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Zahlreiche Herausforderungen

Wandel des Festivalmarkts: Mittelgroße Festivals sind am stärksten gefährdet

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 26.05.2026

liveszene festivalorganisation

Wandel des Festivalmarkts: Mittelgroße Festivals sind am stärksten gefährdet

© Rudi Brand

Der europäische Festivalmarkt steht laut einer aktuellen Analyse von Bernstein Research vor einem Wandel. Besonders mittelgroße Festivals geraten zunehmend unter Druck, während große Festivals und Nischen-Events bessere Zukunftschancen haben. Gründe dafür sind steigende Kosten, veränderte Besucherstrukturen und finanzielle Herausforderungen.

Festivals zählen seit Jahren zu den wichtigsten kulturellen Großveranstaltungen Europas. Doch nach Einschätzung der Analytikerin Annick Maas von Bernstein Research entwickelt sich der Markt in unterschiedliche Richtungen, wie das Branchenmagazin IQ berichtet.

Der Zwang möglichst viele Tickets früh zu verkaufen

Insbesondere mittelgroße Festivals (bis 30.000 Besucher) geraten immer stärker unter Druck und könnten in den kommenden Jahren Schwierigkeiten bekommen, sich wirtschaftlich zu behaupten. Die größten Veranstaltungen und Nischen-Festivals (bis 10.000 Besucher) sind dagegen besser aufgestellt, um aktuelle Herausforderungen zu bewältigen. 

Ein entscheidender Faktor für die wirtschaftliche Stabilität von Festivals sei laut Maas die Fähigkeit, bereits vor der Bekanntgabe des vollständigen Line-ups Tickets zu verkaufen. Dadurch entstehe ein finanzieller Spielraum, um auf kurzfristig steigende Künstlerhonorare zu reagieren.

Demografischer Wandel

Als Ursache sieht die Analytikerin auch einen demografischen Wandel innerhalb der Zielgruppe. Während Festivals in den 1990er-Jahren noch ein eher kleines Nischenphänomen waren, erlebte die Branche rund um das Jahr 2010 ein starkes Wachstum, das vor allem von Millennials getragen wurde.

Diese Generation befindet sich inzwischen jedoch häufig in einer anderen Lebensphase mit Familie, Beruf und hat weniger Zeit für mehrtägige Festivalbesuche.

Junge Besucher und steigende Kosten

Ticketverkäufe machen mittlerweile einen immer kleineren Anteil am Gesamtumsatz vieler Festivals aus. Besucher:innen geben vor Ort oft ähnlich oder genauso viel Geld für Essen, Getränke und Freizeitangebote aus wie für das eigentliche Ticket. Diesen Umstand bewertet Annick Maas als problematisch.

Gleichzeitig ist es so, dass die jüngeren Generationen oftmals nicht die finanziellen Möglichkeiten haben, regelmäßig Festivals zu besuchen. Die Gesamtkosten für Tickets, Unterkunft, Verpflegung und weitere Ausgaben vor Ort liegen inzwischen oft bei mehreren hundert Euro. Wie sich dieses Nachwuchsproblem angesichts ständig wachsender Kosten lösen soll, ist unklar.

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