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Hinterlasse Eindruck!

Das Auge hört mit: 5 Tipps, was du für dein Image tun kannst

Tipps für Musiker und Bands von Markus Biedermann
veröffentlicht am 01.10.2014

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Das Auge hört mit: 5 Tipps, was du für dein Image tun kannst

Helene Fischer: Fotos tragen zur Image-Bildung wesentlich bei. © Semmel Concerts

Quasi als Blindverkostung legte der Sozialwissenschaftler Chia-Jung Tsay seinen Probanden einmal Musik, einmal nur Video ohne Ton zum Urteil vor. Ergebnis: Der optische Eindruck zählt.

Die Testhörer- und Seher tippten zuverlässig die Gewinner bei Livemusik-Wettbewerben, nachdem sie das Video ohne Ton gesehen hatten, fasst delamar die Studie zusammen, die vor einem Jahr in dem Fachmagazin PNAS erschienen ist. Der optische Eindruck zählt also mindestens genau so viel wie die Musik selbst, wenn Hörer intuitiv darüber entscheiden, was ihnen gefällt.

Doch damit ist nicht alles genannt, was zum "Gesamteindruck" über einen Künstler führt. Mehrere wichtige Elemente zusammengenommen, also ein Bündel an Einflussfaktoren, ergeben dein sogenanntes "Image". Was in anderen Branchen längst kein Geheimnis mehr ist, sondern im Gegenteil zum rudimentärten Einmaleins der Markenbildung zählt, ist für Musiker und sogar manches Unternehmen im Musikbusiness stark unerforschtes Gebiet.

Gerne gibt man sich reichlich unbedacht "so wie man ist", anstatt zuerst die wesentliche Frage zu beantworten: Wie wirke ich eigentlich auf andere und ist das tatsächlich so, wie ich wahrgenommen werden möchte? Poliere dein Image also in diesem Sinne bestmöglich auf, um gehört und positiv wahrgenommen zu werden!

Worauf gilt es zu achten?

0. Dass deine Musik geil ist, steht fest. Achte aber auch auf deinen persönlichen Umgang mit Fans, Medien und Partnern. Kurz gesagt: Sei kein Arsch, sondern verhalte dich respektvoll – das erwartest du ja auch von deinem Gegenüber!

1. Glaubwürdigkeit

Bleibe stets so authentisch wie möglich. So machst du es vor allen Dingen dir selbst leichter, deine Rolle auszufüllen. Mache dir klar, dass "ein Image haben" eben nicht bedeutet, dass du dich verstellen sollst. Im Gegenteil geht es darum, deinen eigenen roten Faden heraus zu arbeiten und in allen Aspekten deiner Selbstdarstellung zu kommunizieren.

2. Fotos

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Eure Bandfotos beschreiben eure Musik, euren Stil und euch selbst. Je aussagekräftiger und direkter du deine Band oder dein Projekt definierst, umso größer sind die Möglichkeiten. Der Profifotograf Duncan Smith hat bei Backstage PRO zahlreiche Tipps zum Thema Fotos für dich zusammengefasst.

Helene Fischers Pressefoto aus dem Jahr 2013, das Titelbild dieses Artikels, sagt über ihre Musik scheinbar erstmal gar nichts aus… Faktisch ist aber jedes einzelne Element wohl bedacht: Die seltsame Klamotte, die Unschärfe im Bild, der sehnsüchtig erwartungsvolle Blick. Das einzelne Foto wird so zum Teil der Image-Bildung.

3. Story

Schreibe nicht einfach eine langweilige Biografie über dich oder deine Band, die mit Floskeln wie "muss man einfach gehört haben" oder sinnlosen Vergleichen im "klingt wie…"-Stil daherkommen, sondern investiere etwas mehr Kreativität gerade in jene Texte, die euch beschreiben sollen. Menschen lieben Geschichten mehr als reine Facts und Dates. Was habt ihr über die Basisinfos hinaus zu erzählen, das euch gleichzeitig beschreibt und den Leser unterhält? Woran sollen sich die Leute erinnern?

Dir fällt nix ein? Bonustipp: Orientiert euch an euren eigenen Songs, eurem Output. Was ist das Interessante an jedem einzelnen Lied? Etwas musikalisches, eine besondere Spieltechnik, die Bedeutung des Textes, die "Geschichte hinter dem Song", im Studio ist bei der Aufnahme etwas witziges passiert oder hat euch ein Fan erzählt, was ihn bei dem Song bewegt? Allein schon wenn ihr das für jeden Song durchexerziert, sollten euch einige "Storys" dazu einfallen. Einfach mal anfangen! Immer noch nix? Denke daran, was dich selbst inspiriert, an Höhe- oder Tiefpunkte der bisherigen Karriere, andere prägende persönliche Erlebnisse, Tourerlebnisse, …

4. Pressearbeit

Vergesst vor lauter Newtworking und Social Media nicht, dass es da draußen noch andere Medien gibt, die mit ihren Berichten wiederum weitere Menschen erreichen. Bereitet euer Material so auf, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass über euch berichtet wird. Am wichtigsten ist, dass ihr konrekte Anlässe nutzt: Konzertankündigungen, neues Video, neues Release… Die PR-Expertin Iris Bernotat hat ihre Tipps für erfolgreiche Pressearbeit hier bei Backstage PRO veröffentlicht und geht dabei ebenfalls auf den Aspekt der "Story" ein.

5. Kontinuität

Steter Tropfen höhlt den Stein! Deine Message kam beim ersten Mal nicht durch, dein neues Video haben nur hundert Leute in den letzten vier Wochen gesehen? Keine Sorge, es gibt mittlerweile genug Beispiele an Songs und Clips, die lange nach Veröffentlichung noch viral durch die Decke gehen. Sei bereit, einen Marathon zu gehen. Wichtig ist: Deine Image-prägenden Medien müssen kontinuierlich auffindbar sein und gepuscht werden.

Angenommen deine Band hat ein richtig gutes Musikvideo am Start. Dann reicht es bei Contests (Bsp.: ClipAward) ein! Achtet darauf, dass es auf eurer Webseite und in den sozialen Medien auffindbar ist (habt ihr eine Bandseite bei Facebook, die eure Medien zeigt?). Geht auf das Feedback von Hörern und auf Anfragen ein, die eventuell dazu reinkommen. Produziert zusätzlichen Content rund um das Video (vielleicht einen Trailer, im Nachgang dann erst das volle Video. Dann die Geschichte der Produktion. In einem nächsten Post stellt ihr den Regisseur vor. usw.).

Die Summe aus allem macht's

All die genannten Dinge gehen Hand in Hand. Nichts sollte alleine daherkommen. Zur Story gehört die Musik und das Bild, zur Glaubwürdigkeit auch die Kontinuität, und Pressearbeit ohne Fotos und Text gibt's schonmal gar nicht. 

Eure Tipps!?

Liebe Backstage PRO-Community, wir können eigentlich nur vorlegen. Jetzt seid ihr dran mit weiteren Tipps hier in den Kommentaren!

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