Belastungen durch Zukäufe und hohe Kosten
Eventim-Gewinn im 2. Quartal 2025 stark rückläufig, Aktie bricht ein
Klaus-Peter Schulenberg, CEO von Eventim. © Eventim
Die negative Reaktion der Börse ergab sich u.a. durch den Einbruch des Adjusted EBITDAs (bereinigtes Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) im Bereich Live-Entertainment um 26 Prozent von 45,6 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2024 auf 33,7 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2025.
Krise im Bereich "Live Entertainment"
Wenn man nur das 2. Quartal betrachtet, fällt der Rückgang noch deutlicher aus: Das Adjusted EBITDA ging um knapp 40 Prozent von 36,6 Millionen Euro auf 22,1 Millionen zurück. Eventim macht "hohen Kostendruck" für den Rückgang verantwortlich.
Da half es auch nichts, dass die von Eventim veranstalteten Jubiläumsausgaben von Rock am Ring und Rock im Park ausverkauft waren und die Auslastung der von Eventim betriebenen Hallen "unverändert hoch" blieb.
Gesamtergebnis stark belastet
Der Gesamtkonzern setzte im 1. Halbjahr knapp 1,3 Milliarden Euro um, ein Zuwachs von 7,6 Prozent. Im 2. Quartal wuchs der Umsatz von Eventim aber nur noch um 0,3 Prozent auf 795 Millionen Euro – Analysten hatten mehr als 850 Millionen Euro erwartet.
Gleiches gilt für das Adjusted EBITDA. Im Blick auf das 1. Halbjahr war es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur geringfügig rückläufig (Rückgang von 202 auf 200 Millionen Euro). Im 2. Quartal brach das Adjusted EBITDA hingegen um 110 auf 100,2 Millionen ein – ein Rückgang von 8,9 Prozent. Analysten hatten mit einem Adjusted EBITDA von mehr als 130 Millionen Euro gerechnet.
Ticketing wächst
Im Bereich Ticketing musste Eventim temporäre Belastungen durch die Integration der zugekauften Unternehmen See Tickets und France Billet verkraften. Dennoch wuchs der Umsatz in diesem Bereich im 1. Halbjahr um 16 Prozent von 358 auf 415 Millionen Euro.
Das Adjusted EBITDA im Bereich Ticketing legte im gleichen Zeitraum um knapp 7 Prozent von 157 auf 169 Millionen Euro zu. Anders als beim Live-Entertainment ist im Ticketing kein Einbruch im 2. Quartal festzustellen. Eventim erwartet im Übrigen nach Abschluss der Integration "nachhaltig positive Synergieeffekte".
Vorsichtige Jahresprognose
Die Aktie, die Teil des MDAX mittelgroßer Unternehmen ist, verliert mehr als 15 Prozent und notiert nur noch knapp über 80 Euro, nachdem ihr Wert vorher monatelang über 100 Euro betrug.
Eventim hält an seiner Jahresprognose fest, die ein "moderates" Wachstum von Umsatz und Adjusted EBIDTA prognostizierte, weist aber auch auf die "herausfordernde gesamtwirtschaftliche Entwicklung" als Unsicherheitsfaktor hin.
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