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"Widerlicher Service"

Debatte um Zweitmarkt: Olivia Dean übt heftige Kritik an Ticketmaster und AEG

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 25.11.2025

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Debatte um Zweitmarkt: Olivia Dean übt heftige Kritik an Ticketmaster und AEG

Olivia Dean (2025). © Gwen Trannoy

Die britische Popkünstlerin Olivia Dean, die derzeit mit ihrem Hit "Man I Need" international für Aufmerksamkeit sorgt, hat Live Nation, Ticketmaster und AEG scharf kritisiert. Der Auslöser: Unmittelbar nach dem Ausverkauf ihrer US-Tour waren stark überteuerte Tickets auf dem Zweitmarkt aufgetaucht.

Bereits wenige Minuten nach Beginn des Vorverkaufs für die US-Shows von Olivia Dean berichteten Fans davon, dass keine Karten mehr erhältlich seien. Zeitgleich waren jedoch auf verschiedenen Wiederverkaufsplattformen Angebote zu weit überhöhten Preisen zu finden, bei denen Tickets teilweise mehrere tausend Dollar kosteten.

Auf Instagram meldete sich Dean daraufhin persönlich zu Wort. In einem Statement, das sie in einer Instagramstory teilte, schrieb die Künstlerin:

"Es tut mir leid, dass es offenbar ein Problem mit dem Weiterverkauf und der Preisgestaltung der Tickets gibt. Mein Team schaut sich das gerade an. Es ist extrem frustrierend, denn das Letzte, was ich möchte, ist, dass jemand für unsere Show betrogen oder finanziell ausgenutzt wird (im Original "overcharged") :( Bitte seid vorsichtig, wenn ihr Tickets in den Kommentarbereichen kauft, dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um Scam (Betrug)."

Wenig später legte die Sängerin nach und wandte sich direkt an die großen Veranstalter:

"@ticketmaster @livenation @aegpresents Ihr bietet einen widerlichen Service. Die Preise, zu denen ihr den Weiterverkauf von Tickets zulasst, sind abscheulich und völlig gegen unsere Wünsche. Live Musik sollte erschwinglich und zugänglich sein und wir müssen einen neuen Weg finden, um das möglich zu machen. Strengt euch an! (im Original "Be better.")

Dean kritisierte, dass die Preise für Wiederverkaufstickets "abscheulich" seien und dem völlig entgegen stehe, was sie sich für ihre Fans wünsche. 

Ticketmaster reagiert 

Ticketmaster reagierte noch am selben Tag öffentlich auf Deans Vorwürfe. Das Unternehmen teilte mit:

"Wir unterstützen die Möglichkeit für Artists, die Bedingungen festzulegen, zu denen ihre Tickets verkauft und weiterverkauft werden. @oliviadeano, wir werden die Wiederverkaufspreise auf unserer Seite auf den Originalpreis begrenzen und hoffen, dass andere Wiederverkaufsplattformen diesem Beispiel folgen."

Sowohl Ticketmaster als auch AEG deaktivierten daraufhin die Möglichkeit, Tickets mit Gewinn weiterzuverkaufen und kündigten an, Weiterverkäufe künftig nur noch zum Originalpreis zu erlauben.

Doch das Problem war damit nicht vollständig gelöst: Trotz der Maßnahmen waren Tickets auf anderen Plattformen weiterhin zu überhöhten Preisen verfügbar, und auf sozialen Netzwerken tauchten zahlreiche dubiose Angebote auf, inklusive auffällig vieler Nutzer, die angeblich "aus Versehen" zu viele Tickets gekauft hatten 

Systemische Probleme rücken in den Fokus

Die Auseinandersetzung erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem Live Nation und Ticketmaster ohnehin massiv unter Druck stehen. Das Unternehmen sieht sich mit mehreren Untersuchungen und Klagen konfrontiert, wie etwa einem Kartellverfahren in den USA, einer FTC-Klage wegen illegaler Ticket-Resale-Taktiken, einer Untersuchung nach dem BOTS Act sowie neuen Regulierungsbemühungen in Großbritannien, das erst diese Woche angekündigt hat, den Ticket-Weiterverkauf über dem Originalpreis zu verbieten. 

Bereits andere Künstler*innen, darunter Jack Antonoff oder Hayley Williams hatten sich wiederholt kritisch über das Ticketing-System geäußert. Wie Stereogum berichtet, kündigte letztere gerade erst an, für ihre kommende Tour 2026 von Ticketmasters Face Value Exchange und AEG's Fair AXS Gebrauch zu machen, um den Weiterverkauf einzuschränken. Dean scheint diese Vorkehrungen vorab nicht getroffen zu haben.

Ein strukturelles Problem ohne schnelle Lösung

Olivia Deans Appell, Live-Musik müsse "erschwinglich und zugänglich" bleiben, findet breite Unterstützung.

Doch solange große kommerzielle Wiederverkaufplattformen, Sekundärmärkte und Bot-Käufe das Geschäft dominieren, bleibt fraglich, wie schnell sich die Situation tatsächlich ändern lässt. 

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