Erstaunlicher Einfluss
Wie die DNA den persönlichen Musikgenuss mitbestimmt
© Pavel Danilyuk
Die Max-Planck-Institute für Psycholinguistik in den Niederlanden und für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main zeigen in einer Studie, dass die persönliche Freude an der Musik teilweise erblich bedingt ist.
Um das herauszufinden, forschte das international aufgestellte Team zusammen mit dem Karolinska-Institut in Schweden an und mit 9.000 ein- und zweieiigen schwedischen Zwillingen.
Veröffentlicht wurde die Untersuchung in der Fachzeitschrift Nature Communications.
Komplexe Faktoren
Der Studie nach hängt die Tatsache, dass manche Menschen mehr Freude an Musik haben als andere, zu 54 Prozent von der DNA ab. Der Grund dafür liegt in komplexen Unterschieden im Erbgut, die sich nicht auf ein einzelnes Gen oder einen einzelnen Faktor zurückführen lassen.
In den Worten der Autoren haben sie nicht einen "einzigen übergreifenden gemeinsamen genetischen Faktor für musikalische Belohnungsempfindlichkeit", sondern teilweise unterschiedliche und teilweise überlappende genetische Pfade zum Musikgenuss gefunden".
Es sei zwar nicht überraschend, dass persönlicher Musikgenuss erbliche Faktoren hat, allerdings könnte diese Erkenntnis laut Studie dazu dienen, "um Fragen zu den genetischen Grundlagen der Musikalität im Allgemeinen und des musikalischen Affekts im Besonderen zu beantworten."
Unterschied zwischen Wahrnehmung und Genuss
Die Wissenschaftler stellten auch fest, dass die Gene, die den persönlichen Musikgenuss beeinflussen, nicht immer mit denen übereinstimmen, die beispielsweise die allgemeine Musikwahrnehmungsfähigkeit steuern. Das deutet laut Studie darauf hin, dass sie einen unterschiedlichen evolutiven Ursprung besitzen:
"Die teilweise Trennung zwischen genetischen Einflüssen auf die Wahrnehmung von Musik und den Musikgenuss steht im Einklang mit der Möglichkeit, dass Gene, die die Musikwahrnehmung und den Musikgenuss beeinflussen, im Laufe der Evolution getrennt voneinander der natürlichen Selektion unterworfen wurden."
Die Autoren erklären, ihre Ergebnisse deuteten darauf hin, dass Musikwahrnehmungsfähigkeiten "genetisch stärker mit Belohnungen für soziale Bindungen durch Musik korreliert sind" als andere Facetten des Musikgenusses.
Zudem zeigt die Studie, dass unterschiedliche Gene beim gemeinsamen Musizieren mit anderen Menschen oder bei der Steuerung von Emotionen beteiligt sind.
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