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Kampf gegen Ticket-Wucher

Nicht nur Großkonzerte betroffen: BDKV fordert Bundesregierung zur Regulierung des Ticketzweitmarkts auf

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 01.10.2026

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Nicht nur Großkonzerte betroffen: BDKV fordert Bundesregierung zur Regulierung des Ticketzweitmarkts auf

Johannes Everke, Geschäftsführer des BDKV. © Christoph Mangler

Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V. (BDKV) sieht dringenden Handlungsbedarf beim Ticket-Zweitmarkt und fordert eine schnelle Regulierung. Hohe Aufschläge und der professionelle Weiterverkauf betreffen längst nicht mehr nur die großen Stadionkonzerte.

Noch während des offiziellen Ticketverkaufs, tauchten auf der Plattform Viagogo bereits Karten für die Oasis-Konzerte zu Preisen von bis zu 1.832 Euro auf. Mittlerweile sind sie sogar auf bis zu 1.960 Euro gestiegen. Die regulären Ticketpreise lagen – abhängig von der Kategorie – zwischen 96,25 und 268,75 Euro.

Das bedeutet, dass das teuerste Angebot bei Viagogo mehr als das Siebenfache des Preises der teuersten regulären Karten kostet. Für den BDKV ist der Fall ein weiteres Beispiel für die zunehmend negative Entwicklung des Ticket-Zweitmarkts. 

Alle Bereiche betroffen

Wie stark auch kleinere Veranstaltungen betroffen sind, zeigt eine aktuelle Auswertung des Mitsing-Veranstalters Rudelsingen. Für eine Veranstaltung wurde demnach ein Ticket auf Viagogo für bis zu 373 Euro angeboten, obwohl der reguläre Preis bei nur 23,10 Euro lag. Das entspricht einem 16-Fachen Aufschlag des Ticketpreises. Der Geschäftsführer des BDKV Johannes Everke erklärt:

"Oasis und Rudelsingen könnten unterschiedlicher kaum sein und doch sehen wir dasselbe Problem. Die aktuellen Fälle bestätigen ziemlich genau, wovor wir mit der europäischen Initiative FEAT Alliance seit vielen Jahren warnen."

Mehr als eine Preisfrage

Für Fans endet das Risiko beim Ticket-Zweitmarkt nicht unbedingt beim Blick auf den Preis. Im Fall von Oasis ist der Weiterverkauf der Tickets aktuell nicht erlaubt, so dass es zweifelhaft ist, dass Käufer der überteuerten Tickets überhaupt Einlass zum Konzert erhalten werden. Neben der Ungültigkeit können Tickets auch bereits verwendet oder mehrfach weiterverkauft worden sein.

Der BDKV verweist in diesem Zusammenhang auf einen Fall, bei dem ein einzelnes Ticket 150-Mal über Viagogo verkauft wurde. Nur einer konnte somit die Veranstaltung besuchen, während der Ticketkauf für die übrigen 149 Menschen nicht nur einen finanziellen Verlust, sondern auch ein verpasstes Konzert bedeutete.

Aus Sicht des Verbandes zeigt dies, wie wichtig es ist, nachvollziehen zu können, wer ein Ticket anbietet, woher es stammt und ob es überhaupt noch gültig ist. "Regulierung heißt deshalb ganz konkreter Verbraucherschutz“, sagt Everke. 

Forderungen des BDKV

Gemeinsam mit Verbänden und Organisationen aus Kultur, Sport und Verbraucherschutz fordert der BDKV deshalb einen verbindlichen Rahmen für den Ticketweiterverkauf. Dazu gehören unter anderem eine klare Kennzeichnung des ursprünglichen Ticketpreises und Informationen über die Anbieter. Außerdem geht es um Grenzen für besonders hohe Preisaufschläge sowie um Maßnahmen gegen automatisierte Ticketkäufe durch Bots und Leerverkäufe. 

Diese Regelungen sollen nicht den Weiterverkauf zwischen Privatpersonen verhindern, sondern gewerblichen Geschäftsmodellen Grenzen setzen.

Politische Ankündigungen

Auch die Bundesregierung hat sich grundsätzlich für eine Regulierung ausgesprochen. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hatte bereits im Frühjahr angekündigt, gegen überhöhte Preise auf dem Ticketzweitmarkt vorgehen zu wollen. 

Geplant war unter anderem eine Preisobergrenze beim Weiterverkauf von Sport- und Konzerttickets, ein entsprechender Gesetzesentwurf des Bundesjustizministeriums liegt bislang jedoch nicht vor.

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