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Gezieltes Training

Tschüss, Zweifel! In 3 Schritten zu mehr Spielsicherheit beim Musizieren

Tipps für Musiker und Bands von Manu Holmer
veröffentlicht am 06.08.2024

praxistipp üben proben

Tschüss, Zweifel! In 3 Schritten zu mehr Spielsicherheit beim Musizieren

© Wendy Wei

Du kennst mit hoher Wahrscheinlichkeit das Gefühl: Wenn du bei einer Übung spielsicher bist, dann ist sie dir in Fleisch und Blut übergegangen. Mitdenken, mitzählen oder gar zweifeln musst du nicht mehr. Du spielst die Übung einfach und machst Musik. Diese Spielsicherheit kannst du hören, aber auch fühlen. Nur, wie erreichst du sie?

Die folgenden drei Schritte helfen dir und auch deiner Band dabei, spürbar spielsicherer zu werden.

Schritt 1: Verstehe, was du spielst

Verständnis kommt vor der Erkenntnis. Wenn du etwas Neues lernen möchtest, solltest du dir die Sache im ersten Schritt verständlich machen. Offene Fragen führen nämlich oft zu hör- und fühlbarer Unsicherheit beim Musizieren. Dazu ein Beispiel: Du spielst Schlagzeug und hast ein Notenblatt mit anspruchsvollen Beats vor dir liegen. Die möchtest du lernen. Doch wie gehst du sie am besten an? Mit Köpfchen! 

Diese Vorgehensweise bewährt sich bei mir: Schaue dir zunächst jeden Takt einzeln an. Je nach Schwierigkeitsgrad lohnt es sich, den Rhythmus Note für Note zu entschlüsseln. 

Darüber hinaus macht es nicht nur am Schlagzeug Sinn, nach musikalischen Gemeinsamkeiten zu suchen: Ist eine Stelle im Takt vorhanden, die du so oder so ähnlich schon aus einer anderen Übung kennst? Nachdem du diese Details für dich klären konntest, geht es auch schon ans Instrument. 

Du wirst feststellen: Wenn eine Übung grundsätzlich keine Fragen mehr aufwirft, kannst du ganz anders an sie herangehen. Egal, ob du singst, Gitarre spielst oder über die Tasten flitzt. Diese musikalische Bestandsaufnahme funktioniert natürlich auch ohne Noten und/oder mit deiner Band. 

Als Band könnt ihr zum Beispiel einmal bewusst die einzelnen Parts durchgehen und überlegen, warum ihr spielt, was ihr spielt. Eine solche Reflexion sorgt automatisch für mehr Klarheit und damit mehr Spielsicherheit beim Musizieren. Genauso wie ein gut gewähltes Tempo.

Schritt 2: Passe dein Tempo an

Spielsicherheit kommt vom Verständnis, aber auch von der richtigen Umsetzung deines Wissens. Damit sind aber noch keine Wiederholungen gemeint. Es geht im zweiten Schritt darum, eine unterstützende Übegeschwindigkeit festzulegen: Das Tempo sollte so sein, dass du auch über einige Minuten hinweg sauber, rhythmisch korrekt und bewusst spielen kannst. 

Eine zu schnelle Übegeschwindigkeit erkennst du im Umkehrschluss daran, dass du gehetzt, verspannt oder abgehakt klingst. Außerdem kannst du eine unpassende Spielgeschwindigkeit sehr oft an der Körpersprache oder einer ungleichmäßigen Atmung erkennen. Aber was ist nun deine optimale Übegeschwindigkeit für mehr Spielsicherheit? 

Mein Tipp als Richtwert: Übe etwas zunächst so langsam, dass du dich dabei nicht mehr verspielen kannst.

Das richtige Tempo fällt je nach Übung und Erfahrung unterschiedlich aus. Probiere aus diesem Grund immer ein wenig herum, bei welchem Tempo du dich sicher fühlst. Denke jedoch auch daran, die BPM in sinnvollen Schritten zu erhöhen. Unterforderung bringt dir genauso wenig wie Überforderung. 

Das aktuelle Tempo passt? Dann weiter zum nächsten Schritt!

Schritt 3: Wiederhole, aber richtig

Spielsicherheit beim Musizieren lebt auch von automatisierten Bewegungsabläufen. Sie entstehen, wenn du eine Sache immer wieder auf eine bestimmte Art und Weise machst. Dafür ein Beispiel aus dem Alltag: Als Kind hast du gelernt, wie du dir die Zähne richtig putzt. Heute musst du darüber nicht mehr nachdenken, du putzt sie einfach.

Angemessen viele und vor allem richtige Wiederholungen sorgen dafür, dass die Musik über deinen Kopf und das Herz in dein Muskelgedächtnis übergeht. Die Wiederholungen sollten sich möglichst ähneln, damit sie dein Körper schnell abspeichern kann. 

Das ist auch der Grund, warum bewusst langsames Üben zu Beginn für schnellere Fortschritte sorgt: Leichtsinnsfehler oder irritierende Verspieler, die dein Gehirn erst einordnen muss, lassen sich so minimieren. 

Dank der richtigen Wiederholungen weiß es deutlich schneller, worum es dir geht. Und das spiegelt sich dann auch in einem hör- und spürbar sicheren Spiel wider.

Und jetzt bist du dran!

Über Musik zu lesen, das ist eine Sache. Sie zu machen, eine ganz andere. Stelle daher gerne meine Schritt-für-Schritt-Anleitung in den nächsten Tagen und vielleicht sogar Wochen auf die Probe.

Bald schon solltest du dich beim Musizieren hörbar sicherer fühlen. Und wenn nicht? Dann weißt du zumindest, was gerade nicht für dich funktioniert.

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