Mehr als eine Produktschau
Gitarren, Austausch und Live-Musik: Das war der Guitar Summit 2026 in Mannheim
Der Guitar Summit zeigte sich 2026 wieder von seiner besten Seite. © Daniel Nagel
Vom 25. bis 27. September 2026 fand der Guitar Summit zum achten Mal im Mannheimer Rosengarten statt. Nach Angaben der Veranstalter kamen 14.900 Besucher, rund 35 Prozent davon zum ersten Mal. Auf vier Ebenen präsentierten 659 Marken aus mehr als 50 Ländern Gitarren, Bässe, Verstärker, Effektpedale, Zubehör sowie Modeling- und Recording-Technik.
Trotz dieser Dimensionen unterscheidet sich die Atmosphäre im Rosengarten deutlich von der einer weitläufigen Messehalle. Die verschiedenen Ebenen, Säle und kleineren Räume entzerren das Geschehen und bieten auch bei großem Andrang Möglichkeiten zum Rückzug. So bleibt genügend Raum, um Neuheiten zu entdecken, Kontakte zu knüpfen oder Equipment direkt auszuprobieren.
Eine erstaunlich leise Gitarrenmesse
Damit hunderte Aussteller nicht für eine entsprechende Dauerbeschallung sorgen, setzt der Guitar Summit konsequent auf Kopfhörer. Gitarren und Bässe lassen sich an vielen Ständen testen, ohne dass der Sound durch die umliegenden Ausstellungsbereiche dringt. Auch das Programm kleinerer Bühnen zwischen den Messeständen wird teilweise über Kopfhörer übertragen.
Diese "leise Messe" trägt wesentlich zur besonderen Atmosphäre bei: Ausprobieren gehört ausdrücklich zum Konzept, gleichzeitig bleiben Gespräche und Beratung auch im unmittelbaren Umfeld der Stände möglich.
Neue Gitarren, Amps und Zubehör
Zu entdecken gab es auch 2026 einiges. Harley Benton brachte gleich vier neue Modelle der Reihen HB-35 und ST-Modern Plus mit nach Mannheim. Dabei beschränken sich die Änderungen nicht auf neue Farben: Bei mehreren Gitarren verbaut Harley Benton ab Werk Hardware und Schaltungen, die sonst auch als nachträgliche Modifikationen interessant sind.
Die HB-35Plus Rotary erhält als auffälligste Neuerung einen 6-Wege-Drehschalter. Während das Signal in der ersten Position unverändert bleibt, werden in den weiteren Positionen die Mitten zunehmend abgesenkt. Die Semi-Hollow-Gitarre ist außerdem mit zwei ISOLA VT60CR Humbuckern ausgestattet. Hinzu kommt mit der HB-35TL eine weitere Semi-Hollow-Gitarre mit zwei Tesla VR-60 Humbuckern.
Bei den beiden neuen Superstrats setzt Harley Benton ebenfalls auf besondere Hardware. Die ST-Modern Plus HH Vega ist ab Werk mit einem schwebenden Vegatrem VT1 Ultratrem ausgestattet, während die Hardtail-Version ST-Modern Plus HH eine Babicz FCH Z Bridge mit String-through-body-Konstruktion verwendet. Beide Modelle sind mit Tesla CROW85 Humbuckern ausgestattet. Alle vier neuen Gitarren bieten zudem einen Coil-Split.

Benedikt Schlereth mit der neuen ST Modern HH Plus von Harley Benton, © Markus Biedermann
Ein glücklicher Gewinner
Eine Harley Benton wechselte auf dem Guitar Summit allerdings nicht nur den Messestand, sondern gleich den Besitzer. Backstage PRO-User Pascal Meinhardt hatte bei unserem Gewinnspiel eine Fusion-T II gewonnen und konnte sie in Mannheim aus den Händen von Harley Benton Brand Manager Benedikt Schlereth entgegennehmen.

Pascal Meinhardt nahm seinen Gewinn auf dem Guitar Summit persönlich entgegen, © Markus Biedermann
Pascal spielt seit 2024 bei der Metalcore-Band Echoes We Hide, die kürzlich ihre EP "Unchaptered" veröffentlicht hat. Bei deren Aufnahmen kam bereits seine Harley Benton Amarok 7 zum Einsatz. Die neue Gitarre hat deshalb bereits eine klare Aufgabe:
"Die Fusion-T II passt genau zum Metalcore-Genre, in dem ich hauptsächlich zu Hause bin. [...] Dadurch schließt sich der Kreis zur Fusion-T II, denn beide haben die gleichen Tonabnehmer. Ich weiß also genau, was ich bekomme und kann direkt loslegen: Ich werde die Fusion-T runterstimmen und als Drop-C-Gitarre einsetzen."
Neue Amps und britische Tradition
Auch Hughes & Kettner nutzte den Guitar Summit zur Vorstellung neuer Produkte. Mit dem Puretone 50 präsentierte der Hersteller ein neues Vollröhren-Topteil, das 50 Watt leistet und für kleinere Anwendungen auf fünf Watt reduziert werden kann. Mit seinen verschiedenen Gain- und Schaltmöglichkeiten richtet sich das Modell vor allem an Gitarristen, die einen modernen, verzerrten Sound suchen.

Hughes & Kettner stellte den Puretone 50 vor, © Markus Biedermann
Prominent vertreten war auch Orange. Die britische Kultmarke ist seit diesem Jahr neu im Portfolio von MUSIK MEYER, die Betreuung in Deutschland und Österreich übernimmt die Brand Unit MUSIK & TECHNIK. Mit ihren charakteristischen orangefarbenen Amps gehörte die Marke auch optisch zu den auffälligsten Ausstellern im Rosengarten.

Aktuell könnt ihr eine AEG-1 bei Backstage PRO gewinnen, © Markus Biedermann
Baggs AEG-1 bei Backstage PRO gewinnen
Wer nach dem Guitar Summit selbst neues Equipment ausprobieren möchte, hat bei Backstage PRO aktuell Gelegenheit dazu. Aktuell verlosen wir eine Baggs AEG-1. Dazu müsst ihr nur zwei einfache Fragen beantworten.

Johannes Pitz von Musik Meyer lässt es am Stand von Orange krachen, © Markus Biedermann
Die elektroakustische Gitarre wurde als Gesamtsystem aus Instrument und Elektronik für den verstärkten Einsatz entwickelt. Eine massive Sitka-Fichtendecke, ein Boden aus indischem Palisander und ein Mahagonihals mit schlankem C-Profil gehören zur Ausstattung. Ziel ist es, den natürlichen Charakter einer Akustikgitarre möglichst weitgehend mit den Anforderungen des Live-Einsatzes zu verbinden.
Saiten und Werkzeug von D'Addario
Auch D'Addario nutzte den Guitar Summit, um neben seinen etablierten Saiten neues Zubehör zu präsentieren. Bei den Saiten standen unter anderem die NYXL- und XS-Serien im Mittelpunkt, die unterschiedliche Ansätze verfolgen. Die NYXL-Saiten sind unbeschichtete Premiumsaiten für E-Gitarre, bei denen D'Addario vor allem auf hohe Reißfestigkeit, Stimmstabilität und eine stärkere Präsenz im Mittenbereich setzt. Die XS-Serie verfügt dagegen über eine besonders dünne Beschichtung, die vor Korrosion schützen und damit die Lebensdauer der Saiten verlängern soll.
Neu im Sortiment ist das Tour Grade String Change Kit, das die wichtigsten Werkzeuge für den Saitenwechsel in einem kompakten Set bündelt. Neben einer Saitenkurbel mit integriertem Bridge-Pin-Puller gehört ein Saitenschneider dazu. Praktisches Detail für unterwegs: Die Transportbox lässt sich gleichzeitig als Halsauflage für das Instrument verwenden.
Auch beyerdynamic war auf dem Guitar Summit vertreten und präsentierte Kopfhörer und In Ear-Lösungen. In diesem Zusammenhang könnte es sich lohnen, Backstage PRO in nächster Zeit im Blick zu behalten...

Bei Beyerdynamic gab es u.a. die DT 30 IE zu entdecken, © Markus Biedermann
Persönlicher Austausch
Neben den Neuheiten spielte das Rahmenprogramm eine zentrale Rolle. Auf sieben Bühnen standen 123 Workshops, Interviews und Konzerte mit rund 80 Artists auf dem Programm. Zu den Gästen gehörten unter anderem Devin Townsend, Darryl Jones, Matteo Mancuso, Fredrik Åkesson und Andy McKee.
Der Andrang bei den Workshops war groß, teilweise mussten Säle wegen Überfüllung sogar geschlossen werden. Inhaltlich reichte das Angebot von Spieltechnik und Soundgestaltung bis zur Musikproduktion. Dabei unterschieden sich auch die Herangehensweisen deutlich: Während Rabea Massaad und Jack Gardiner ihren Workshop mit viel Humor und Leichtigkeit gestalteten, gingen andere tief ins Detail. Und dann gab es Gitarristen wie Phil Demmel von Machine Head, die es einfach krachen ließen.

Eine der vielen gut besuchten Sessions beim Guitar Summit, © Markus Biedermann
Wer noch tiefer einsteigen wollte, konnte eine der 25 Masterclasses besuchen, die in kleineren Gruppen einen direkten Austausch mit den beteiligten Musikern ermöglichten.
Live-Konzerte am Abend
Am Abend verlagerte sich der Schwerpunkt in den Mozartsaal. Dort fanden am Freitag und Samstag gut besuchte Konzerte statt, bei denen Fingerstyle-Meister wie Andy McKee auf Blues- und Hardrock trafen.
Der traditionelle All-Star-Jam stand schließlich ganz im Zeichen des Hardrock: Jared James Nichols, Marco Mendoza und Ronnie Romero sorgten gemeinsam mit weiteren Gästen regelmäßig für erhobene "Pommesgabeln" im Publikum.
Grund zum Feiern hatte auch "Gitarre & Bass": Das 1986 gegründete Magazin wurde 40 Jahre alt und beging das Jubiläum auf dem Guitar Summit mit einem Talk und einem Meet & Greet. Seit 2017 steht "Gitarre & Bass" hinter der Veranstaltung.
Orientierung per digitalem Guide
Bei 659 Marken und mehr als 120 Programmpunkten half erstmals der digitale Guitar Summit Guide bei der Orientierung. Die Web-App verband einen interaktiven Hallenplan mit Ausstellerverzeichnis und Bühnenprogramm. Besucher konnten Favoriten speichern, einen persönlichen Tagesplan erstellen und über die "Now Live"-Funktion sehen, was gerade auf den Bühnen stattfand.
Nach drei Tagen zeigte sich damit erneut die besondere Mischung des Guitar Summit: Instrumente und Equipment ausprobieren, mit Herstellern ins Gespräch kommen, von erfahrenen Musikern lernen und Konzerte erleben. Trotz inzwischen 14.900 Besuchern hat sich die Veranstaltung dabei einen wesentlichen Teil ihres Community-Charakters bewahrt.
Der nächste Guitar Summit findet vom 24. bis 26. September 2027 erneut im Mannheimer Rosengarten statt.
Mehr zum Guitar Summit findet ihr beispielsweise auf dem Youtube-Kanal von Bonedo.

© Markus Biedermann
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