Festival und Branchenkongress
Panels, Workshops und Konzerte: Das About Pop Festival 2026 in Stuttgart gibt Programm bekannt
Lesung mit Sibel Schick beim About Pop Festival 2025. © Ilkay Karakurt
Mit Panels, Talks und Workshops adressiert die Veranstaltung aktuelle Entwicklungen der Musik- und Kreativwirtschaft und positioniert sich klar über das klassische Showcase-Festival hinaus.
Inhaltlich setzt die Convention auf eine breite, zugleich präzise kuratierte Themenpalette. Panels zu digitaler Souveränität ("Muss Big Tech weg?") treffen auf wirtschaftliche Fragestellungen wie im Format "Insolvenz & Pop, das die prekären Realitäten vieler Künstler*innen beleuchtet.
Gsellschaftspolitische Dimensionen
Gleichzeitig öffnet sich das Programm bewusst für gesellschaftspolitische Dimensionen. Diskussionen zu neuen Männlichkeitsbildern, Antisemitismus in der Popkultur oder pophistorischen Phänomenen zeigen, wie stark sich kulturelle, politische und ökonomische Fragen im Pop überlagern.
Internationale Perspektiven, etwa im Panel "Why not Reykjavík?", sowie Kooperationen wie mit der Strasbourg Music Week unterstreichen zudem den europäischen Vernetzungsanspruch der About Pop.
Interdisziplinäte Speaker*innen
Mit Beteiligten aus Musik, Medien, Wissenschaft und Aktivismus setzt das About Pop konsequent auf Vielstimmigkeit. Namen wie Markus Beckedahl, Gudrun Gut, Markus Kavka oder Jens Balzer stehen exemplarisch für die Verbindung von künstlerischer Praxis und analytischer Einordnung.
Gerade diese kuratierte Mischung macht die Convention für Branchenakteur*innen relevant. Sie bietet nicht nur Networking, sondern Kontext und schafft Räume für Austausch jenseits klassicher Industry-Formate.
Frühe Programmoffensive und internationale Acts
Parallel zum Convention-Ausbau treibt das About Pop auch sein musikalisches Programm voran. Bestätigt sind unter anderem die kanadische Electroclash-Musikerin Peaches, die sich nach elf Jahren mit neuer Musik zurückgemeldet hat, die Indie-Pop-Band Nation of Language und das Techno-Punk-Projekt Light Asylum aus New York und das Manchester Duo Nightbus, das sich musikalisch zwischen Post-Punk und Trip-Hop bewegt.
Gleichzeitig bleibt die Förderung regionaler Künstler*innen ein zentraler Bestandteil des Konzepts und verknüpft das Festival eng mit der lokalen Szene. Hier können sich Besucher*innnen unter anderem auf Konzerte von Get Well Soon, Zweifel, Freundlich und Mausi G freuen.
Förderkürzungen setzen hybrides Format unter Druck
Der inhaltliche Ausbau erfolgt jedoch in diesem Jahr unter erschwerten Bedingungen. Die öffentliche Förderung aus dem Kulturhaushalt der Stadt Stutgart wurde um 20 Prozent reduziert. Für ein nicht-kommerzielles Festival-Convention-Format stellt das einen erheblichen Einschnitt dar.
Das About Pop betont in diesem Zusammenhang seine Relevanz als wirtschaftlicher Impulsgeber. Ein Großteil der Mittel fließe direkt in die regionale Kreativ- und Verantwortungswirtschaft sowie Künstler*inenhonorare.
Die Kürzungen berühren damit nicht nur das Event selbst, sondern auch die dahinterliegende Wertschöpfungskette und werfen grundsätzliche Fragen zur Finanzierung hybrider Popkulturformate auf.
Kulturförderticket und Community als Stabilisierungsfaktor
Als Reaktion wurde ein Kulturförderticket eingeführt, das über den regulären Ticketpreis hinausgeht und gezielt zur Kompensation der Finanzierungslücke beitragen soll.
Darüber hinaus setzt die About Pop auf Community-Aktivierung und frühzeitige Einbindung des Publikums, etwa durch Pre-Events wie die geplante Session im Kulturzentrum "Das K" oder weitere regionale Formate im Vorfeld.
Zu weiteren Informationen zu Ticketing und Programm geht es hier.
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