Wie Broker das System aushebeln
US-Wettbewerbsbehörde FTC verklagt Ticketzweithändler wegen illegaler Praktiken
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Das Hauptquartier der FTC in Washington D.C. © Harrison Keely, CCA 4.0
In der am 15. Oktober 2026 eingereichten Klage wirft die Federal Trade Commission (FTC) dem Ticketzweithändler REPS & Company vor, seit 2022 systematisch gegen Ticketlimits von Anbietern wie Ticketmaster und AXS verstoßen zu haben.
Dazu soll REPS zahlreiche Nutzerkonten unter verschiedenen Identitäten angelegt und technische Hilfsmittel wie VPNs, Proxy-Dienste und spezielle Browser eingesetzt haben. Mithilfe von SIM-Karten und virtuellen Kreditkartennummern soll das Unternehmen zudem Verifizierungsverfahren umgangen haben.
Nach Angaben der FTC kaufte REPS bei mindestens 83.500 Veranstaltungen mehr Tickets als erlaubt. Insgesamt soll das Unternehmen über 1,3 Milliarden US-Dollar für Ticketkäufe ausgegeben haben. Laut Klage wurden durchschnittlich 19 Nutzerkonten pro verwendeter Identität angelegt, in einem Fall sogar 40.
Klage auf Grundlage des BOTS Act
Die Klage stützt sich auf den Better Online Tickets Sales Act (BOTS Act) von 2016. Das US-Gesetz verbietet unter bestimmten Voraussetzungen die Umgehung technischer Schutzmaßnahmen, mit denen Ticketanbieter Kaufbeschränkungen oder die Reihenfolge des Ticketzugangs durchsetzen.
Christopher Mufarriger, Direktor des FTC-Verbraucherschutzbüros, wirft REPS vor, das Ticketsystem gezielt manipuliert zu haben, um möglichst viele Tickets zu erwerben und anschließend zu höheren Preisen weiterzuverkaufen. Die Behörde kündigte an, gegen solche Praktiken vorzugehen.
Professioneller Ticket-Zweitmarkt im Fokus
Der Fall verdeutlicht die Probleme, die durch den professionellen Weiterverkauf von Veranstaltungstickets entstehen können. Werden Kaufbeschränkungen systematisch umgangen, können große Ticketkontingente bei einzelnen Händlern landen. Für Fans kann dies bedeuten, dass sie Tickets anschließend nur noch zu deutlich höheren Preisen auf dem Zweitmarkt erhalten.
Besonders aufschlussreich ist ein internes Dokument mit dem Titel "Error Bible", über das REPS nach Darstellung der FTC verfügt haben soll. Es soll Mitarbeitern dabei geholfen haben, Sicherheitsmaßnahmen von Ticketmaster zu umgehen.
Die FTC fordert gerichtliche Unterlassungsanordnungen sowie finanzielle Sanktionen gegen REPS & Company. Über die Vorwürfe muss nun das Gericht entscheiden.
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