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Endlich mutiger musizieren: Warum Haltung wichtiger ist als immer neue Ideen
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© Soundtrap via unsplash.com
Musik begleitet die Menschheit seit Zehntausenden von Jahren. Schon die ersten Menschen brauchten vermutlich Mut, um ihren Knochenflöten völlig neue Töne zu entlocken. Doch was braucht es im 21. Jahrhundert, um mutiger zu musizieren?
Neue Ideen sind dafür meist gar nicht entscheidend. Den hör- und fühlbaren Unterschied macht deine Haltung zur eigenen Kreativität.
Was ist die richtige Haltung beim Musizieren?
Viele denken, dass herausragende Kreative die besten Ideen haben. Das stimmt aber nicht. Sie haben Ideen und machen auf ihre Art das Beste daraus. Die erfolgreiche Umsetzung ihrer Ideen ist genau das, wodurch sie aus der Masse herausragen.
Es geht also nicht darum, immer mehr Ideen wie am Fließband zu produzieren. Stattdessen sollte dein Ziel darin bestehen, deine Ideen mit deinen Möglichkeiten umzusetzen. Bei der Verwirklichung deiner Ideen solltest du aber akzeptieren, dass nicht jedes Ergebnis perfekt sein wird.
Ob du andere Menschen mit deiner Musik erreichst oder nicht, kannst du nicht vorhersagen. In deiner Hand liegt es lediglich, Wahrscheinlichkeiten abzuwägen, Vorgänge zu optimieren und Trends zu bedienen. Was dann folgt, liegt aber nicht in deiner Hand.
Lasse Erwartungen los und du wirst automatisch mutiger beim Musizieren. Wenn der Weg für dich mindestens so wichtig wie dein Ziel ist, findest du deutlich leichter zum eigenständigen kreativen Ausdruck. Die folgenden Impulse können dir ebenfalls dabei helfen.
Ausdruck statt Eindruck!
Machst du Musik, weil du andere beeindrucken willst? Oder doch eher, weil es dir eine Herzensangelegenheit ist?
Bei Ersterem kann ich dir keinen Tipp geben, bei Letzterem schon: Denke immer wieder daran, dass du das alles auch für dich machst. Du darfst Neues ausprobieren und damit auf die Nase fallen.
Du darfst Unsicherheit offen ansprechen und enttäuscht sein, wenn etwas nicht klappt. Erlaube dir trotzdem, dich in deiner Musik auszudrücken, auch wenn das unperfekt und menschlich sein wird.
Ob das ausnahmslos gut ankommt? Nein. Aber wenn du Musik auch für dich machst, dann ist das gar nicht mehr so wichtig. Try to express, not to impress: Musikalisches Glück ist immer auch eine Sache der Einstellung.
Mut und Musik: eine Einheit, die Fehlern trotzt
Wer ein Instrument spielt oder singt, macht unweigerlich Fehler. Nur wer nichts macht, geht Missgeschicken aus dem Weg. Eine empfehlenswerte Haltung ist das aber trotzdem nicht, denn wenn du das Risiko am liebsten vermeidest, kommst du schwer vom Fleck.
Das ist so, als würdest du beim Autofahren vorsorglich die Handbremse angezogen lassen. Es könnte ja sonst zu schnell gehen.
Als Profi-Musikerin gehe ich sogar noch einen Schritt weiter: Ich suche bewusst nach Situationen mit hohem Fehlerpotenzial, denn dadurch kann ich erfahrungsgemäß am meisten lernen.
So bin ich als ehemalige Vollblut-Punk-Drummerin beispielsweise zu einem Sinfonischen Blasorchester gekommen. Habe ich das davor schon gemacht? Nein. Habe ich mich in den ersten Proben sicher gefühlt? Definitiv nicht. Habe ich viel gelernt? Ja. Macht es mir extrem viel Spaß, obwohl ich privat andere Musik höre? Absolut!
Suche dir also regelmäßig kleine oder größere Herausforderungen im kreativen Alltag. Wenn du am liebsten kneifen würdest, dann ist das ein gutes Zeichen: Hier kannst du etwas Neues lernen und vielleicht sogar eine unerwartet spaßige Zeit mit tollen Menschen haben.
Maske ab, die anderen gibt es schon
Was würdest du gerne einmal musikalisch angehen? Welche Themen schiebst du seit einer gefühlten Ewigkeit auf die lange Bank? Und an wen kannst du dich wenden, wenn der kreative Schuh drückt?
Wir alle haben bestimmte Themen, die wir uns eigentlich genauer ansehen sollten, aber dann doch lieber auf morgen verschieben. Und aus morgen wird irgendwann nie. Das kennst du auch? Dann ist das deine freundliche Erinnerung, ab heute liebevoller mit dir umzugehen.
Ja, du hast richtig gelesen: Grundsätzlich gibt es immer etwas, was wir anders und in vielen Fällen besser machen könnten. Als Mensch ist es aber nicht realistisch, perfekt zu sein.
Trotzdem erfordert es eine Menge Mut, die ungeliebten Seiten von sich selbst zu akzeptieren. Sie zu lieben ist nicht nur beim Musizieren der radikalste Schritt. Die gute Nachricht zum Schluss: Um mehr Mut zu finden, musst du das auch gar nicht.
Es reicht, wenn du einen kleinen Schritt in die von dir gewünschte Richtung gehst. Der Weg ist das eigentliche Ziel deiner musikalischen Reise. Es geht viel weniger um Perfektion als darum, sich in Bewegung zu halten. Und das kannst du erreichen, indem du einen Schritt nach dem anderen machst.
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