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Ergebnis einer Studie

Studie: Lieblingsmusik stimuliert das Hirn ähnlich wie Essen und Sex

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 20.05.2025

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Studie: Lieblingsmusik stimuliert das Hirn ähnlich wie Essen und Sex

© Anna Shvets via pexels.com

Eine Bildgebungsstudie von Forschern der Universität Turku in Finnland hat den Nachweis erbracht, dass das Hören der Lieblingsmusik das Opioidsystem im Gehirn aktiv beeinflusst und liefert damit eine Erklärung dafür, warum Musik so starke Emotionen auslöst.

Das finnische Forschungsteam um den Akademie-Forschungsstipendiaten Vesa Putkinen und  Professor Lauri Nummenmaa hat dazu bei 30 Frauen mit verschiedenen bildgebenden Methoden aufgezeigt, welche Hirnregionen beim Hören der Lieblingsmusik aktiv sind.

Opioide werden beim Musikhören ausgeschüttet

In der Studie wurde eine Freisetzung von Opioiden (Nervenbotenstoffe) im Gehirn mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gemessen, während die Teilnehmerinnen ihre Lieblingsmusik hörten. Darüber hinaus wurde mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht, wie die Dichte der Opioidrezeptoren die Aktivierung des Gehirns beim Musikhören beeinflusst.

Vergangene PET-Studien haben bereits gezeigt, dass Opioide nach biologisch bedeutsamen Belohnungen wie Essen und Sex freigesetzt werden. Auch ein Zusammenhang mit dem Musikgenuß ist belegt.

Die Studie ergab, dass die Freisetzung von Opioiden in mehreren Hirnregionen, die an Emotionen und Belohnung beteiligt sind, stattfand. Dazu gehören u. a. der Mandelkern (Amygdala), der eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung spielt und externe Impulse verarbeitet, sowie das Striatum, das zur Umsetzung des Zusammenwirkens von Motivation, Emotion und Kognition auf neuronaler Ebene beiträgt.

Putkinen sagt über die Ergebnisse der Studie:

"Diese Ergebnisse zeigen zum ersten Mal direkt, dass das Hören von Musik das Opioidsystem des Gehirns aktiviert. Die Ausschüttung von Opioiden erklärt, warum Musik so starke Glücksgefühle hervorrufen kann, obwohl sie keine primäre Belohnung wie Nahrung oder sexuelle Lust darstellt, die für das Überleben oder die Fortpflanzung notwendig sind."

Individuelle Unterschiede

Die Freisetzung von Opioiden hing auch damit zusammen, wie oft die Teilnehmerinnen angaben, beim Musikhören Gänsehautmomente zu spüren. Auch individuelle Unterschiede in der Anzahl der Opioidrezeptoren hängen mit der Hirnaktivierung beim Musikhören zusammen.

Je mehr dieser Rezeptoren eine Teilnehmerin hatte, desto stärker reagierte ihr Gehirn auf die Musik bei den fMRT-Scans. Dem Forschungsteam zufolge erklärte das die Tatsache, warum manche Menschen Musik intensiver genießen als andere. Dass Musikgenuss auch durch erbliche Faktoren bestimmt wird, ist schon länger erwiesen, die Studie könnte einen Anhaltspunkt für die Gründe liefern.

Musik kann zur Schmerzlinderung beitragen

Die Ergebnisse der Studie können auch zur Entwicklung neuer musikbasierter Interventionen beitragen, darunter bei der Schmerzbehandlung und der Behandlung psychischer Störungen. Nummenmaa sagt dazu:

"Das Opioidsystem des Gehirns ist auch an der Schmerzlinderung beteiligt. Auf Grundlage unserer Ergebnisse könnten die bislang beobachteten schmerzlindernden Effekte von Musik durch musikinduzierte Opioidreaktionen im Gehirn erklärt werden."

Finanziert wurde die Studie vom finnischen Forschungsrat. Die Ergebnisse wurden am 4. April 2025 im European Journal of Nuclear Medicine veröffentlicht.

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