Ticketzweitmarkt und Reformen
BDKV fordert zukunftsfähige Rahmenbedingungen für Festivals
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© Wendy Wei via pexels.com
Während Lebenshaltungskosten steigen, bleibt die Nachfrage nach Festivals hoch. In einer Studie von Living for Live gaben etwa 80 Prozent der 18-25 Jährigen an, ihr Geld lieber für Erlebnisse auszugeben. Außerdem würden rund 93 Prozent gezielt reale Erfahrungen als Gegenpol zur digitalen Welt suchen.
Sonia Simmenauer, Präsidentin des BDKV, bezeichnet Festivals als Orte der Begegnung und gesellschaftlichen Teilhabe. Gerade in Zeiten von Unsicherheit und gesellschaftlicher Fragmentierung würden sie reale Gemeinschaftserfahrungen schaffen.
Steigende Kosten und wirtschaftliche Risiken
Gleichzeitig macht der BDKV auf die wirtschaftlich angespannte Lage vieler Festivals aufmerksam. Nach Angaben des Verbands seien die Produktionskosten seit dem Ende der Pandemie um rund 50 Prozent gestiegen. Ticketpreise hätten dagegen branchenweit nur um etwa 30 Prozent angezogen.
Der Verband sieht darin eine zunehmende Belastung für Veranstalter:innen. Neben höheren Kosten für Produktion, Infrastruktur und Personal seien auch die Anforderungen an Nachhaltigkeit und technische Umsetzung gestiegen. Zudem werde die Nachfrage kurzfristiger und schwerer kalkulierbar.
Live schafft Verbindung
Johannes Everke, Geschäftsführer des BDKV, betonte, die Branche wolle Live-Erlebnisse weiterhin möglichst vielen Menschen zugänglich machen und Ticketpreise deshalb nur begrenzt erhöhen. Dadurch gerieten jedoch die Margen großer wie kleiner Veranstaltungen zunehmend unter Druck.
Ein weiterer Aspekt: Festivals seien für Künstler:innen eine Plattform, um ihre Werke vorzustellen. Allein die zehn größten Festivals in Deutschland präsentieren jährlich mehr als 1.000 Acts und erreichen rund 700.000 Besucher:innen.
Forderung nach Reform des Arbeitsrechts
Mit Blick auf die Zukunft der Festivalbranche fordert der BDKV verlässliche neue politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Bürokratische Belastungen und zusätzliche Kosten müssten begrenzt werden. Everke erklärt dazu:
"Um als Branche resilient zu bleiben und auch den Profis von morgen ein attraktives Arbeitsumfeld bieten zu können, brauchen wir Rahmenbedingungen, die Arbeiten ermöglichen, statt zu bremsen. Dazu gehören unter anderem moderne Arbeitszeitregelungen und klare, rechtssichere Bedingungen für selbständige Tätigkeiten."
Ticketzweitmarkt gefährdet Teilhabe
Für den BDKV ist auch der Ticketzweitmarkt ein Problem. Transparenz und Fairness müssten gestärkt werden. Ein verlässlicher Ticketmarkt sei notwendig, um den Zugang zu Kulturveranstaltungen für breite Bevölkerungsgruppen sicherzustellen und das Vertrauen der Besucher:innen nicht zu gefährden.
Stephan Thanscheidt, CEO von FKP Scorpio und Vorstandsmitglied des BDKV bezog Stelung: "Es [ist] wichtig, dass wir als Branche und Verband die richtigen Entscheidungen treffen, um ihre Zukunft langfristig zu sichern."
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