Branche kämpft mit Kosten und Bürokratie
Veranstaltungswirtschaft fordert Maßnahmen für Stabilität und Wachstum
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Rat der Vertreter*innen 2025/26 (v.l.n.r.) Jens Langner, Alexander Ostermaier, Marcel Fery, Ellen Kamrad, Justus Benedikt Brand, Mike P. Heisel, Christian Eichenberger. © kwie.medien
Die deutsche Veranstaltungsbranche ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Über 240.000 Unternehmen beschäftigen mehr als eine Million Menschen und erwirtschaften rund 80 Milliarden Euro jährlich.
Veranstaltungsbranche in der Krise
Allerdings verzeichnet die Branche 2025 starke Gewinneinbußen. Den Daten der Branche zufolge liegt die Auslastung rund 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau, die Gewinne seien teilweise um mehr als 70 Prozent gesunken. Steigende Energiepreise, Zinsen und Lohnnebenkosten sowie zusätzliche staatliche Abgaben würden die Unternehmen zusätzlich belasten.
Die Angaben stammen von der Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft, bei der Vertreter*innen der Branche über Herausforderungen und Perspektiven diskutierten.
Resilienz und wirtschaftliche Stabilität
Die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft weist darauf hin, dass viele Betriebe noch immer unter den Folgen der Pandemie leiden. Niedrige Rücklagen und schleppende Hilfszahlungen erhöhen den finanziellen Druck. Die Branche fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen, sichere Liquidität und Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.
Von besonderer Wichtigkeit seien ein regelmäßiger Austausch mit den Ministerien, die Senkung Unternehmenssteuern auf 25 Prozent, der Ausbau von Innovationsförderung, ein schneller und fairer Abschluss der Coronahilfenabrechnungen, die Aufnahme rechtssichere Kompensations-Regelungen im Infektionsschutzgesetz und zinsgünstige Investitionsmittel für Wachstum und Transformation.
Faire Rahmenbedingungen und Entbürokratisierung
Bürokratische Hürden und komplexe Genehmigungsverfahren erschweren nach Angaben der Branche die Arbeit der Veranstalter. Die Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft fordert daher die Einführung einer Höchstgrenze für die Wochenarbeitszeit statt der bisherigen Regelung einer Tageshöchstgrenze.
Weitere Ziele sind klare rechtliche Rahmenbedingungen für die Beauftragung von Selbstständigen, bundesweit einheitliche Regelungen für Sonn- und Feiertagsarbeit, ein höherer Freibetrag bei Betriebsveranstaltungen sowie Anpassungen bei Mautregelungen und Sonntagsfahrgenehmigungen.
Fachkräfte, Gleichbehandlung und gesellschaftliche Verantwortung
Die Branchenvertreter*innen betonen die Bedeutung qualifizierten Personals, stabiler Strukturen und fairer Rahmenbedingungen.
Als Beispiele werden regelmäßige jährliche Branchenberichte, eine Aktivrente für Selbstständige, geförderte Weiterbildungsprogramme, erleichterte Zuwanderung internationaler Fachkräfte sowie Maßnahmen für Diversität, Awareness, Inklusion und Barrierefreiheit erwähnt.
Nachhaltigkeit, Digitalisierung und internationale Wettbewerbsfähigkeit
Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Bildung sind laut Bundeskonferenz die zentralen Zukunftsfelder der Veranstaltungswirtschaft. Bereits heute würden Ressourcen geteilt, Materialien wiederverwendet und neue Technologien genutzt. Doch es fehle an gezielter Förderung, digitaler Infrastruktur und internationaler Sichtbarkeit.
Daher fordert die Bundeskonferenz unter anderem die Abschaffung der Hinzurechnung der Gewerbesteuer auf kurzfristige Anmietungen, den Ausbau digitaler Plattformen und Netzwerke, nachhaltige Vergabekriterien bei öffentlichen Aufträgen, Kommunikationskampagnen zur Standortattraktivität, Förderungen von Forschung und Bildung sowie praxisnahe Software- und KI-Anwendungen.
Politische Maßnahmen wie Bürokratieabbau, steuerliche Entlastungen, Investitionsanreize und eine verlässliche Standortstrategie könnten laut Branchenvertreter*innen die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Unternehmen unterstützen.