Gegen den Strom
John Fogerty eifert Taylor Swift nach und nimmt CCR-Klassiker als "John's Version" neu auf
John Fogerty (2019). © Nela Koenig
John Fogerty hat sich nach eigenen Worten von Taylor Swifts Neuaufnahmen ihrer ersten Alben inspirieren lassen, von denen bisher vier ("Fearless", "Red", "Speak Now" und "1989") als "Taylor's Version" erschienen sind.
Fogerty als Taylors Seelenverwandter
Fogerty sieht viele Gemeinsamkeiten zwischen Taylor Swift und ihrem Kampf um die Masterrechte an ihrer Musik und seinem gut dokumentierten Zerwürfnis mit Saul Zaentz, dem damaligen Chef von Fantasy Records. Im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen hat Fogerty nicht Rechte an seiner Musik verkauft, sondern sie zurückerworben, als sich die Gelegenheit bot.
Analog zu Taylor Swift wollte Fogerty sein Album sogar "Taylor's Version" nennen, was die Plattenfirma aber ablehnte. So heißt das neue Werk nun "Legacy: The Creedence Clearwater Revival Years" – versehen mit dem Zusatz "John's Version". Es erscheint am 22. August 2025.
Originalgetreue Interpretationen
Wie der Name schon erkennen lässt, handelt es sich nicht um Neuaufnahmen der CCR-Alben, sondern um eine Zusammenstellung zahlreicher CCR-Klasiker auf einer Compilation. Es fehlen die CCR-Songs, die Fogerty nicht geschrieben hat wie "Suzie Q" und "I Heard It Through The Grapevine".
Fogerty hat aber nicht neue Versionen der Klassiker geschaffen, sondern gemeinsam mit seinen Söhnen die ursprünglichen Versionen möglichst originalgetreu nachgespielt. Dabei musste er mit einigen liebgewonnenen Gewohnheiten brechen, wie er dem US-Rolling Stone in einem Interview erläuterte.
Herausfordernder Entstehungsprozess
Dem Rolling Stone sagte Fogerty, die Beschäftigung mit den Songs sei eine Herausforderung gewesen, weil er sich laut seinem Sohn Shane angewohnt habe, sie weniger kompliziert zu singen, als sie ursprünglich geklungen hätten. "Ich musste den Song neu lernen. Mit all den gleichen Betonungen", erklärt er.
Das Ergebnis unterscheidet sich daher sehr von seinen früheren Versuchen, die Songs von CCR neu aufzunehmen – die Version des ersten veröffentlichten Songs "Up Around The Bend" klingt jedenfalls frisch – und tatsächlich sehr nahe am Original:
Streit mit großen Auswirkungen
Bekanntlich hat Taylor Swift ihre Alben neu aufgenommen, weil ihr früheres Label "Big Machine" die Masterrechte an ein von Musikmanager Scooter Braun kontrolliertes Unternehmen verkauft hatte. Taylor Swift lehnte jede Zusammenarbeit mit Braun ab und erhob schwere Vorwürfe gegen ihn.
Braun behielt die Masterrechte nicht lange in seinem Besitz, sondern verkaufte sie an die Investmentfirma Shamrock Holdings. Kürzlich kaufte Taylor Swift aber die Masterrechte von Shamrock Holdings zurück und erklärte, wie viel ihr dieser Erfolg bedeute.
Wie das Beispiel John Fogerty zeigt, hat Taylor Swift zweifellos Recht, wenn sie erklärt, ihr Kampf um ihre Masterrechte habe zahlreiche andere Künstler beeinflusst und inspiriert.
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