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Drei zentrale Forderungen

BDKV drängt auf politische Unterstützung für die Veranstaltungsbranche

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 24.10.2024

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BDKV drängt auf politische Unterstützung für die Veranstaltungsbranche

Geschäftsführer des BDKV Johannes Everke. © BDKV

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft sieht dringenden Handlungsbedarf seitens der Politik, stärker auf die spezifischen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Veranstaltungsbranche einzugehen. Aus diesem Grund richtet der Verband jetzt drei konkrete Forderungen an die Politik.

Die Live-Unterhaltung ist laut Angaben des BDKV mit einem Umsatz von sechs Milliarden Euro ein wichtiger Treiber der Wirtschaft. Aus diesem Grund sei es auch für die deutsche Politik relevant, sich mit der Veranstaltungsbranche auseinanderzusetzen. Wie die Musikwoche berichtet, lenkt der BDKV in diesem Zusammenhang den Fokus auf drei zentrale Punkte.

Arbeitszeitgesetz nach österreichischem Vorbild

Im Regelfall beträgt die Arbeitszeit in Deutschland acht Stunden am Tag, die nur mit entsprechendem Ausgleich auf zehn Stunden verlängert werden kann. In der Veranstaltungsbranche kann dies jedoch auf praktische Probleme stoßen – die Arbeitszeiten können dort länger ausfallen.

Der BDKV fordert deshalb, dass das Gesetz angepasst wird. Ausnahmeregelungen, die es in Deutschland bereits gibt, beispielsweise für den Schichtdienst, sind dem Verband zufolge nicht einfach auf die Veranstaltungsbranche übertragbar. Es müsse deshalb konkret angepasste Regelungen geben.

Als Orientierung nennt der BDKV das österreichische Modell. Dort liegt die Höchstgrenze bei 12 Stunden am Tag.

Abgaben an die Künstlersozialkasse

Der BDKV kritisiert außerdem "unverhältnismäßig" hohe Abgaben der Veranstalter an die Künstlersozialkasse, aus der die Honorare der Künstler und Künstlerinnen finanziert werden. Mit bis zu 70 Prozent machen abgabepflichtige Aufwendungen wie Honorare häufig den größten Anteil an Produktionskosten aus. Vor allem kleine Veranstalter kann das vor finanzielle Herausforderungen stellen.

Aus diesem Grund fordert der BDKV zum einen, dass nicht nur mehr Menschen von den Leistungen der Künstlersozialkasse profitieren, sondern dass auch die finanzielle Last auf eine breitere Basis an Abgabepflichtigen verteilt werden soll, um die Kosten zu decken. 

Außerdem soll der Beitrag der Veranstalter für die Künstlersozialkasse bis 2030 gleichbleibend bei fünf Prozent bestehen bleiben und nicht erhöht werden.

Definition der Selbstständigkeit

Da in der Veranstaltungsbranche besonders viele Menschen als selbständig gelten, fordert der BDKV eine eindeutige Definition der Selbstständigkeit. Dadurch soll sowohl die Seite der Veranstalter als auch die der Künstler*innen rechtlich besser abgesichert sein.

Dafür seien zunächst spezielle Verfahren zur Feststellung des sozialversicherungspflichtigen Status notwendig, die an die besonderen Bedingungen der Branche angepasst sind. Dazu zählt der BDKV auch eine Überarbeitung der Gesetze zur Scheinselbstständigkeit, anstatt diese aus anderen Branchen zu übernehmen.

Zudem fordert der BDKV eine gesetzliche Pflicht zur Altersvorsorge für Selbstständige. Diese Maßnahme würde sowohl die soziale Absicherung der Selbstständigen erhöhen als auch auf Veranstaltungsseite für eine gesicherte Struktur sorgen.

Die gesamte Branche stärken

Gegenüber der Musikwoche begründet der Managing Director des BDKV, Johannes Everke, die Forderung mit einem Erhalt der Veranstaltungsbranche, die sowohl Veranstaltungen im kleinen, mittelgroßen als auch im großen Rahmen umfassen. Er erklärt:

"Die Erfolge der Top-Stars und großen Festivals 2024 dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass kleine und mittlere Veranstaltungen aufgrund stark gestiegener Produktionskosten unter Druck stehen. Doch nur im Zusammenspiel von großen und kleinen Acts bleibt unser Konzertleben inhaltlich und und wirtschaftlich stark."

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