Blockflöten-Unterricht und den Folgen, spricht über die Ziele von musicmix und erläutert die häufigsten Fehler von Newcomern aus Sicht eines Tontechnikers.

musicmix"musicmix powered by Sennheiser" ist wieder da! Die Webshow des renommierten Herstellers von hochklassiger Audio-Hardware sucht auch in der zweiten Staffel gemeinsam mit regioactive.de und Backstage PRO nach Musiktalenten → Bewerbungen sind bis zum 19. August 2012 auf backstage-pro.de/musicmix möglich!

Backstage PRO: Norbert, wie ist deine Leidenschaft für Musik entstanden?

Norbert Ibrom: Das begann eigentlich schon in meiner Kindheit. Ich komme aus einer musikalischen Familie, wo fast alle mindestens ein Instrument spielen und wo auch viel gesungen und gemeinsam musiziert wird. Wie so viele habe ich mit der Blockflöte angefangen. In der dritten Klasse kam dann das Klavier dazu. Alles klassisch, natürlich. Bis zur fünften Klasse besaß ich keine Tonträger und kannte Popmusik nur aus dem Radio.

Was ist dann passiert?

Ich habe Queen entdeckt und ganz besonders Bohemian Rhapsody. Ein Mitschüler hatte die Greatest Hits I im Schullandheim dabei und ich konnte mich gar nicht einkriegen. Das klang so anders! Ich habe mir dann die Kassette überspielt und rauf und runter gehört. Das war mein erster Zugang zu Pop- und Rockmusik.

Und das hatte Folgen?

Irgendwann kam der große Bruch mit der Blockflöte. Bis 16 habe ich Flöte gespielt, was immer noch reizvoll war, weil wir als Blockflötengruppe nach 10 Jahren Übung natürlich ein konzertantes Niveau erreicht hatten. Jedenfalls habe ich mich mit einem Teil dieser Gruppe zusammengetan und wir haben eine Rockband gegründet, wobei wir völlig andere Instrumente spielten. Ich habe mir beispielsweise ein Yamaha-Keyboard gekauft und von diesem Zeitpunkt an war das Klavier out.

Waren deine Eltern entsetzt?

Nein, das kann man so nicht sagen. Eigentlich haben sie sich immer gefreut, dass ich Musik mache. Es war ihnen nicht so wichtig, welche Art von Musik das ist. Der Blockflötenlehrer war unversöhnlich, vor allem weil sein Sohn an dieser Band beteiligt war und sich statt der Blockflöte die E-Gitarre geschnappt hat.

Er hat dich also dafür verantwortlich gemacht, dass sein Sohn auf den falschen Weg geraten ist?

Auf jeden Fall, das kann man so sagen. Wir haben dann angefangen, Musik nicht nur nachzuspielen, sondern auch eigene Songs zu schreiben.

Sennheiser Vertrieb und Service in Hannover.

Du bist der Musik ja verbunden geblieben, wenn auch in anderer Funktion. Vielleicht kannst du ja etwas zu deinem augenblicklichen Beruf sagen.

Im Moment bin ich für Marketing- und Kommunikation bei Sennheiser verantwortlich, das heißt für Werbung, Newsletter, Kundeninformationen und Marketingaktionen.

Wie wirkt sich deine Erfahrung als Musiker auf deine berufliche Tätigkeit aus?

Ich verfüge natürlich über ein grundmusikalisches Verständnis, aber auch über technisches Wissen, das ich im Rahmen einer Ausbildung am SAE Institute erworben habe. Seitdem beschäftige ich mich sehr intensiv mit Tontechnik, also mit Aufnahmetechnik, Aufbereitung von Musik und deren optimale Überführung in einer Übertragungskette. Das hat mich geprägt und überhaupt erst ermöglicht, meinen momentanen Job auszuüben.

Welches Ziel verfolgt Sennheiser mit der Förderung von Newcomern?

Als Hersteller interessieren wir uns zwangsläufig für die Lebenswelt unserer Kunden. Wir unterstützen die Musikschaffenden und wir möchten erreichen, dass die Leute durch unser Equipment bessere Ergebnisse erzielen und mehr Spaß haben. Wir leben natürlich auch davon, dass Musiker unsere Produkte kaufen.

Baru bei "musicmix powered by Sennheiser": Die Votinggewinner 2011 nehmen ihre Preise entgegen.

Was bietet musicmix den teilnehmenden Bands?

"musicmix powered by Sennheiser" versteht sich als Plattform: wir möchten etwas aufgreifen, das früher in ähnlicher Form auf MTV zu sehen war. Wir beschäftigen uns mit dem Schaffen junger, interessanter Künstler, die uns durch ihre künstlerische Vision überzeugen. Wenn man als Newcomer nicht gehört wird, dann kann die Musik noch so gut sein – auf Dauer wird man keinen Erfolg haben, weil die Konkurrenz so unglaublich groß ist. Man benötigt einen bestimmten Grad an Bekanntheit oder man hat auf lange Sicht ein Vermarktungsproblem. Genau das kann musicmix leisten, denn die letzte Staffel haben 1,1 Millionen User angesehen.

Du hast dich intensiv mit Tontechnik beschäftigt: Welche Fehler passieren Newcomer-Bands am häufigsten?

Ich habe in meinem Leben schon einiges aufgenommen, da ich auch ein eigenes Studio besitze. Und dabei fiel mir auf, dass sich Musiker oder Bands immer bewusst sind, dass sie gefilmt oder aufgenommen werden. In diesem Moment denken sie, dass diese Aufnahme für die Ewigkeit ist. Es kommt aber gerade darauf an, das auszublenden und den Song möglichst authentisch zu spielen. Man muss sich also von diesen Gedanken an die Ewigkeit freimachen. Ein weiterer Aspekt ist folgender: Beim Mischen ist es wie bei der Fotografie – man kann nicht alles ausleuchten.

Aber genau das wollen Newcomer?

Genau. Ein musikalisches Werk benötigt auch "Schattenwürfe", d.h. ich muss mit der Dynamik spielen, ich brauche auch leise Stellen. Ich kann nicht alles beliebig laut machen.

ECHO-Verleihung mit Sennheiser-Mikrofon- und Monitorsystemen

Warum eigentlich nicht? Das glauben doch ganz viele.

Jeder Instrumentalist will sein Instrument am lautesten hören und der Sänger seine Stimme auch noch. Aber das funktioniert nicht, denn man muss immer das Gesamtergebnis im Auge behalten. Die meisten Newcomer-Aufnahmen kranken daran. Viele Bands zerbrechen auch an solchen Fragen, weil die Musiker sich nicht einigen können. Im Studio werden Defizite sichtbar, die vielleicht im Livekontext gar nicht aufgefallen sind. Der Bassist spielt nicht tight genug, also muss jemand anders den Bass spielen, das Schlagzeug muss programmiert werden und so weiter. Sich darüber zu streiten, lohnt aber nicht, denn eine Aufnahme ist nur eine Momentaufnahme: nächste Woche kann es schon alles viel besser sein. Man kann als Band viele Probleme vermeiden, wenn man mit dieser Problematik entspannt umgeht und nicht nach absolutem Perfektionismus strebt.

Was müssen Bands konkret mitbringen, um bei musicmix erfolgreich zu sein?

Es geht natürlich darum, ein gutes Arrangement zu haben und eine fetzige Hookline, die mitreißt.

Worauf achtest du besonders?

Ich höre den Song ja nicht nur einmal, sondern mehrfach und überlege mir genau, was die Grundaussage des Songs ist und ob das Arrangement diese Aussage überzeugend transportiert. Den Text halte ich im Übrigen auch nicht für trivial.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

→ musicmix powered by Sennheiser: jetzt auf backstage-pro.de/musicmix bewerben!

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