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Rechtsstreit um "The Desk Tapes"

Oasis stoppen Versteigerung unveröffentlichter Aufnahmen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 01.10.2026

oasis urheberrecht

Oasis stoppen Versteigerung unveröffentlichter Aufnahmen

Oasis. © Joshua Halling

Wenige Tage vor einer geplanten Auktion haben Oasis rechtliche Schritte gegen den Verkauf eines umfangreichen Tonarchivs names "The Desk Tapes" eingeleitet, das einen Wert von bis zu 1,6 Millionen Pfund besitzen soll.

Der Streit um ein umfangreiches musikalisches Archiv bislang unveröffentlichter Oasis-Aufnahmen beschäftigt die britische Justiz. Die Band, Noel und Liam Gallagher sowie Sony Music Entertainment UK gehören laut vorliegenden Gerichtsunterlagen zu den Klägern eines Verfahrens vor dem High Court in London.

Die rechtlichen Schritte richten sich unter anderem gegen den ehemaligen Oasis-Tontechniker Huw Richards und dessen Sohn Owain Richards, der die sog. "Desk Tapes" versteigern lassen wollte. Die "Desk Tapes" enthalten Konzertmitschnitte, Probeaufnahmen und bislang unveröffentlichte Gespräche aus den Jahren 1995 bis 2001. 

Das Auktionshaus Littleton Auctions bestätigte, dass es die Sammlung aus der für den 3. Oktober 2026 geplanten Auktion zurückgezogen hat. Die übrigen Objekte der Versteigerung sollen weiterhin angeboten werden.

Tonarchiv mit über 100 Stunden Material 

Das Archiv umfasst Aufnahmen aus einer zentralen Phase der Bandgeschichte. Huw Richards arbeitete ab 1995 als Front-of-House-Tontechniker für Oasis und war bis 2001 für den Livesound verantwortlich. Während dieser Zeit zeichnete er zahlreiche Konzerte und Proben direkt am Mischpult auf. Auch bei den legendären Knebworth Auftritten im August 1996 war er beteiligt. 

Nach Angaben des Auktionshauses enthält die Sammlung Mitschnitte von 63 Konzerten, Soundchecks sowie mehr als 100 Stunden Probenmaterial. Hinzu kommen bislang unveröffentlichte Gespräche zwischen Noel und Liam Gallagher. Das Archiv besteht laut den vorliegenden Berichten aus 209 DAT-Kassetten, 73 analogen Kassetten und drei Mini-Discs.

Littleton Auctions hatte den Schätzwert der Sammlung auf 1,2 bis 1,6 Millionen Pfund angesetzt. Das Auktionshaus bezeichnete sie in seinem Katalog als einzigartiges Master-Archiv dieser Art. 

Rechtsstreit um Besitz und Verwertungsrechte 

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, unter welchen Bedingungen das Archiv verkauft werden darf. Während die Bänder aus dem Besitz von Huw Richards stammen, liegen die geistigen Eigentumsrechte an den Aufnahmen nach den vorliegenden Berichten bei Oasis. Ein möglicher Käufer hätte das Material daher nicht ohne Zustimmung der Band kommerziell veröffentlichen können.

Bereits Anfang September hatte das Auktionshaus bestätigt, dass aus dem Umfeld von Oasis Bedenken gegen die Versteigerung geäußert worden waren. Eine Einigung über den Verkauf kam offenbar nicht zustande. Details zu den nun eingeleiteten rechtlichen Schritten sind bislang nicht öffentlich bekannt. 

Owain Richards bestätigte gegenüber der Presse, dass Oasis seinen Vater und ihn verklagt hätten, um die Versteigerung der Aufnahmen zu verhindern. Die Auktion sei zunächst verschoben worden, damit der Rechtsstreit entweder gerichtlich oder auf anderem Wege geklärt werden könne.

Bedeutung für den Handel mit Musik-Archiven

Der Fall verdeutlicht die rechtliche Komplexität beim Handel mit historischen Musikaufnahmen. Der Besitz eines physischen Tonträgers ist nicht automatisch gleichbedeutend mit dem Recht, die darauf enthaltene Musik zu veröffentlichen oder wirtschaftlich zu verwerten.

Gerade bei Konzertmitschnitten, die von ehemaligen Crewmitgliedern oder technischen Dienstleistern angefertigt wurden, können unterschiedliche Rechte und Besitzverhältnisse aufeinandertreffen. Für Auktionshäuser, Sammler und potenzielle Käufer ist deshalb neben der Herkunft eines Archivs auch die Klärung der Nutzungsrechte entscheidend. 

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