Streben nach mehr Nachhaltigkeit
Untersuchungen zeigen große Unterschiede beim ökologischen Fußabdruck von Schallplatten
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Der "First Carbon Footprint Report", der die Klimaauswirkungen der Schallplattenproduktion untersucht, gewährt nun Einblicke in die Ergebnisse der Analyse.
In dem Bericht heißt es:
"Unser langfristiges Ziel ist es, die Kohlenstoff Auswirkungen unserer Industrie – von der Wiege bis zur Bahre, über verschiedenen Lieferketten – zu verstehen, damit wir die effektivsten Schritte zur Bewältigung der Klimakrise identifizieren können."
Der Bericht umfasst unter anderem drei Bereiche der Schallplattenindustrie und untersucht jeweils ein Presswerk, ein Stempelhersteller und ein Lackschneidestudio.
Bis zum Werkstor
Der CO2-Fußabdruck einer Vinylplatte im "cradle-to-factory gate"-Ansatz beträgt etwa 1,15 kg CO2. Der "Cradle-to-Gate"-Fußabdruck berücksichtigt lediglich die Emissionen bis zum Werkstor und nicht den Transport zum Presswerk oder weitere nachgelagerte Prozesse.
Etwa 50 Prozent dieser Emissionen stammen aus dem PVC, das für die Plattenherstellung verwendet wird, während weitere 30 Prozent auf den Energieverbrauch im Werk entfallen. Die Verpackung, bestehend aus Hüllen, Einlagen und Sleeves, trägt zu 13% zu den Emissionen bei.
Lacke, Schneiden und die Herstellung von Stanzformen sowie Transportverpackungen sind vergleichsweise kleine Elemente des CO2-Fußabdrucks.
Gewicht spielt eine Rolle
Da das PVC den größten Teil des Fußabdrucks ausmacht, sollte schweres Vinyl vermieden werden, denn ein Gewicht von 180g erhöht den CO2-Fußabdruck um 14% im Vergleich zu 140g.
Bei 200g steigt er um 19 Prozent und bei Splatter-Designs, also beispielsweise bunten Platten, sogar um 26 Prozent.
Neue Ansätze
Mit innovativen Produkten wie Bio-Vinyl und EcoRecord bemühen sich Unternehmen der Schallplattenfertigung, die Klimabilanz ihrer Produktion zu verbessern.
Der Studie zufolge könnten neue PVC-Zusammensetzungen, die biologisch erzeugte Kohlenwasserstoffe verwenden, den CO2-Fußabdruck von Vinyl-Schallplatten um etwa 44 Prozent reduzieren.
Über die Herstellung hinaus
Weiterhin betont der Bericht betont, dass für die Berechnung des Fußabdrucks der gesamte Lebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung berücksichtigt werden müsse, da die Auswirkungen des Vertriebs und der Entsorgung oft unterschätzt werde.
Der Transport erhöhe das ausgestoßenen CO2 pro Schallplatte signifikant. Allein die Luftfracht von Europa nach Amerika erhöhe die Werte um 1,36 kg und verdoppele daher den CO2 Ausstoß.
Bemerkenswerte Unterschiede in der Gesamtbilanz
Je nach Herstellungs- und Vertriebsprozess schwankt der Kohlenstoff-Fußabdruck zwischen 0,7 und 6kg CO2e pro Platte.
CO2e ist eine Maßeinheit, die die gesamte Klimawirkung verschiedener Treibhausgase berücksichtigt, nicht nur Kohlendioxid allein wie CO2.
Die erheblichen Unterschiede lassen sich laut Studie auch darauf zurückführen, dass Schallplatten von Major Labels beziehungsweise von ihren globalen Stars mit weltweitem Vertrieb und aufwändigen Verpackungen einen erhöhten CO2-Ausstoß verursachen.
Eine Schallplatte mit geringer Auflage, hergestellt aus "bio-attributed" PVC, lokal gepresst und nur regional vertrieben, könnte im Gegensatz dazu einen Abdruck von 0,7 bis 1,0 kg CO2e haben.
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