×

Grünbuch vorgelegt

Deutscher Musikrat ruft zur Diskussion über die Zukunft der öffentlichen Musikförderung auf

News von Markus Biedermann
veröffentlicht am 07.07.2014

deutscher musikrat musikförderung kulturförderung

Deutscher Musikrat ruft zur Diskussion über die Zukunft der öffentlichen Musikförderung auf

In Deutschland gibt es ca. 7 Millionen musizierende Menschen (aus dem Grünbuch). © Haags Uitburo (CC BY-NC 2.0)

Der Deutsche Musikrat hat ein Diskussionspapier zur öffentlichen Musikförderung vorgelegt. "Was ist uns die Musik wert?" fragen die Initiatoren. Antworten können alle Interessierten.

"Eine nachhaltige Kulturförderung kann nur dann gelingen, wenn wir in Politik und Gesellschaft einen Konsens zu dieser Frage finden", so Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, der auf einen breit angelegten öffentlichen und politischen Diskussionsprozess zur Zukunft der öffentlichen Musikförderung setzt.

Das Grünbuch richte sich an politische Entscheidungsträger aller föderalen Ebenen, zivilgesellschaftliche Institutionen, Kultureinrichtungen und -Akteure sowie die musikinteressierte Öffentlichkeit, teilt der Musikrat mit.

Musikförderung ins Bewusstsein rücken

Ziel des Grünbuches sei es, die Bedeutung der öffentlichen Musikförderung stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken sowie Fragen und Positionen dazu zu bündeln. Um die Dringlichkeit des Themas zu unterstreichen, listet das Grünbuch dazu auch einige interessante Fakten:

  • Es gibt hierzulande schätzungsweise 7 Millionen musizierende Menschen (Laienmusiker), davon rund 4 Millionen ehrenamtlich Engagierte.
  • Allein die Chöre in Deutschland geben jährlich über 300.000 Konzerte für rund 60 Millionen Zuhörer.
  • Es gibt 131 öffentlich finanzierte Kultur-, Rundfunk- und Kammerorchester (davon 83 Musiktheater).
  • Seit der Wiedervereinigung sind 37 Orchester durch Fusionen oder Schließungen von der kulturellen Landkarte verschwunden (Stand August 2013).
  • Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist Träger von 12 Rundfunkorchestern, 4 Big Bands und 7 Rundfunkchören.
  • Das von der KSK ermittelte Durchschnittsjahreseinkommen von Musikern beträgt 12.000 Euro.
  • Die Zahl der öffentlichen Musikschulen hat sich durch Fusionen von 1.060 (um 1995) auf heute knapp 950 reduziert.

Bis zum 19. September 2014 können sich Interessierte mit eigenen Einlassungen am Fortgang der Debatte beteiligen. Weitere Infos hierzu erhält man auf der Webseite zur Initiative "Grünbuch", die auch einen umfassenden Fragenkatalog listet und das Buch als PDF-Download vorhält. Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Deutschen Musikrates am 17. Oktober 2014 in Berlin soll die Diskussion dann fortgesetzt werden.

Auch interessant

Unternehmen

Backstage PRO

Das Profinetzwerk für die Musikszene

Ähnliche Themen

Coronavirus: Deutscher Musikrat fordert Auffangprogramm für die Musikindustrie

Die Branche bangt um ihre Existenz

Coronavirus: Deutscher Musikrat fordert Auffangprogramm für die Musikindustrie

veröffentlicht am 05.03.2020   3

Zu viel Geld für das New Fall Festival? Kommunale Förderung in Stuttgart steht in der Kritik

Lokale Veranstalter beklagen Missverhältnis

Zu viel Geld für das New Fall Festival? Kommunale Förderung in Stuttgart steht in der Kritik

veröffentlicht am 27.11.2017   2

Kulturförderung des Landes Rheinland-Pfalz soll ab 2018 vereinfacht werden

Ehrenamt wird gestärkt

Kulturförderung des Landes Rheinland-Pfalz soll ab 2018 vereinfacht werden

veröffentlicht am 27.11.2017

Der Live Music Account fördert Hamburger Livemusik-Spielstätten mit insgesamt 250.000€

Das Antragsverfahren für die 9. Förderrunde hat begonnen

Der Live Music Account fördert Hamburger Livemusik-Spielstätten mit insgesamt 250.000€

veröffentlicht am 23.05.2017

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!