Zentrale Rolle im Hintergrund
'Her Frequency'-Studie sieht Frauen als Schlüsselfaktor für die Live-Musikbranche
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© Wendy Wei via pexels.com
Die Studie mit dem Titel "Her Frequency" wurde durch The Collective, einen Ableger der Vertretungs- und Marketingagentur The Team – ehemals Wasserman Group – sowie deren Musikabteilung Music Group durchgeführt und untersucht. The Collective versteht sich seit 2019 als Interessenvertretung und Beratungsorganisation für Frauen in Sport und Musik.
Ziel der Untersuchung war es, herauszufinden, wie Frauen Live-Musik mitprägen. Befragt wurden dabei knapp 15.000 Frauen in insgesamt 12 Livemärkten, darunter die USA, Großbritannien, Australien, Kanada, China, Frankreich, Deutschland, Hongkong, Japan, Mexiko, Singapur und Thailand.
Euphorie und Zugehörigkeit
Insgesamt bezeichneten sich 64 Prozent der Teilnehmerinnen als Fan von Live-Musik. Wiederum 81 Prozent gaben an, Live-Musik würde ihnen dabei helfen, sich mit anderen verbunden zu fühlen. Für die überwiegende Mehrheit spielt dabei auch die Verbindung zum Artist eine wichtige Rolle.
Als besonders eindrückliche Beispiele nennt die Studie die Fan-Communities von Beyoncé, BTS und Taylor Swift, die durch gemeinsame Aktionen zusätzliche wertvolle Momente bieten. Im Falle von Taylor Swift können hier etwa die Freundschaftsarmbänder genannt werden, die Fans vor den Konzerten basteln und anschließend während dem Event miteinander tauschen.
Großes Engagement für Festivals
In Deutschland sticht im Live-Sektor insbesondere die Festivalbranche hervor. Hier gibt knapp jede zweite Teilnehmerin an der Studie an, ein Festival zu besuchen. Eine von vier nimmt dabei auch am Campen auf dem Festivalgelände teil.
Auch zwischen Genres gibt es Unterschiede: Rock und Pop ziehen die breite Masse an, während bei kulturell geprägten Genres wie Latin, K-Pop. Hiphop, Electronic und Afrobeats weniger Besucher vertreten sind, die aber emotional und finanziell mehr investieren als Mainstream-Fans.
Frauen als Live-Managerinnen
Insgesamt gaben 83 Prozent der Teilnehmerinnen an, eine Schlüsselrolle in der Gestaltung von Gruppenerlebnissen in Verbindung mit Live-Events zu spielen.
Laut den Ergebnissen der Studie sind es zum größten Teil Frauen, die Unterkünfte buchen, die Ab- und Anreise koordinieren und sich um die Gruppe kümmern. Die von vielen Frauen übernommenen Aufgaben reihen sich dabei in die klassische Care-Arbeit ein.
In Deutschland leisteten Frauen 2022 im Vergleich zu Männern 1 Stunde und 19 Minuten mehr Care-Arbeit wie Kinderbetreuung, Kochen und Putzen. Global sind es nach "Her Frequency" 2,5 Stunden mehr. Gleichzeitig fühlt sich jede vierte chronisch gestresst.
Mit dem häufig von Frauen getragenen Organisationsaufwand einher geht auch das Abwägen, ob ein Erlebnis und die damit verbundenen Emotionen, den Aufwand der mit dem Besuch des Events verbunden ist, wert sind. Genau an dieser Stelle sieht die Studie Verbesserungspotential seitens der Livebranche.
Der Bericht folgert: "Die Chance besteht darin, [Frauen] dabei zu unterstützen, diese Begeisterung in häufigere Konzertbesuche, höhere Ausgaben, soziale Kontakte und wiederholte Teilnahme im gesamten Ökosystem der Live-Musik umzusetzen."
In der Studie enthaltene Tabellen, zeigen direkt auf, wie Festivals, Partner und Venues dieses Vorhaben umsetzen können.
Aufgabe für die Industrie
Einige Beispiele sind ausgeschriebene An- und Abreisetreffpunkte, Gruppeneingänge, eine familienfreundliche Gestaltung, Wasserspender, Ladestationen, Periodenprodukte, Travel Bundles oder eine übersichtliche App mit allen Informationen zum Festival, die auch Funktionen zum Teilen in Gruppen enthält.
Außerdem sollen Gemeinschaftsangebote wie Tanzen, Singen und Kunstaktionen das Live-Erlebnis weiter aufwerten. Auch personalisierbarer Merch, regelmäßige Fannähe durch Aktionen und sichere Treffpunkte sollen weiter dazu beitragen.
Laut der Studie biete sich für die Branche eine klare Chance Beteiligung zu verstärken, Ausgaben zu generieren und Kundenbindung aufzubauen, wenn emotionale und praktische Aspekte bei Live-Events besser berücksichtigt würden.
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