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Einblicke in das Leben an Bord

Als Showband der Mein Schiff ® Flotte auf Kreuzfahrt: Crewmanagement und Musiker im Gespräch

Interview von Reinhard Goebels
veröffentlicht am 26.04.2019

mein schiff berufswelt

Als Showband der <i>Mein Schiff</i> <sup>®</sup> Flotte auf Kreuzfahrt: Crewmanagement und Musiker im Gespräch

RadioNation-Sängerin Sarah bei einem Auftritt an Bord. © Etienne Hiekisch-Hildebrandt

Backstage PRO und sea chefs suchen gemeinsam Bands, die drei Monate lang als Showband mit der TUI Cruises Mein Schiff ® Flotte auf Kreuzfahrt gehen möchten. Wir sprachen sowohl mit sea chefs als auch mit Musikern, die bereits mehrfach an Bord waren, um euch ein solches Engagement näher vorzustellen.

Backstage PRO und sea chefs bieten euch die Chance, drei Monate lang den gewohnten Alltag zu verlassen und als Showband an Bord eines Premium-Kreuzfahrtschiffes der TUI Cruises Mein Schiff ® Flotte die Häfen der Welt zu entdecken. ►Hier geht es zur Bewerbung!

Doch wie genau kann man sich den Alltag einer Band als Teil der sea chefs-Crew an Bord vorstellen? Wie lässt sich die Freizeit gestalten? Welche Voraussetzung gibt es für ein solches Engagement, und lohnt es sich für eine bereits gut gebuchte Coverband?

Fest steht: Die meisten, die diese Erfahrung einmal gemacht haben, möchten sie offenbar auch in Zukunft nicht missen:  “Wir haben unter den Musikern eine Wiederholer-Quote von ca. 80%”, erzählt uns Ines Funk, ihres Zeichens Manager Arts & Entertainment Services bei sea chefs und verantwortlich für die Bands an Bord. “Viele Musiker kommen für ihren ersten Vertrag an Bord und sind so positiv überrascht, dass sie immer wieder mit uns fahren wollen. Wer einmal an Bord war, will meistens nicht mehr herunter.”

Ein weiterer Grund für die häufigen Folgeverträge: Die weiteren Einsätze lassen sich bis zu 2 Jahre im Voraus flexibel planen und somit problemlos mit Engagements an Land koordinieren – eine Mindesteinsatzzeit von sechs Wochen vorausgesetzt.

“Mehr von der Welt sehen und Abstand gewinnen”

Die Band RadioNation war seit 2015 dreimal als Showband mit der TUI Cruises Mein Schiff ® Flotte unterwegs. Die jeweils zehn- bis zwölfwöchigen Aufenthalte an Bord führten die Musiker dabei ans Mittelmeer, zu den Kanaren, in den Orient, nach Mittelamerika und in die Karibik. “Wir wollten einfach mal raus. In Deutschland spielen wir jährlich ca 100 Konzerte, von großen Stadtfesten bis hin zu Gala- und Firmenevents. Das ist sehr spannend, doch wir hatten auch mal Lust auf die große, weite Welt”, erläutert uns Sänger Mathias Jettschat die Beweggründe der Band.

Auch Werner Radl, Sänger, Gitarrist und Bassist des Duos “The Why”, das auf bereits acht Einsätze für die Mein Schiff ® Flotte zurückblicken kann, wollte mehr von der Welt sehen – “nicht nur die Autobahnen, Hotels und Spielstätten”. Zudem habe er nach dem Ende seiner damaligen Band etwas Abstand zum Musikbusiness gewinnen wollen, so Radl.

“Es ist nicht allein die Gage”

In den Gesprächen mit den Musikern wird schnell klar: Das Finanzielle allein scheint für ohnehin gut gebuchte Bands nicht der ausschlaggebende Faktor zu sein, ein solches Engagement anzunehmen. Dessen ist sich auch Ines Funk bewusst:

“Natürlich wissen wir, dass es nicht allein die Gage ist, was die Musiker zu uns an Bord bringt. Es ist ein Mix aus Spaß, Reisen und der Tatsache, Teil einer großen Entertainment-Familie zu sein und dabei eng zusammenzuwachsen mit seinen Bandkollegen, aber auch mit dem Rest der Crew. Die Abwechslung, die es mit sich bringt, an Bord eines Kreuzfahrtschiffes zu spielen, ist enorm. Es ist wie ein großer Gig oder auch der Zauber einer Tournee – ein Gemeinschaftsgefühl, das erst nach einigen Wochen zu Ende ist und nicht wie bei einem Auftritt an Land, wo es nach wenigen Stunden schon wieder vorbei ist.”

Dennoch lohne sich ein Engagement durchaus auch finanziell, erklärt sie uns weiter – insbesondere dadurch, da das meiste für die Bands kostenlos ist, darunter auch Unterkunft, Vollverpflegung sowie An- und Abreise zum bzw. vom Schiff. “So kommt man nach einigen Wochen oder Monaten an Bord nach Hause und es wartet ein hübsches Sümmchen auf dem Konto.”

Die längere Abwesenheit von zu Hause ist für Mathias Jettschatt offenbar unproblematisch – dem Internet sei dank: “Es gibt überall auf der Welt, in jedem Hafen, in fast jedem Café auf der einsamsten Karibikinsel schnelles, zuverlässiges Wifi. Man kann mit der Familie chatten, telefonieren – unser Pianist hat via Skype sogar seine Klavierschüler in Deutschland unterrichtet.” Wichtig sei in jedem Fall eine Vertrauensperson für geschäftliche oder behördliche Angelegenheiten zu Hause, erklärt Werner Radl.

“Bewerben kann man sich bereits mit weniger Songs”

Die Voraussetzungen, um von sea chefs engagiert zu werden, sind derweil nicht ganz ohne: Für die Position Showband, für die ihr euch derzeit bei Backstage PRO bewerben könnt, werden idealerweise 5-köpfige Bands mit zwei Sängern oder Sängerinnen gesucht, die auch in der Lage sein sollten, als Duo und Trio aufzutreten. Mindestens 200 Coversongs und ein überzeugendes Live-Video sollte eine Band im Gepäck haben. “Wenn dann auch noch die Bühnenpräsenz stimmt, sind wir Feuer und Flamme,” verrät uns Ines Funk.

Ines Funk, Manager Arts & Entertainment Services bei sea chefs

Ines Funk, Manager Arts & Entertainment Services bei sea chefs, © sea chefs

Der Grund für die hohe Anzahl an Songs liegt auf der Hand: Die Showbands treten jeden Abend in der Schaubar oder auf dem Pooldeck auf – dabei ist natürlich ein abwechslungsreiches Repertoire gefragt. “Allerdings kann man sich auch mit weniger Songs bewerben und einfach die Zeit bis zum Aufstieg nutzen, um das Repertoire zu füllen”, räumt Funk ein. “Auch während der Zeit an Bord gibt es genügend Freizeit sowie Übungsräume, in denen die Band weiter an ihrem Repertoire feilen kann.”

Auf diese Weise das Repertoire erweitert haben auch Mathias Jettschatt und seine Band. “Das kommt uns nun natürlich für unsere Konzerte in Deutschland zugute. Wir sind musikalisch vielfältiger und flexibler geworden.” Durch die täglichen Auftritte an Bord habe sich die Band zudem weiterentwickelt und spiele nun noch besser zusammen.

“Häufig möchten Gäste die Bands für einen späteren Zeitpunkt engagieren”

Neben der Freude an der Musik selbst wünscht sich Ines Funk von einer Band auch Spaß daran, auf die Gäste einzugehen und mit ihnen zu interagieren. “Die Gäste sollen am Ende des Abends das Gefühl haben, einfach richtig gut unterhalten worden zu sein. So passiert es auch sehr oft, dass sich die Musiker auf einer Reise schnell ihr Stammpublikum „erspielen“ und die Gäste abends immer wieder kommen, um Ihre Stars zu erleben.”

Gelegenheiten, die Musiker live zu erleben, bieten sich den Gästen natürlich zu Genüge: Drei Sets pro Abend spielten RadioNation auf ihren bisherigen Fahrten, an Seetagen kam zudem tagsüber ein Set auf dem Pooldeck hinzu. Ein Set dauert in der Regel etwa 50 Minuten.

Nicht nur kann eine Band dadurch Fans gewinnen – es ergeben sich häufig auch weitere Engagements an Land: “Unsere Bands werden an Bord andauernd von Gästen angesprochen”, so Funk weiter. “Viele Gäste möchten CDs kaufen oder die Band zu einem späteren Zeitpunkt engagieren. Im Grunde ist die Rechnung sehr einfach: Pro einwöchige Reise fahren ca. 2500 Gäste mit – wenn die Band entsprechend ihres Vertrages sechs oder mehr Reisen fährt, kann man sich selbst ausrechnen, wie viele Menschen die Band kennenlernen.”

“Es gibt auch viel zu lernen”

Das Zusammentreffen mit den unterschiedlichsten Menschen ist für Werner Radl einer der spannendsten Aspekte an Bord. Herausforderungen sozialer Natur bleiben natürlich nicht immer ganz aus: “Das Schiff ist ja so ein soziopsychologischer Mikrokosmos, in dem man Menschen und Milieus antrifft, die einem draußen nicht unbedingt auf den Radar kommen”, erzählt Radl. “Da gibt es auch viel zu lernen, Geduld, Toleranz oder entspanntes Akzeptieren etwa. Insofern hilft ein Aufenthalt sicher bei einer Karriere im Menschsein.”

Als Teil der sea chefs-Crew ist es auch Aufgabe der Band, die Sicherheitsprozeduren zu verinnerlichen und auf etwaige Notfälle vorbereitet zu sein. Mathias Jettschat berichtet uns: “Neben den Trainings sind natürlich die Seenotrettungsübungen und Drills für die Crew verpflichtend, außerdem gibt es jede Woche ein Meeting und man wird an den Embarcation-Days für Stairguiding-Tätigkeiten eingesetzt.”

“Wir sind über die Insel gefahren oder haben am Strand entspannt”

Hinsichtlich der Freizeitgestaltung stehen an Bord zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung:  “Dort gibt es einen großzügigen und sehr gemütlichen Crew-Bereich mit Coffee Lounge, Crew Mess bzw. Kantine, Crew-Außendeck, Crew-Fitnesscenter, Crew-Bar usw.”, erfahren wir von Ines Funk. “Die Nutzung ist natürlich kostenfrei, und die Getränke in der Crew-Bar kosten nur einen Bruchteil wie vergleichsweise in einer Bar an Land.” Ausgaben außerhalb des Schiffs seien natürlich Privatsache der Bands.

Auch an Gelegenheiten, die angesteuerten Häfen und Länder kennenzulernen, mangelt es den Bands bei ihren Einsätzen offensichtlich nicht: “Wir hatten genügend Zeit, fast jeden Tag Land und Leute kennenzulernen und zu erkunden”, erzählt Mathias Jettschat. “Wir haben uns beispielsweise auf den Kanaren oder in Mexiko ein Auto geliehen, sind über die Insel gefahren oder haben in der Karibik am Strand entspannt.”

Die schönste Erfahrung für ihn sei jedoch, auf einem Schiff mit über 30 Nationen zu arbeiten. “So viel Respekt, so viel Liebe und Dankbarkeit habe ich noch an keinem Arbeitsplatz erfahren. Man lernt so viele Menschen aus aller Welt kennen, trinkt mit ihnen ein Bier, redet über Musik und den Alltag.“

Jetzt bewerben!

Ihr möchtet solche Erfahrungen auch machen? Dann werdet Teil der Mein Schiff ® Crew und bewerbt euch jetzt hier als Showband bei sea chefs!

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