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Blogs von und für Musiker: einfach und topaktuell publizieren

Tipps für Musiker und Bands von Backstage PRO
veröffentlicht am 06.09.2011

artistguide thorsten weh kessel.tv

Blogs von und für Musiker: einfach und topaktuell publizieren

artistguide.de: Selbsthilfe für Musiker

Blogs sind ein schon relativ altes Phänomen im Bereich "Social Media". Schon Mitte der 90er gab es die ersten Blogs. Im Vergleich zu einer normalen Webseite bieten sie deiner Band die Möglichkeit, sehr schnell und einfach topaktuelle Inhalte zu publizieren.

artistguide.de & regioactive.de: Wir präsentieren euch gemeinsam ausgewählte Themen aus den Bereichen "Bildung", "Live", "Vermarktung", "Tontechnik" und "Recht" [mehr Infos].

Autor: Thorsten Weh

Blogs von Musikern

Charakteristisch für ein Blog ist:

  • Die Beiträge sind meist sehr persönlich gehalten.
  • Die Beiträge werden fast immer "endlos" als chronologische Liste dargestellt – die aktuellsten Beiträge oben, die älteren Beiträge darunter.
  • Meist – aber nicht immer – sind in Blogs Kommentare der Leser zugelassen, wodurch eine vom Beitrag des Autors angeregte Diskussion entstehen kann.
  • Eine wichtige "Währung" bei Blogs sind Verlinkungen. Ist ein Beitrag besonders interessant, wird er gerne in anderen Blogs verlinkt, was wiederum Leser von dort auf das Blog bringt.
  • Blogs werden von den Lesern oft über den sog. RSS-Feed verfolgt, der in einem Newsreader dargestellt werden kann.

Blogs sind ein sehr geeignetes Mittel für Bands und Musiker, um sich mit ihren Fans auszutauschen. Natürlich bietet es sich an erster Stelle an, live von der Tour, aus dem Proberaum oder dem Studio zu berichten – je "intimer" und mit mehr Bildern, desto besser, da sich eure Fans euch so nahe fühlen können, vieles aus deinem Musiker-Alltag mitbekommen und eine große Verbundenheit entsteht. Euer Blog sollte also dazu genutzt werden, mit den Fans zu kommunizieren und sie aktiv einzubinden. Über die Kommentare kann man z.B. auch sehr gutes Feedback zu Konzerten oder neuen Songs einfangen.

www.bertholini.de - Blog der Band The Great Bertholinis

Abbildung: www.bertholini.de - Das Blog der Band The Great Bertholinis

Natürlich eignet sich ein Blog auch dazu, klassische "Promotion" für ein Album oder eine Tour zu machen – am besten garniert mit einem kleinen "Goodie" für die Fans in Form eines Live-Mitschnitts als Stream oder eines Songs als Gratis-Download. Beides ist technisch einfach einzubinden. Wichtig bei jedem Blog ist aber, dass regelmäßig neue Beiträge online gestellt werden. Während einer Tour macht ein tägliches Update Sinn, in einer ruhigeren Phase reicht es auch, wenn es wöchentlich ein Update gibt. Bleiben neue Beiträge zu lange aus, verlieren die Fans und Leser schnell das Interesse.

  • Tipps der regioactive.de-Redaktion:
    • Blog oder klassische Webseite? Entscheidet euch im Zweifel für eine Blogsoftware wie Wordpress. Sie ermöglicht es euch, euren Internetauftritt wie eine klassische Webseite gestalten zu können und gleichermaßen dynamische Inhalte ohne größeren Aufwand zu pflegen.
    • Eigenes Blog oder Soziale Netzwerke? Neben euren Bandprofilen bei Musikportalen und sozialen Netzwerken spricht für die Pflege eines eigenen Blogs  (gilt ebenso für eine eigene Webseite), dass die Gestaltung und damit die komplette Außenwirkung in euren eigenen Händen liegt. Ebenso habt ihr ersten Zugriff auf alle Daten.

Andere Blogs für deine Band nutzen

Aber auch wenn deine Band oder du selbst als Solo-Künstler kein eigenes Blog online stellen willst oder kannst, lassen sich andere Blogs für Promotion nutzen. Dabei gibt es – natürlich – kein Universalrezept. Und auch nicht das eine oder die fünf wichtigsten Blogs. Je nach Musikrichtung, Bekanntheitsgrad und Ausrichtung der Band/des Musikers gibt es genauso viele verschiedene wie zahlreiche Blogs, die über Musik schreiben, neue Bands vorstellen und von Konzerten berichten.

Wahrscheinlich kennt jeder Musiker sowieso ein paar Blogs, die ihn interessieren und deshalb automatisch für ihn oder seine Band relevant sind. Weitere interessante und relevante Blogs zu recherchieren ist kein Problem: ein Blick auf die Verlinkungen der Blogs untereinander führt oft schneller zum Ziel als die Suche bei Google.

Was keinen Sinn macht und nicht einmal bei Chart-Acts zum Erfolg führt, ist die Bemusterung bzw. das Anschreiben möglichst vieler oder aller Blogs, die "irgendwas mit Musik" zu tun haben. Zum einen ist die Schnittmenge der Blogs, die sich dann wirklich für das angebotene Thema interessieren, ziemlich klein, zum anderen mag es kein Blogger, wenn er eine unpersönliche Massenmail bekommt.

Lieber ein paar Blogs gezielt aussuchen, die zu dir und dem Profil deiner Band passen, sich mit diesen auseinandersetzen – sprich: lesen – und dann den Blogger persönlich anschreiben und ihm sagen, warum man denkt, dass gerade ihn die neue Platte oder das anstehende Konzert interessieren könnte.

Bloggen – und wie?

Der Vorteil eines Blogs – gegenüber einer klassischen Website – ist, dass es zum einen leichter erstellt und zum anderen auch leichter gepflegt und aktualisiert werden kann. Wo man bei einer Website ein teures CMS (Content Management System) oder Programmierkenntnisse braucht, um Inhalte zu pflegen, gehört die Einpflege neuer Artikel und die Aktualisierung von Seiten bei einem Blog zum "daily business".

Auch die Erstellung eines Blogs ist relativ einfach. Zum einen gibt es Blogsysteme, die eine Vernetzung der dort erstellten Blogs untereinander beinhalten, wie z.B. www.blogspot.com, und die auch das sog. "Hosting" übernehmen, d.h. die Daten des Blogs liegen auf dem Server dieses Anbieters. Ein anderes System, mit dem inzwischen auch immer mehr normale Websites aufgesetzt werden, ist www.wordpress.com. Bei beiden Systemen kann man mit ein paar Klicks ein Blog erstellen und den ersten Beitrag schreiben. Als Faustregel gilt hier: Je individueller das Blog in Struktur und Layout sein und je mehr Funktionen es beinhalten soll, desto mehr muss man sich damit beschäftigen bzw. braucht man jemanden, der sich mit der Programmierung von Websites auskennt. Ein System, bei dem die Einfachheit sowohl des Aufsetzens als auch der Pflege des Blogs oberste Maxime sind, ist www.tumblr.org. Die tumblr-Blogs sind untereinander gut vernetzt, allerdings sind hier die Möglichkeiten der Anpassung beschränkt bzw. verlangen tiefere Kenntnisse.

wordpress-Blog

Abbildung: Texteingabe bei einem wordpress-Weblog

Will man das Blog nicht mit einer www.beispielband.blogspot oder www.beispielband.tumblr.org-Adresse aufsetzen, sondern mit einer eigenen Domain www.beispielband.de, dann sollte man diese Webadresse beim Provider sichern und dann auf das Blog verlinken oder die Software wie z.B. Wordpress direkt auf dem eigenen Webspace installieren.

  • Tipp der regioactive.de-Redaktion: Wordpress funktioniert auch mit einem eigenen Webspace-Provider, wo die Website "gehostet" wird. Viele Tipps, Installationshilfe und eine deutsche Version von Wordpress bietet wordpress-deutschland.org.

Der Blog ist da. Und jetzt?

Der Vorteil, wenn der Blogger ein Künstler bzw. eine Band ist, liegt darin, dass es wahrscheinlich schon ein paar Fans – und damit potenzielle Leser – gibt. Diese kann man meist sehr schnell erreichen (eure Newsletter, Netzwerke, neue Banner oder Plakate mit der URL des Blogs nutzen). Ansonsten kann man sich im besten Fall auf die Mechanismen im Social Web verlassen – ist ein Blogeintrag interessant, dann wird er in anderen Blogs verlinkt, gibt es einen guten Song als Download auf dem Blog, dann taucht er in Foren auf, ist was Lustiges bei den Proben passiert, dann twittert es jemand. Und letztlich ist es beim Bloggen ähnlich wie beim Musikmachen: Macht man es gern, dann macht man es gut, und wenn man es gut macht, dann hat man irgendwann damit Erfolg.

Über den Autor Thorsten Weh (→ www.kessel.tv)

Thorsten Weh ist als Online-Konzepter bei der Panama Werbeagentur in Stuttgart beschäftigt und arbeitet dort unter anderem für Bauknecht, Dinkelacker-Schwaben Bräu, Intersport und Porsche Tennis Grand Prix im Bereich Online und Social Media. Davor war er bei Bassier, Bergmann & Kindler Online-Konzepter für Porsche und dort unter anderen mit verantwortlich für den Aufbau der Social Media-Aktivitäten von Porsche. Thorsten Weh betreibt seit 2008 zusammen mit Martin Elbert den Stuttgarter Blog kessel.tv und schreibt auch für gig-blog.net und die Stuttgarter Nachrichten und ist DJ. Seit 1996 hat er für verschiedene Online-Agenturen, Zeitschriften und Musikmagazine gearbeitet.

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