Massiver Rückgang
Bereits 40 Absagen: Großes Festivalsterben in Großbritannien
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© Danny Howe via Unsplash
Während einerseits die Auswirkungen der Pandemie zu steigenden Preisen und zu hohen Produktionskosten führten, trugen auch die Tourneekosten der Künstler*innen und die Auswirkungen des Brexit dazu bei, dass die Kosten für die Durchführung eines Live-Musikfestivals im Vereinigten Königreich um über 30 Prozent stiegen.
Auswirkungen auf 2022/2023
Festivals, die nach der Pandemie 2022 zurückkehrten, fanden größtenteils auf Basis von Ticketverkäufen statt, die bereits im Jahr 2019 stattgefunden hatten. Noch vor der Pandemie erworbende Eintrittskarten galten unverändert fort, erklärt die Interessenvertretung Association of Independent Festivals (AIF).
Aufgrund der zwischenzeitlich um mehr als 30 Prozent gestiegenen Kosten hätten viele Festivals aber im Jahr 2022 Verluste gemacht, obwohl sie komplett ausverkauft waren.
Erhöhungen reichen nicht aus
2023 erhöhten die Festivals zwar die Ticketpreise, um die Auswirkungen der steigenden Kosten abzufedern, jedoch reichte die Erhöhung angesichts der Inflation, des Krieges in der Ukraine und der Energiekrise nicht aus. Die Veranstalter*innen zogen es laut AIF vor, Festivals ganz abzusagen, um nicht erneut Verluste zu erleiden.
Zahlreiche Festivals, darunter das NASS-Festival oder Leopallooza, kündigten 2024 an, in diesem Jahr nicht zurückzukehren. Wie die AIF über X mitgeteilt hat, haben bisher insgesamt 40 Festivals angekündigt, 2024 nicht stattzufinden. Digital Music News rechnet jedoch damit, dass es nicht bei dieser Zahl bleiben wird und schätzt, dass diese Liste noch auf über 100 Veranstaltungen anwachsen könnte.
In Deutschland hatte zuletzt das Melt!-Festival für Aufsehen gesorgt, als die Veranstalter Ende Mai bekannt gaben, dass das Event nach 27 Jahren 2024 zum letzten Mal stattfinden würde. Genaue Gründe für das Aus wurden dabei nicht genannt. In der Mitteilung heißt es, das Festival könne aufgrund verschiedener Faktoren nicht mehr weitergeführt werden. Das Team arbeite jedoch bereits an neuen Konzepten.
Lösungsvorschlag
Dass das Umsetzen neuer Konzepte durch die Veranstalter jedoch nicht immer ausreicht, hatte die britische Regierung während der Pandemie eingesehen. Damals hatte sie die Mehrwertsteuer auf den Verkauf von Eintrittskarten gesenkt, um den Live-Entertainment-Sektor zu unterstützen und zu fördern.
Die AIF fordert die britische Regierung nun dazu auf, die Mehrwertsteuer auf den Verkauf von Eintrittskarten für Musikfestivals weiterhin für einen befristeten Zeitraum von drei Jahren von 20 Prozent auf 5 Prozent zu senken.
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