Branche macht Druck
BDKV und Verbraucherzentralen fordern strengere Regeln für Ticketzweitmarkt
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Johannes Everke, Geschäftsführer des BDKV. © Christoph Mangler
Aus Sicht des BDKV hat sich der Zweitmarkt in den vergangenen Jahren stark verändert. Was ursprünglich als Möglichkeit für Fans gedacht war, Tickets im Verhinderungsfall weiterzugeben, sei heute in vielen Bereichen ein kommerziell organisierter Markt.
Tickets werden von kommerziellen Anbietern gezielt aufgekauft und mit deutlichen Preisaufschlägen weiterverkauft. In Einzelfällen lassen sich Aufschläge von über 250 Prozent beobachten.
Kritik an Plattformen und fehlender Transparenz
Kern der Kritik ist die mangelnde Transparenz auf vielen Plattformen. Käufer könnten häufig nicht nachvollziehen, zu welchem Preis ein Ticket ursprünglich angeboten wurde oder von wem es stammt, obwohl entsprechende gesetzliche Regelungen das vorsehen. Hinzu kommen Unsicherheiten bei personalisierten Tickets sowie das Risiko ungültiger oder mehrfach verkaufter Karten.
Für den BDKV handelt es sich dabei nicht nur um ein Verbraucherproblem, sondern auch eine Frage der Marktstruktur. Wenn Tickets nach dem offiziellen Verkauf mit hohen Margen weiterveräußert werden, untergräbt das die Preisgestaltung von Veranstaltern und Künstlern. Gleichzeitig schadet es dem Vertrauen der Fans in den Ticketmarkt insgesamt.
Daher fordern BDKV und Verbraucherzentralen:
- weitergehende Transparenzpflichten für Online-Marktplätze, etwa verpflichtende Angaben zum Originalpreis und zu Preisaufschlägen
- klare Informationspflichten zur Identität der Anbieter
- ein effektives Melde- und Abhilfeverfahren bei rechtswidrigen Angeboten
- wirksame Leitplanken gegen wucherähnliche Preisaufschläge
Politischer Rückenwind und internationale Beispiele
Die Initiative trifft auf ein politisches Umfeld, in dem das Thema bereits angekommen ist. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung ist eine strengere Regulierung des Ticketzweitmarkts vorgesehen.
Darin sind unter anderem stärkere Transparenzpflichten und Maßnahmen gegen überhöhte Preise vorgesehen. Eine Umsetzung steht aber noch aus, weshalb die Verbände eine zeitnahe Umsetzung der Pläne fordern.
Ein Blick nach Großbritannien zeigt, wie weit Regulierung gehen kann. Dort plant die Regierung, den Weiterverkauf mit Gewinn zu untersagen und Plattformen stärker in die Verantwortung zu nehmen.
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