Vor großen Herausforderungen
Das Reeperbahn Festival 2026 blickt in die Zukunft der Musikbranche
Reeperbahn Festival. © Lisa Meinen
Unter dem Leitthema "Forever Legit?" beschäftigte sich das Festival in diesem Jahr insbesondere mit der Frage, welche Strukturen und Geschäftsmodelle der Musikbranche auch künftig Bestand haben können. Einen besonderen Fokus legte das Festival außerdem auf die stärkere Einbeziehung jüngerer Generationen und deren Einfluss auf das zukünftige Ausgeh-, Hör-, und Konsumverhalten.
Musikalische Vielfalt
Das musikalische Programm umfasste rund 540 Konzerte. Insgesamt waren etwa 425 Acts aus 44 Ländern beteiligt. Ergänzt wurde das Musikprogramm durch das Arts & Word-Programm mit rund 30 Veranstaltungen, darunter Lesungen, Live-Podcasts, Kunstausstellungen und geführte Touren.
Vor allem das frei zugängliche Festival Village zog zahlreiche Besucher an. Neben Konzerten von Newcomern wie Yung Pepp und Kayla Shyx standen dort unter anderem Tanzperformances sowie ein Auftritt von Jan Delay zusammen mit den Delaydies auf dem Programm. Auch die Graphic-Poster-Ausstellung "Flatstock" war dort wieder anwesend und feierte ihr 20. Reeperbahn-Festival-Jubiläum.
Innovation, Nachhaltigkeit und globale Vernetzung
Zu den diesjährigen Programmkooperationen gehörten unter anderem Music Frontiers X Reeperbahn Festival, das sich mit der Schnittstelle von technischer Innovation und Musikwirtschaft beschäftigte, sowie Sustain! mit einem Schwerpunkt in Nachhaltigkeit.
Mit der Afro Futuristic Convention X Reeperbahn Festival wurde sich unter anderem mit den Lebensbedingungen und dem Zugang zu Trinkwasser auf dem afrikanischen Kontinent auseinandergesetzt. Ein Beispiel dafür war das Projekt Yunomi der Aktivistin und Musikerin Onejiru Arfmann.
Das Festival versteht sich als internationale Plattform, die deutsch und europäische Künstler, Unternehmen und Institutionen international vernetzt. Gleichzeitig schafft es Raum für den Austausch aktueller und zukünftiger Entwicklungen der Musikwirtschaft.
Ein besonderes Beispiel war in diesem Jahr die Ukraine. Als erstes Guest Country of Honour präsentierte das Land seine Musikwirtschaft und Künstler. Das Festival rückte insbesondere die kreative Resilienz der ukrainischen Künstler in den Mittelpunkt.
Und Preise wurden auch verliehen
Der internationale Musikpreis Anchor Award wurde in diesem Jahr an Ganna aus der Ukraine vergeben. Die Jury würdigte insbesondere Ganna's Bühnenpräsenz sowie die Verbindung von traditionellen ukrainischen Folk-Einflüssen mit modernen Beats.
Der Helga! Festival Award, zeichnet Festivals und Personen aus, die die deutsche Festivalszene mit Leidenschaft, Kreativität und langjährigem Engagement prägen.
Die Gewinner sind das Pferdefest in der Kategorie "Small but Mighty" und die Nation of Gondwana für "The Golden Middle". Das Fusion Festival gewann unter der Kategorie "My Greatest Role Model" und Orange Blossom Special erhielt den Helga Award als "Fan Favourite".
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